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Plus von 909 % in 3 Jahren: Kann Rolls-Royce seine Rallye fortsetzen?

Plus von 909 % in 3 Jahren: Kann Rolls-Royce seine Rallye fortsetzen?
Diya Poddar
16. Juni 2025, 14:32 PM
  • Das SMR-Projekt erhält am 10. Juni die Unterstützung der britischen Regierung, was für großen Rückenwind sorgt.
  • Die Gewinnprognose für 2025 liegt bei 2,7 bis 2,9 Mrd. £.
  • Flugstunden in der zivilen Luft- und Raumfahrt jetzt 110 % des Niveaus vor Covid.

Rolls-Royce Holdings plc (LSE: RR.) hat sich zu einer der am meisten beobachteten Aktien im FTSE 100 entwickelt, nachdem sie in den letzten drei Jahren eine erstaunliche Rendite von 909 % erzielt hat.

Was im Jahr 2022 als dramatische Erholungsgeschichte nach der Pandemie begann, hat sich nun zu einer komplexen Mischung aus struktureller Wende, strategischen Gewinnen und spekulativer Dynamik entwickelt.

Mit einem Aktienkurs von 9,1 % allein im vergangenen Monat tritt der Luft- und Raumfahrt- und Verteidigungsriese nun in eine neue Phase ein – eine, in der getestet wird, ob sich die jüngsten Gewinne in einen dauerhaften Wert für die Aktionäre verwandeln können.

Staatliche Unterstützung verleiht dem Wachstumsplan von Rolls-Royce neuen Schwung

Am 10. Juni bekräftigte die britische Regierung ihre Unterstützung für das Programm für kleine modulare Kernreaktoren (SMR) von Rolls-Royce, ein Schritt, der eine bedeutende Entwicklung beim Übergang des Unternehmens über die traditionelle Luftfahrt hinaus darstellt.

Die SMR-Initiative hat das Potenzial, neue Einnahmequellen zu erschließen, insbesondere da die weltweite Nachfrage nach sauberer Energieinfrastruktur weiter wächst. Der Erfolg wird jedoch von der Sicherung internationaler Partnerschaften abhängen, um die Technologie zu skalieren.

Diese Entwicklung folgt kurz nach einem soliden Update vom 1. Mai, in dem Rolls-Royce seine Prognose für das Gesamtjahr 2025 bekräftigte und einen bereinigten operativen Gewinn zwischen 2,7 und 2,9 Mrd. £ prognostizierte.

Diese Zuversicht wurde durch mehrere Höhepunkte der Geschäftsbereiche untermauert: Die Flugstunden für große Triebwerke in der Division Civil Aerospace stiegen auf 110 % des Niveaus von 2019, die Aufträge im Verteidigungsbereich blieben robust, und Power Systems expandierte aufgrund der steigenden Nachfrage aus Rechenzentren weiter.

Von Schuldenrisiken bis hin zu Rückkäufen: Die Finanzkraft ist zurückgekehrt

Rolls-Royce, das einst als ein Unternehmen mit immensem finanziellen Druck galt, hat bemerkenswerte Fortschritte bei der Reduzierung der Nettoverschuldung und der Steigerung der Aktionärsrenditen erzielt.

Der Konzern hat bereits 138 Mio. £ seines geplanten Aktienrückkaufprogramms in Höhe von 1 Mrd. £ abgeschlossen.

Dies steht in scharfem Kontrast zu den Sorgen um Liquidität und Schuldentragfähigkeit in der Pandemie-Ära, die die Anlegerstimmung in den Jahren 2020 und Anfang 2021 stark belastet hatten.

Der Turnaround des Unternehmens unter CEO Tufan Erginbilgic konzentrierte sich auf die Neugestaltung des Betriebs, die Verbesserung der Margen und den Aufbau von Widerstandsfähigkeit in allen Sektoren.

Da die zivile Luft- und Raumfahrt, die Verteidigung und die Energiesysteme ein stetiges Wachstum verzeichnen, erweist sich die mehrgleisige Struktur des Konzerns angesichts der sich ändernden makroökonomischen Bedingungen als vorteilhaft.

Bewertungsbedenken tauchen inmitten hoher Erwartungen auf

Trotz der starken finanziellen Erholung haben Analysten auf Bewertungsrisiken hingewiesen. Rolls-Royce wird derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 44 gehandelt, was darauf hindeutet, dass die hohen Erwartungen bereits in die Aktie eingeflossen sind.

Anzeichen einer Umsatzabschwächung oder einer verzögerten Projektausführung – insbesondere beim SMR-Programm oder bei der Expansion von Power Systems – könnten zu einer Marktkorrektur führen.

Die Performance der Aktie ist auch anfällig für makroökonomische Schocks. Der Geschäftsbereich Civil Aerospace, der nach wie vor ein wesentlicher Gewinntreiber ist, ist eng mit dem weltweiten Luftverkehr verbunden.

Ein Rückgang der Passagiernachfrage, Ölpreisspitzen oder geopolitische Störungen könnten sich auf den Triebwerksverkauf und die Serviceeinnahmen auswirken. In ähnlicher Weise könnte Power Systems gefährdet sein, wenn sich das Wachstum der Investitionen in Rechenzentren verlangsamt.

Analystenbewertungen zeigen kurzfristig gemischte Stimmung

Das durchschnittliche einjährige Kursziel von 12 Analysten liegt bei 859,6 £, was auf ein mögliches Abwärtspotenzial von rund 1,5% gegenüber dem aktuellen Niveau hindeutet.

Die langfristige Stimmung bleibt jedoch optimistisch. Von den 14 Analysten, die Aktienempfehlungen abgeben, bewerten 10 die Aktie als "Strong Buy", während zwei sie als "Hold" und zwei als "Sell" bezeichnen.

Diese Divergenz deutet auf unterschiedliche Ansichten darüber hin, ob die Transformation des Unternehmens bei seiner aktuellen Bewertung nachhaltig ist.

Mit einem Anstieg der Aktien um mehr als 85 % im vergangenen Jahr und fast dem Zehnfachen innerhalb von drei Jahren hat Rolls-Royce unbestreitbar geduldige Anleger belohnt.

Da das Unternehmen jedoch neue Projekte wie die Nukleartechnologie in Angriff nimmt und weiterhin hohe Wachstumserwartungen erfüllt, stellt sich die entscheidende Frage, ob es auch ohne einen Neustart der Investorenerwartungen liefern kann.