UBS prognostiziert eine weitere Verlangsamung des US-Wirtschaftswachstums in der zweiten Jahreshälfte 2025

UBS prognostiziert eine weitere Verlangsamung des US-Wirtschaftswachstums in der zweiten Jahreshälfte 2025
Ananthu C U
15. Juli 2025, 17:44 PM
  • UBS prognostiziert, dass sich das Wirtschaftswachstum in den USA in der zweiten Jahreshälfte 2025 auf 1% verlangsamen wird.
  • Zu den Faktoren gehören der fiskalische Niedergang, die anhaltende Inflation und die hohen Zinssätze.
  • Zu den Auswirkungen gehören Marktvolatilität, politische Herausforderungen und die Belastung der Haushalte.

UBS geht davon aus, dass sich die US-Wirtschaft im Jahr 2025 deutlich verlangsamen wird, und prognostiziert einen Rückgang des realen BIP-Wachstums auf rund 1%.

In einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung an die Kunden wies die Bank auf eine Kombination aus nachlassender fiskalischer Unterstützung, erhöhten Zinssätzen und anhaltender Inflation als Haupttreiber für die erwartete Verlangsamung hin.

"Wir sehen eine weitere Verlangsamung des US-Wirtschaftswachstums auf ~1% im Jahr 2025", heißt es in der Mitteilung.

Auch UBS warnte, dass die Arbeitslosenquote bis Ende 2025 auf 4,6% steigen wird.

Der Ausblick wird von den sich abzeichnenden Anzeichen einer Schwäche der Beschäftigungsdaten geprägt, insbesondere von einer Abschwächung der Beschäftigtenzahlen in der Privatwirtschaft und einem Rückgang der Stellenangebote im Dienstleistungssektor.

Die Analyse von UBS weist auf mehrere spezifische Faktoren hin, die die Verlangsamung in der zweiten Jahreshälfte 2025 noch verschärfen könnten.

Erstens bezieht sich der "fiskalische Fad" auf das Auslaufen oder die Reduzierung staatlicher Unterstützungsprogramme, die zuvor die Haushaltseinkommen und Unternehmensbilanzen gestützt haben.

Ohne dieses Sicherheitsnetz dürften sich das Verbrauchervertrauen und die Ausgaben, die wichtigsten Treiber des US-BIP, abschwächen.

Zölle und Inflation erhöhen den Druck

Die Analysten von UBS hoben den jüngsten Anstieg der Zollsätze als großen Gegenwind hervor.

Der durchschnittliche effektive Zollsatz ist von rund 2 % im Jahr 2024 auf rund 16 % gestiegen.

Es wird erwartet, dass diese erhöhten Zölle die Kaufkraft der Verbraucher und die Inputkosten belasten werden, wobei das Unternehmen prognostiziert, dass die Kerninflation der persönlichen Konsumausgaben (PCE) bis Ende 2025 etwa 3,4 % erreichen wird.

Dieser Inflationsdruck in Verbindung mit einem langsameren Lohnwachstum dürfte das real verfügbare Einkommen belasten, das laut UBS bereits hinter den privaten Konsumausgaben zurückbleibt.

In den jüngsten Inflationsdaten stieg der Kern-VPI im Vergleich zum Vormonat um 0,2 %.

Es wird zwar erwartet, dass die «Big Beautiful Bill» unterstützende fiskalische Massnahmen einführen wird, aber UBS geht nicht davon aus, dass diese Vorteile vor der ersten Hälfte des Jahres 2026 eintreten werden.

"Wir sehen Auswirkungen auf die Zölle im 2. Halbjahr 2025", heißt es in der Mitteilung, die auf eine schwierige Zeit für Haushalte und Unternehmen hinweist.

Kreditmärkte signalisieren zunehmenden Stress

Neben makroökonomischen und inflationären Sorgen beobachtet UBS die Kreditmärkte auch genau auf Anzeichen von Spannungen.

Der firmeneigene kreditbasierte Rezessionsindikator beziffert die Wahrscheinlichkeit eines Abschwungs bis zum ersten Quartal 2026 nun auf 47 %.

Steigende Zahlungsausfälle – insbesondere bei Studenten- und Hypothekenkrediten – tragen zu Bedenken hinsichtlich der Widerstandsfähigkeit der Haushaltsfinanzen bei.

Die UBS-Analysten verwiesen auch auf breitere Anzeichen von Stress an den Märkten für Konsum- und Unternehmensanleihen.

Trotz des sich abschwächenden Ausblicks stellte UBS fest, dass bestimmte Kompensationen den Schlag abfedern könnten.

Haushalte mit höherem Einkommen weisen weiterhin einen soliden Ausgabentrend auf, und eine erhöhte Kreditnutzung könnte den Konsum vorübergehend stützen.

Das Unternehmen bleibt jedoch in seiner Kreditstrategie defensiv positioniert und bevorzugt hochwertige Vermögenswerte und nicht-zyklische Konsumgütersektoren, da die Kreditspreads im Vergleich zu 2022 enger sind.

Der vorsichtige Ton der UBS spiegelt die wachsende Besorgnis wider, dass die US-Wirtschaft in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 mit mehreren Gegenwinden konfrontiert sein könnte.

Angesichts des zunehmenden Inflations- und Kreditdrucks rät die Bank zu einem risikobewussten Ansatz für die Zukunft.