Amazon und Walmart erwägen Ausgabe eigener Stablecoins: Bericht

Amazon und Walmart erwägen Ausgabe eigener Stablecoins: Bericht
Ananthu C U
13. Juni 2025, 15:46 PM
  • Walmart und Amazon erwägen Berichten zufolge, ihre eigenen Stablecoins auf den Markt zu bringen.
  • Der Schritt besteht darin, die Zahlungsgebühren zu senken und schnellere Transaktionen zu ermöglichen.
  • Die mögliche Verabschiedung des GENIUS-Gesetzes könnte den rechtlichen Rahmen für die Unternehmen bilden.

Die Einzelhandelsriesen Walmart und Amazon prüfen die Ausgabe ihrer eigenen Stablecoins, so ein Bericht des Wall Street Journal.

Diese Unternehmen streben ein strategisches Manöver an, das ihnen Milliarden an Transaktionsgebühren einsparen und die Zahlungsabwicklung beschleunigen könnte.

Warum schauen sich Unternehmen Stablecoin an?

Neben Walmart wollen auch Amazon, die Expedia Group und einige große Fluggesellschaften ihre Stablecoins ausgeben, heißt es in dem WSJ-Bericht unter Berufung auf Quellen.

Der Schritt wird sich negativ auf Finanzunternehmen auswirken, einschließlich Banken und Kreditkartenunternehmen.

Die Motivation hinter diesem mutigen Schritt ist klar: Die derzeitigen Zahlungssysteme, die auf traditionelle Währungs- und Kartennetzwerke angewiesen sind, sind mit erheblichen Kosten und Verzögerungen verbunden.

Interbankenentgelte, die von Kartennetzwerken und ausstellenden Banken erhoben werden, schmälern die Margen der Einzelhändler.

Darüber hinaus können Zahlungsabrechnungen Tage dauern, was zu Cashflow-Ineffizienzen für Unternehmen führt, die mit hauchdünnen Gewinnen arbeiten.

Stablecoins, digitale Token, die eins zu eins an Fiat-Währungen wie den US-Dollar gekoppelt sind, bieten eine überzeugende Alternative.

Sie versprechen nahezu sofortige Transaktionen mit deutlich niedrigeren Gebühren und gehen diese Probleme für Händler mit hohem Volumen direkt an.

Die Neigung der USA zu Stablecoin

Die Pläne der Unternehmen würden vom GENIUS Act der USA abhängen, der darauf abzielt, einen regulatorischen Rahmen für Stablecoins zu schaffen.

Der GENIUS Act, der kürzlich eine wichtige Abstimmung im Senat bestanden hat, zielt darauf ab, Klarheit und Aufsicht in den Stablecoin-Markt zu bringen.

Zu den Bestimmungen gehört, dass Stablecoins vollständig reserviert sein müssen und der behördlichen Aufsicht des Bundes oder der Bundesstaaten unterliegen, um die Verbraucher zu schützen und die Finanzstabilität zu gewährleisten.

Für Unternehmen wie Walmart und Amazon ist regulatorische Klarheit von größter Bedeutung.

Das Fehlen eines klaren Rechtsrahmens war ein großes Hindernis für eine breitere Akzeptanz von Stablecoins in Unternehmen.

Wenn der GENIUS Act verabschiedet wird, würde dies diesen Einzelhandelsriesen die notwendige Rechtssicherheit bieten, um ihre Pläne voranzutreiben, und möglicherweise eine Welle von Innovationen bei händlergeführten Zahlungslösungen auslösen.

Insbesondere Walmart ist ein lautstarker Befürworter einer Zahlungsreform und hat sich aktiv für Änderungen der Kreditkartenvorschriften eingesetzt, was seine langjährige Frustration über die Gebühren von Kartennetzwerken widerspiegelt.

Dieser Vorstoß für Stablecoins passt perfekt zu Walmarts umfassender Strategie, seine Präsenz im Bereich Finanzdienstleistungen zu erweitern.

Das Unternehmen bietet über sein "Money Center" bereits eine Reihe von Finanzdienstleistungen an, darunter das Bezahlen von Rechnungen, das Einlösen von Schecks, Zahlungsanweisungen und Geldüberweisungen.

Walmart hat sich mit "One Loans" auch in die Kreditvergabe gewagt und bietet seine eigenen Markenkreditkarten und Debitkarten an.

Die Ausgabe eines Stablecoins wäre eine natürliche Erweiterung dieser bestehenden Angebote und würde es Walmart möglicherweise ermöglichen, ein geschlossenes Zahlungsökosystem zu schaffen, das die Kosten weiter senkt und die Kundenbindung erhöht.

Sowohl für Walmart als auch für Amazon könnte ein proprietärer Stablecoin nahtlose nationale und internationale Zahlungen ermöglichen, die Finanzierung der Lieferkette rationalisieren und sogar innovative Treueprogramme ermöglichen.

Es könnte ihnen auch einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, indem sie den Verbrauchern attraktivere Preise anbieten können, indem sie einen Teil der Einsparungen aus den reduzierten Kosten für die Zahlungsabwicklung weitergeben.

Das WSJ hatte zuvor berichtet, dass die Megabanken JPMorgan Chase, Bank of America, Citigroup, Wells Fargo und andere große Geschäftsbanken darüber diskutieren, sich zusammenzuschließen und einen gemeinsamen Stablecoin auszugeben.