Roger Federer reiht sich in die Eliteriege der Sportler-Milliardäre ein

Roger Federer reiht sich in die Eliteriege der Sportler-Milliardäre ein
Ananthu C U
30. Juni 2025, 10:45 AM
  • Roger Federer wird Milliardär und schließt sich Michael Jordan und Tiger Woods an.
  • Ein Anteil von 3 % an der Schweizer Sneaker-Firma On, die jetzt mit 17 Mrd. $ bewertet wird, macht rund 500 Mio. $ von Federers Nettovermögen aus.
  • Federers langfristige Verträge mit Uniqlo, Rolex und anderen halfen seiner Marktfähigkeit.

Tennis-Ikone Roger Federer hat nun die seltene Auszeichnung erhalten, Milliardär zu werden, was ihn zu einem der wenigen auserwählten Sportler macht, die diesen finanziellen Meilenstein erreicht haben.

Während er in seiner illustren 24-jährigen Spielerkarriere, die 2022 endete, durch 20 Grand-Slam-Siege zwischen 2003 und 2018 ein Preisgeld von 130,6 Millionen US-Dollar anhäufte, stammt der überwiegende Teil seines riesigen Vermögens aus umfangreichen Sponsorenverträgen und einer strategischen Investition in ein Schweizer Sneaker-Unternehmen.

Laut dem Bloomberg Billionaires Index beläuft sich Federers Nettovermögen auf rund 1,3 Milliarden US-Dollar, womit er sich neben anderen Sportlegenden positioniert.

Zum Vergleich: Das Vermögen von Michael Jordan wurde nach dem Verkauf seiner Beteiligung an den Charlotte Hornets im Jahr 2023 auf 3,5 Milliarden US-Dollar geschätzt, und das Nettovermögen von Tiger Woods wurde von Bloomberg im vergangenen Jahr auf etwa 1,36 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Die Macht von Endorsements und strategischen Investitionen

Quellen aus dem Umfeld von Federer, der anonym bleiben wollte, deuten darauf hin, dass sein Nettovermögen deutlich über 1 Milliarde Dollar liegt.

Die Bewertungsmethodik von Bloomberg umfasst Federers Karriereeinnahmen, Anlagerenditen und Werbeverträge, bereinigt um die vorherrschenden Schweizer Steuersätze und die Marktperformance.

Ein wesentlicher Aspekt von Federers anhaltendem finanziellem Erfolg liegt in der Langlebigkeit vieler seiner kommerziellen Partnerschaften.

Er unterhält jahrzehntelange Beziehungen zu prominenten Marken wie der Credit Suisse Bank (heute UBS Group AG), dem Luxusuhrenhersteller Rolex und dem Schweizer Chocolatier Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli AG.

Über die einzelnen Deals hinaus hat Federer akribisch ein robustes Beratungsnetzwerk aufgebaut.

Dazu gehören Team8, die Managementgesellschaft, die er 2013 gemeinsam mit seinem langjährigen Agenten Tony Godsick gegründet hat, sowie die Schweizer Firma Format A AG, die bei der Verwaltung verschiedener Beteiligungen und seiner gemeinnützigen Stiftung behilflich ist.

Sportanalyst Bob Dorfman kommentierte Federers Marktattraktivität mit den Worten: "Federer ist völlig skandalfrei. Er sagt nie das Falsche... Aber was die Marktfähigkeit angeht, war er einer der besten Tennisspieler."

Ein lukrativer Übergang und ein zufälliger Glücksfall

Interessanterweise kamen einige der finanziell bedeutendsten Geschäfte Federers erst in den letzten Phasen seiner Spielerkarriere zustande.

Ein bemerkenswertes Beispiel ist sein langjähriger Vertrag mit Nike Inc., der ursprünglich 1996 unterzeichnet wurde und um 2018 verlängert werden sollte.

Da Tennis für Nike nicht im Vordergrund stand, suchte Godsick nach alternativen Partnern.

Dies führte zu einem umfangreichen 10-Jahres-Angebot über 300 Millionen US-Dollar von Uniqlo, einer Marke der japanischen Fast Retailing Co., um eine ihrer Flaggschiff-Sportikonen zu werden.

Diese Vereinbarung war besonders vorteilhaft, da Federer 37 Jahre alt war und kurz vor dem Rücktritt stand. Der Deal enthielt keine Verpflichtungen, selbst wenn er aufhören sollte zu spielen, was ihn sehr attraktiv machte.

Noch einflussreicher als sein Uniqlo-Deal war jedoch eine Investition, die auf eine unerwartete Einführung zurückzuführen war.

Federers Frau initiierte versehentlich die Verbindung, indem sie ein Paar Turnschuhe der aufstrebenden Schweizer Marke On kaufte.

Das 2010 gegründete Unternehmen On war für seine High-End-Joggingschuhe mit einer markanten Sohle bekannt, ein Design, das von Mitbegründer Olivier Bernhards Prototyp mit Gartenschlauchresten stammte, die auf seine Turnschuhe geklebt wurden.

Da Uniqlo keine Schuhe herstellt, stand es Federer frei, sich einen Schuhsponsor zu suchen.

Als selbsternannter Sneaker-Enthusiast mit einer Sammlung von mehr als 250 Paar (ohne die zum Spielen verwendeten Paare) initiierte Federer ein Treffen mit den Gründern von On in Zürich.

Godsick hatte auch eine bereits bestehende Verbindung, da er eine Angel-Investition in das Unternehmen getätigt hatte.

Dies führte zu einem Deal, bei dem Federer einen Anteil von rund 3% an der On Holding AG erwarb und sich am Schuhdesign beteiligte.

On wird jetzt mit fast 17 Milliarden US-Dollar bewertet, was laut dem Bloomberg-Vermögensindex Federers Anteil auf mindestens 500 Millionen US-Dollar bringt.

Federer hat es bisher vermieden, sich durch umfangreiche Kommentatoren oder fragwürdige Sponsorings zu exponieren.

Zu seinen jüngsten öffentlichen Auftritten gehören das Schwenken der französischen Flagge zum Auftakt des Langstreckenrennens in Le Mans und die Präsentation einer neuen Uniqlo-Bekleidungskollektion in Paris.

Er wird auch in Wimbledon erwartet, dem Ort vieler seiner größten Triumphe, wenn das Turnier nächste Woche beginnt.