Dürre bei globalen Investitionen: Ausländische Direktinvestitionen in Schwellenländer erreichen 20-Jahres-Tief
- Die ausländischen Direktinvestitionen in die Schwellenländer sanken im Jahr 2023 auf 435 Milliarden US-Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit 2005.
- Zunehmende Handelsbarrieren und geopolitische Spannungen sind die Hauptursachen für den Niedergang.
- Die Weltbank warnt vor ungedecktem Infrastrukturbedarf und festgefahrenen globalen Zielen.
Die Weltbank hat berichtet, dass die ausländischen Direktinvestitionen (FDI) in die Entwicklungsländer im Jahr 2023 auf 435 Milliarden US-Dollar gesunken sind und damit den niedrigsten Stand seit 2005 erreicht haben.
Dieser alarmierende Rückgang, der in einer kürzlich veröffentlichten Pressemitteilung ausführlich beschrieben wurde, unterstreicht einen besorgniserregenden Trend für Schwellenländer, die stark auf solche Investitionen angewiesen sind, um das Wirtschaftswachstum, die Infrastrukturentwicklung und die Schaffung von Arbeitsplätzen anzukurbeln.
Die zunehmenden globalen Handels- und Investitionsbarrieren haben tiefgreifende Auswirkungen auf diese Länder und geben Anlass zur Sorge über ihre Fähigkeit, wichtige Entwicklungsziele zu erreichen.
Starker Rückgang der ausländischen Direktinvestitionen: Was die Zahlen zeigen
Laut der neuesten Studie der Weltbank, die am 16. Juni 2025 veröffentlicht wurde, waren die ausländischen Direktinvestitionen in Entwicklungsländer seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr so niedrig.
Die Zahl von 435 Milliarden US-Dollar stellt einen deutlichen Rückgang gegenüber den Vorjahren dar und spiegelt einen breiteren Rückgang der globalen Investitionsströme wider.
Unterdessen verzeichneten auch die fortgeschrittenen Volkswirtschaften einen historischen Tiefstand mit nur 336 Milliarden US-Dollar an ausländischen Direktinvestitionen im Jahr 2023 – der niedrigste Wert seit 1996.
Diese Zahlen, die sowohl von Reuters als auch von den offiziellen Kanälen der Weltbank gemeldet wurden, unterstreichen einen synchronisierten Rückgang der Investitionen sowohl in den Entwicklungs- als auch in den Industrieländern.
Die Weltbank führt diesen Rückgang auf mehrere Faktoren zurück, darunter zunehmende Handelsbarrieren, geopolitische Spannungen und zunehmende politische Risiken, die Anleger abschrecken.
Die Schwellenländer, die oft als risikoreichere Länder gelten, haben die Hauptlast dieses vorsichtigen Investitionsklimas getragen.
Der Bericht warnt davor, dass dieser Trend den wirtschaftlichen Fortschritt in Regionen, die bereits mit Armut, Ungleichheit und Infrastrukturdefiziten zu kämpfen haben, zum Stillstand zu bringen droht.
Warum ausländische Direktinvestitionen für Schwellenländer wichtig sind
Ausländische Direktinvestitionen sind für viele Schwellenländer ein Eckpfeiler der wirtschaftlichen Entwicklung.
Es bietet nicht nur Kapital, sondern auch Technologietransfer, Beschäftigungsmöglichkeiten und Zugang zu internationalen Märkten.
Länder in Afrika, Lateinamerika und Teilen Asiens waren in der Vergangenheit auf ausländische Direktinvestitionen angewiesen, um Finanzierungslücken für Großprojekte wie Straßen, Energiesysteme und Industriezentren zu schließen.
Der derzeitige Rückgang, wie die Weltbank feststellte, hat dazu geführt, dass "riesige Infrastrukturlücken ungeschlossen bleiben", was die Herausforderungen in diesen Regionen verschärft.
Zum Vergleich: Die Zuflüsse ausländischer Direktinvestitionen machen in Entwicklungsländern oft einen erheblichen Teil des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus.
Ein Rückgang auf ein Niveau, das seit 2005 nicht mehr erreicht wurde, deutet auf eine mögliche Rücknahme der in den letzten zwei Jahrzehnten erzielten wirtschaftlichen Gewinne hin.
Haupttreiber hinter dem Investitionsrückzug
Mehrere miteinander verknüpfte Faktoren haben zu dem starken Rückgang der DI-Ströme beigetragen.
Erstens hat die Zunahme protektionistischer Maßnahmen und Handelsbarrieren zu Unsicherheit für multinationale Unternehmen geführt, die im Ausland investieren wollen.
Zölle, Exportbeschränkungen und regulatorische Hürden haben grenzüberschreitende Investitionen weniger attraktiv gemacht, insbesondere in Entwicklungsländern, in denen die politische Stabilität bereits ein Problem darstellen kann.
Zweitens haben die geopolitischen Spannungen das Vertrauen der Anleger weiter gedämpft.
Konflikte und angespannte internationale Beziehungen haben zu einer stärker fragmentierten Weltwirtschaft geführt, in der Anleger sicherere und berechenbarere Märkte bevorzugen.
Der Bericht der Weltbank stellt ausdrücklich fest, dass diese Spannungen Kapital aus den Schwellenländern abgezogen haben, ein Trend, den auch Reuters in seiner Analyse hervorhebt.
Schließlich haben innenpolitische Risiken in vielen Entwicklungsländern eine Rolle gespielt. Probleme wie uneinheitliche Vorschriften, Korruption und unzureichende rechtliche Rahmenbedingungen schrecken nach wie vor von langfristigen Investitionen ab.
Regionale Ungleichheiten und die am stärksten betroffenen Länder
Der starke Rückgang der ausländischen Direktinvestitionen (FDI) hat nicht alle Entwicklungsregionen gleichermaßen getroffen.
Während es einigen Ländern gelungen ist, ein größeres Stück des schrumpfenden Investitionskuchens zu behalten, sind die FDI-Zuflüsse in anderen Ländern fast verschwunden.
Indien zum Beispiel erhielt im Jahr 2023 ausländische Direktinvestitionen in Höhe von 28,1 Milliarden US-Dollar und entfiel zusammen mit China und Brasilien zwischen 2012 und 2023 auf fast die Hälfte aller ausländischen Direktinvestitionen in die Schwellenländer.
Allein der Anteil Indiens lag in diesem Zeitraum bei 6 %.
Die ärmsten Länder, die oft als am wenigsten entwickelt eingestuft werden, sind jedoch weit zurückgeblieben.
Im Jahr 2023 erhielten diese Länder nur 2 % der gesamten weltweiten ausländischen Direktinvestitionen, was ein starkes Ungleichgewicht verdeutlicht.
Verzichtserklärung: Teile dieses Artikels wurden mit Hilfe von KI-Tools erstellt und von der Invezz-Redaktion auf Richtigkeit und Einhaltung unserer Standards überprüft.
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