Brasilianische Ökonomen senken Inflationsprognose für 2026 zum ersten Mal seit über zwei Monaten

Brasilianische Ökonomen senken Inflationsprognose für 2026 zum ersten Mal seit über zwei Monaten
Noris Soto
21. Juli 2025, 17:15 PM
  • Die brasilianische Inflationsprognose für 2026 sank leicht auf 4,45 %, die erste Senkung seit über zwei Monaten.
  • Die langfristigen Inflationserwartungen für 2027 und 2028 blieben stabil oder leicht niedriger.
  • Die Prognosen für das Zins- und BIP-Wachstum blieben in der Umfrage dieser Woche unverändert.

Private Ökonomen, die jede Woche von der brasilianischen Zentralbank befragt werden, senkten ihre Inflationsprognose für 2026 zum ersten Mal seit über zwei Monaten, was ein positives Zeichen für die Währungsbehörden sein könnte.

Die Inflationserwartungen für die Verbraucherpreise im Jahr 2026 gehen von einem Anstieg um 4,45 % aus, gegenüber 4,50 % in den vorangegangenen neun Wochen, wie aus der am Montag veröffentlichten Focus-Panel-Umfrage der Zentralbank hervorgeht.

Die niedrigere Revision ist zwar gering, signalisiert aber eine Abkehr vom Muster anhaltender Prognosen jenseits des Inflationsziels der Zentralbank von 3 %, das eine Toleranzzone von 1,5 Prozentpunkten in beide Richtungen vorsieht.

Die aktualisierte Prognose bringt die Inflationsaussichten für 2026 näher an das obere Ende des Zielbandes der Zentralbank, was möglicherweise darauf hindeutet, dass sich die Erwartungen nach Monaten der Unsicherheit stabilisiert haben.

Die Prognosen für 2027 und 2028 zeigen Stabilität

Während die Aufmerksamkeit auf das Jahr 2026 gerichtet war, deuten die Prognosen für die Folgejahre auf eine Fortsetzung der milden Inflation hin.

Der Studie zufolge hielten die Analysten ihre Inflationsprognose für 2027 stabil bei 4 %, aber die Prognose für 2028 sank leicht von 3,81 % auf 3,80 %.

Diese Statistiken liegen zwar immer noch über dem 3%-Ziel, deuten aber auf eine allmähliche Annäherung an den von der Zentralbank geplanten Kurs auf lange Sicht hin.

Die Stabilität der mittel- bis langfristigen Schätzungen könnte dazu beitragen, die Bedenken der geldpolitischen Entscheidungsträger zu zerstreuen, die kürzlich davor gewarnt haben, dass die Inflationserwartungen vom Ziel abweichen könnten.

Diese Befürchtungen bestehen trotz des aktuellen brasilianischen Leitzinses von 15 %, der als restriktiv gilt.

Kurzfristige Inflation lässt weiter nach

Die Inflationsprognosen für 2025 setzten ihren jüngsten Abwärtstrend fort, wobei der IPCA-Verbraucherpreisindex nun voraussichtlich um 5,10 % steigen wird, gegenüber 5,17 % in der vergangenen Woche.

Dieser stetige Rückgang ist zum Teil auf einen stärkeren brasilianischen Real zurückzuführen, der dazu beigetragen hat, den importbedingten Preisdruck zu verringern.

In einem Brief Anfang des Monats erklärte der Präsident der Zentralbank, Gabriel Galipolo, dass die Inflation bis zum Ende des ersten Quartals 2026 voraussichtlich innerhalb des Zieltoleranzbandes liegen wird.

Die jüngsten Umfrageergebnisse stützen diesen Ausblick, auch wenn die aktuellen Prognosen weiterhin über dem idealen Mittelwert der Zentralbank liegen.

Keine Änderungen der Zins- oder BIP-Prognosen

In der Umfrage dieser Woche blieben die Zinsschätzungen der Ökonomen unverändert.

Der Referenzzinssatz für Selic wird weiterhin auf 15 % im Jahr 2025 prognostiziert und bis Ende 2026 auf 12,5 % fallen.

Auch das BIP-Wachstum dürfte mit einem Wachstum von 2,23 % im Jahr 2025 und 1,88 % im Jahr 2026 stabil bleiben, was im Wesentlichen unverändert gegenüber der Vorwoche ist.

Es wird erwartet, dass der brasilianische Real bis Ende 2025 bei 5,65 zum US-Dollar und bis Ende 2026 bei 5,70 gehandelt wird, unverändert gegenüber den Prognosen der letzten Woche.

Politische Implikationen

Die geringfügige Veränderung der Inflationsschätzungen für 2026 kann als frühes Zeichen dafür interpretiert werden, dass das Vertrauen in die Geldpolitik trotz allgemeiner Bedenken hinsichtlich des Haushaltsmanagements und der politischen Risiken aufrechterhalten wird.

Da die Inflationsschätzungen für alle erwarteten Jahre jedoch über dem Ziel von 3 % liegen, wird erwartet, dass die Zentralbank ihre vorsichtige Haltung beibehält.

Eine künftige geldpolitische Lockerung wird höchstwahrscheinlich nicht nur von der realisierten Inflation, sondern auch von der Fortsetzung der gedämpften Erwartungen bestimmt.

Die politischen Entscheidungsträger werden in den kommenden Wochen auf weitere Beweise für eine Verankerung achten, zumal Brasilien sowohl mit ausländischer Instabilität als auch mit lokalen politischen Problemen zu kämpfen hat.