Procter & Gamble will 7.000 Stellen abbauen, da die Auswirkungen der Zölle die Nachfrage belasten

Procter & Gamble will 7.000 Stellen abbauen, da die Auswirkungen der Zölle die Nachfrage belasten
Diya Poddar
05. Juni 2025, 12:25 PM
  • Der Stellenabbau wird 15 % der Stellen des Unternehmens außerhalb des verarbeitenden Gewerbes betreffen.
  • Strategische Exits für leistungsschwache Marken und Produktkategorien geplant.
  • Das Unternehmen nennt die Zollunsicherheit und die gedämpfte Verbrauchernachfrage als Hauptrisiken.

Procter & Gamble (P&G), eines der größten Konsumgüterunternehmen der Welt, hat angekündigt, in den nächsten zwei Jahren 7.000 Stellen abzubauen, was rund 6 % der weltweiten Belegschaft entspricht.

Der Stellenabbau entspricht 15 % der Belegschaft außerhalb des verarbeitenden Gewerbes und ist Teil einer umfassenderen Kostensenkungsstrategie, die darauf abzielt, die Margen zu schützen, da der Zolldruck und die schwache globale Nachfrage den Betrieb belasten.

Die Änderungen wurden während einer Präsentation auf der Global Consumer Conference der Deutschen Bank in Paris bekannt gegeben, bei der P&G-Führungskräfte einen strategischen Wandel hin zum Ausstieg aus bestimmten Marken, Kategorien und Produktformaten in ausgewählten Märkten skizzierten.

Dieser Schritt spiegelt einen aggressiveren Ansatz wider, um die Abläufe zu vereinfachen, Ressourcen umzuverteilen und das globale Portfolio an ein volatiles Wirtschaftsklima anzupassen.

Unsicherheit im Handelskrieg übt Druck auf Preisgestaltung und Planung aus

Die Entscheidung von P&G zur Verkleinerung erfolgt vor dem Hintergrund eines anhaltenden Handelskriegs unter der Führung der USA, der zu Zollerhöhungen auf wichtige Vorleistungen und Fertigwaren geführt hat.

Die protektionistischen Maßnahmen von US-Präsident Donald Trump haben zu größeren Störungen in den globalen Lieferketten geführt und die Kostenbelastung für Unternehmen wie P&G erhöht.

Die Führungskräfte stellten fest, dass das Unternehmen eine "ungleichmäßige Nachfrage" verzeichnet, da die Verbraucher angesichts der steigenden Inflation und der wirtschaftlichen Unsicherheit vorsichtig reagieren.

Anfang dieses Jahres erhöhte P&G die Preise für eine Reihe von Konsumgütern, darunter Grundnahrungsmittel für Haushalte wie Pampers und Tide, um die Inflation der Inputkosten auszugleichen.

Chief Financial Officer Andre Schulten und Chief Operating Officer Shailesh Jejurikar sagten, dass das externe Umfeld nach wie vor sehr unberechenbar sei, da die Zölle ein wichtiger Treiber für die Volatilität seien.

Sie fügten hinzu, dass die neue Strategie keine Abkehr von früheren Praktiken sei, sondern vielmehr eine Beschleunigung des aktuellen Transformationsplans zur Stärkung der Resilienz.

Organisatorischer Umbau zur Steigerung von Produktivität und Kosteneffizienz

P&G meldete zum 30. Juni 2024 108.000 Mitarbeiter.

Das Unternehmen machte zwar keine geografischen oder funktionalen Angaben zu den bevorstehenden Entlassungen, stellte jedoch klar, dass die Reduzierungen hauptsächlich nicht-produzierende Funktionen wie Marketing, Verwaltung und Produktentwicklung betreffen werden.

Die Führungskräfte erklärten, dass die Umstrukturierung die bestehenden Rollen erweitern und die Teamgrößen reduzieren wird. Dies soll die Hierarchie von P&G abflachen, die Entscheidungsfindung beschleunigen und die Lieferkette vereinfachen.

Das Unternehmen geht auch davon aus, einige Marken zu veräußern und seinen Produktmix in Märkten zu rationalisieren, in denen die Leistung unterdurchschnittlich ist.

Der Stellenabbau und die Abgänge von Marken sind Teil einer erneuten Betonung der Produktivität, um in einem Umfeld mit geringerem Wachstum und höheren Kosten einen Wettbewerbsvorteil zu erhalten.

P&G sagte, dass der Plan darauf abzielt, betriebliche Einsparungen zu erzielen, die in Markeninnovation und die Bereitstellung von Verbrauchernutzen reinvestiert werden.

P&G signalisiert anhaltende Preiserhöhungen inmitten einer Strategie zur Margenverteidigung

Die Preiserhöhungen im April wurden als nur eines von mehreren Instrumenten bezeichnet, die P&G zur Verfügung stehen, um die Rentabilität zu verteidigen.

Das Unternehmen warnte, dass weitere Erhöhungen notwendig sein könnten, wenn die Zölle anhalten oder eskalieren.

Die Führungskräfte sagten, P&G sei bereit, "jeden Hebel" zu nutzen, um seine Erträge zu sichern, einschließlich Preisgestaltung, Kosteneinsparungen und Portfoliooptimierung.

Das Unternehmen gab keine Angaben zu den finanziellen Auswirkungen der Umstrukturierung an, aber Analysten erwarten, dass in den kommenden Quartalen Einmalbelastungen im Zusammenhang mit Abfindungen und Abschreibungen auf Vermögenswerte folgen werden.

Mit der Ankündigung ist P&G das jüngste multinationale Unternehmen, das entschlossen auf den tarifbedingten Kostendruck reagiert.

Mehrere andere Konsumgüterunternehmen haben in den letzten Monaten ähnliche Bedenken geäußert und signalisiert, dass die Auswirkungen der globalen Handelsspannungen weiterhin in der Branche zu spüren sind.