Kanada diversifiziert die Exportmärkte, da die US-Zölle greifen, aber die Abhängigkeit bleibt bestehen

Kanada diversifiziert die Exportmärkte, da die US-Zölle greifen, aber die Abhängigkeit bleibt bestehen
Noris Soto
09. Juli 2025, 15:13 PM
  • Die kanadischen Exporte in die USA gingen innerhalb eines Jahres um 15 % zurück, was zu einer Verlagerung auf kleinere globale Märkte führte.
  • Der Handel mit Großbritannien, Brasilien und Asien nahm stark zu, aber kein einzelner Markt konnte mit dem US-Volumen mithalten.
  • Die Diversifizierungsbemühungen gehen weiter, aber die engen Verbindungen in der Lieferkette in den USA begrenzen eine vollständige Verlagerung.

Neuen Regierungsdaten zufolge suchen kanadische Unternehmen nach zusätzlichen alternativen Märkten , um ihre wirtschaftliche Abhängigkeit von einer US-Wirtschaft zu verringern, die immer noch in gewissem Maße von Zöllen betroffen ist.

Die Exporte aus den Vereinigten Staaten, Kanadas größtem Handelspartner, gingen zwischen Mai 2024 und Mai 2025 um 10 Prozentpunkte zurück und machten 68 % der Gesamtexporte aus.

Der Rückgang betraf insbesondere langlebige Güter, darunter Automobile und Automobilteile sowie Stahl- und Aluminiumprodukte.

Er folgt auf mehrere protektionistische Maßnahmen, die von der Regierung von Präsident Donald Trump ergriffen wurden, darunter Zölle von 50 % auf Stahl und Aluminium und Zölle von 25 % auf in Kanada hergestellte Autos.

Der wirtschaftliche Fortschritt wurde durch diese Maßnahmen bis zu einem gewissen Grad erstickt, indem sie die Handelsströme störten und die kanadischen Exporteure zwangen, nach Märkten zu suchen, die dazu beitragen können, die wirtschaftlichen Probleme auszugleichen.

Großbritannien, Asien und Europa verzeichnen ein Wachstum des kanadischen Handels

Um seine globale Handelspräsenz auszubauen, hat Kanada seine Exporte in ein breiteres Spektrum kleiner und mittlerer Länder erhöht.

Singapur, Indonesien, die Niederlande, Italien, Brasilien, Australien, Deutschland und Japan sind einige der neuen Märkte, die expandieren.

Diese Rohstoffe haben ihren Weg in einen wachsenden Anteil der Tauschfähigkeit dieser Löhne gefunden, was zu einem teilweisen Ausgleich der entgangenen US-Einnahmen führt.

Die Handelsdaten deuten außerdem darauf hin, dass das Vereinigte Königreich China als Ziel Nr. 2 für kanadische Exporte überholt hat.

Der Handel mit China ist im Zuge eines weiteren Handelsstreits, diesmal über Raps und Rohöl, stark zurückgegangen.

Zwischen März und Mai 2025 stiegen die kanadischen Goldexporte nach Großbritannien sprunghaft an, der Wert stieg um 473 % und das Volumen um 312 % gegenüber den gleichen Monaten des Vorjahres.

Dieser Anstieg ist jedoch nur vorübergehend, und Experten warnen, dass die Goldexporte aufgrund der globalen Unsicherheit weitgehend zyklisch sind, was bedeutet, dass sie keine solide Grundlage für eine langfristige Diversifizierung des Handels sein können.

Die Bemühungen um Diversifizierung stoßen an strukturelle Grenzen

Trotz positiver Anzeichen für eine Marktexpansion stützen Kanadas tief verwurzelte Handelsbeziehungen mit den Vereinigten Staaten weiterhin die Wirtschaft.

Die Vereinigten Staaten sind nach wie vor Kanadas wichtigster Partner, wobei auf kein anderes Land mehr als 10 % der Exporte entfallen.

Langjährig etablierte Lieferketten und jahrzehntelange wirtschaftliche Integration erschweren es kanadischen Unternehmen, sich vollständig aus den US-Märkten zurückzuziehen.

Obwohl einige Unternehmen Büros in Europa und Asien eröffnen, um neue Beziehungen zu fördern, glauben Ökonomen, dass diese Entwicklung dem Ausmaß des Handels in die USA nicht entgegenwirken kann.

Die schiere Größe des US-Marktes und die logistische Effizienz sorgen dafür, dass die amerikanischen Handelsbeziehungen im Mittelpunkt der kanadischen Wirtschaftsstrategie stehen.

Exportwachstum ins Ausland kann Rückgang in den USA nicht ausgleichen

Der Exportwert Kanadas in die Vereinigten Staaten sank im Mai im Vergleich zum Vorjahr um 7,7 Mrd. C$, von 51,61 Mrd. C$ im Mai 2024 auf 43,93 Mrd. C$ im Jahr 2025, was einem Rückgang von 15 % entspricht.

Im gleichen Zeitraum stiegen die Exporte ins Ausland um rund 42 % oder 5,7 Mrd. C$. Dieser Gewinn reichte jedoch nicht aus, um die Verluste im US-Handel auszugleichen, so dass ein Ungleichgewicht von 2 Mrd. CAD entstand.

Die kanadische Regierung arbeitet immer noch an einer Lösung mit den Vereinigten Staaten, wobei ein Handelsabkommen bis zum 21. Juli erwartet wird. Kommt es zu keiner Einigung, kann Kanada zusätzliche Strafzölle erheben.

In der Zwischenzeit bemühen sich kanadische Exporteure, ihre Risiken durch die Expansion in neue Märkte zu mindern, aber der Weg zu einer echten Diversifizierung ist noch lang.

Spannungen in den USA erzwingen ein Umdenken, aber kein Auseinanderbrechen

Während die jüngsten Maßnahmen auf einen echten Versuch der Diversifizierung hindeuten, gibt Kanada seine Handelsbeziehungen mit den Vereinigten Staaten nicht auf.

Die derzeitige Politik scheint eher darauf abzuzielen, die Widerstandsfähigkeit zu erhöhen, als einen wichtigen Wirtschaftspartner zu ersetzen.

Handelsvertreter betonen, dass die Diversifizierung eine Ergänzung und kein Ersatz für den US-Handel ist.

Kurz gesagt, die Fakten deuten darauf hin, dass Kanadas Diversifizierung eher von der Notwendigkeit als von der Strategie getrieben wird.

Die langfristigen Auswirkungen dieses Übergangs werden von der globalen Marktdynamik und dem Ergebnis der laufenden Handelsgespräche mit Washington abhängen.