Apple und Google sehen sich mit britischen Maßnahmen wegen mobiler Dominanz konfrontiert

Apple und Google sehen sich mit britischen Maßnahmen wegen mobiler Dominanz konfrontiert
Diya Poddar
23. Juli 2025, 13:09 PM
  • Apple und Google kontrollieren gemeinsam über 90 % der mobilen Browsernutzung in Großbritannien.
  • Apple warnt vor Risiken für die Privatsphäre der Nutzer; Google nennt den Schritt "enttäuschend und ungerechtfertigt".
  • Roadmaps schlagen vor, App-Stores von Drittanbietern und einen stärkeren Browserwettbewerb zu ermöglichen.

Einem Bericht von Reuters zufolge bereitet sich die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (CMA) darauf vor, Apple und Google bis zum 22. Oktober den Strategic Market Status (SMS) zuzuweisen, ein Schritt, der eine strengere Regulierung ihrer Kontrolle über die mobilen Ökosysteme des Vereinigten Königreichs mit sich bringen würde.

Dies folgt auf eine detaillierte Untersuchung der Vertriebsmärkte für mobile Browser und Apps, die zu dem Schluss kam, dass der Einfluss von Apple und Google Innovationen erstickt und die Wahlmöglichkeiten der Verbraucher einschränkt.

Die SMS-Einstufung wird die CMA rechtlich ermächtigen, Regeln durchzusetzen, die verhindern, dass eines der beiden Unternehmen seine Marktmacht missbraucht.

Der Schritt markiert eine bedeutende Veränderung des britischen Regulierungsansatzes und zielt auf zwei Unternehmen ab, die gemeinsam fast den gesamten Bereich der mobilen Browser über Safari und Chrome kontrollieren.

CMA skizziert Fahrpläne für Interventionen

Die Untersuchung der Regulierungsbehörde, die als Reaktion auf Bedenken über wettbewerbswidriges Verhalten in mobilen Ökosystemen eingeleitet wurde, ergab, dass die Kontrolle von Apple und Google über Betriebssysteme, App-Stores und Browser strukturelle Barrieren für Wettbewerber und App-Entwickler schuf.

Apples Safari ist die standardmäßige und einzige Browser-Engine, die auf iPhones zugelassen ist, während Googles Chrome Android-Geräte dominiert.

Zusammen halten sie mehr als 90 % des britischen Marktes für mobile Browser, was den Zugang zu Alternativen erschwert und für Entwickler weniger praktikabel macht.

Im Anschluss an diese Erkenntnisse veröffentlichte die CMA am 24. April 2024 parallele Fahrpläne, in denen mögliche weitere Maßnahmen dargelegt werden.

Dazu gehören die Sicherstellung, dass Benutzer Standard-Apps deinstallieren können, die Förderung eines stärkeren Browserwettbewerbs und die Ermöglichung eines einfacheren Zugriffs auf alternative App-Stores und Webtechnologien.

Durch die Einstufung von SMS erhält die CMA die Möglichkeit, "Verhaltensanforderungen" aufzuerlegen, die Unternehmen dazu zwingen können, sich in einer Weise zu verhalten, die einen fairen Wettbewerb fördert, z. B. indem sie aufgefordert werden, Zugang zu wichtigen Funktionen oder Daten zu gewähren oder die Interoperabilität mit Software von Drittanbietern zu ermöglichen.

Apple und Google weisen Ergebnisse vor endgültiger Entscheidung zurück

Beide Unternehmen gaben Antworten ab, in denen sie die Vorschläge der CMA anfochten.

Apple äußerte Bedenken, dass die vorgeschlagenen Regeln die in iOS integrierten Datenschutz- und Sicherheitsfunktionen beeinträchtigen könnten, Funktionen, die angeblich der Schlüssel zum Vertrauen der Nutzer sind.

Google sagte unterdessen, dass die Einstufung die Gefahr berge, Innovation und Wachstum im britischen Technologiesektor zum Stillstand zu bringen.

Trotz dieses Widerstands bestätigte die CMA, dass ihre Entscheidung bis zum 22. Oktober 2024 abgeschlossen sein wird.

Bei der endgültigen Entscheidung werden die Rückmeldungen der Interessengruppen berücksichtigt, aber die CMA hat deutlich gemacht, dass regulatorische Maßnahmen erforderlich sind, um das derzeitige Ungleichgewicht zu korrigieren.

Wenn der SMS-Status bestätigt wird, würden Apple und Google sich einer Liste von Unternehmen anschließen, die in Großbritannien einer laufenden Verhaltenskontrolle und obligatorischen Compliance-Verpflichtungen ausgesetzt sind, was die Schritte widerspiegelt, die die EU im Rahmen ihres Digital Markets Act unternommen hat.

Strategischer Marktstatus würde den Wettbewerb zwischen Apps und Browsern neu gestalten

Nach dem vorgeschlagenen Rahmen müssten Apple und Google sicherstellen, dass App-Entwickler einen faireren Zugang zu mobilen Plattformen haben und arbeiten können, ohne zu restriktiven Vereinbarungen gezwungen zu werden.

Dazu könnten die Lockerung der Regeln für In-App-Zahlungen, die Zulassung konkurrierender Browser-Engines und die Gewährleistung von Transparenz bei der Einstufung von Algorithmen in den App-Stores gehören.

Während die CMA sagt, dass sie beabsichtigt, Innovation und Benutzererfahrung zu fördern, könnte die Auszeichnung auch beeinflussen, wie globale Technologieunternehmen in Großbritannien tätig sind.

Entwickler könnten neue Möglichkeiten in Bereichen sehen, die bisher eingeschränkt waren, wie z. B. Spiele-Apps, die auf nicht-nativen Browser-Engines basieren, oder Dienste, die alternative Zahlungsanbieter verwenden.

Der aktuelle Schritt der CMA geht auf das umfassendere Gesetz über digitale Märkte, Wettbewerb und Verbraucher zurück, das Anfang 2024 in Kraft getreten ist.

Der Gesetzentwurf zielt darauf ab, eine dynamischere digitale Wirtschaft zu gewährleisten, indem er den Regulierungsbehörden gegen etablierte digitale Gatekeeper Zähne verleiht.