Puma-Aktien sinken, da schwächere Verkäufe und US-Zölle das Unternehmen in eine Verlustprognose drücken

Puma-Aktien sinken, da schwächere Verkäufe und US-Zölle das Unternehmen in eine Verlustprognose drücken
Vatsala Gaur
25. Juli 2025, 10:54 AM
  • Der Aktienkurs von Puma fällt um fast 20%, nachdem das Unternehmen angekündigt hat, in diesem Jahr einen Verlust zu erzielen.
  • US-Zölle belasten Bruttogewinn trotz Eindämmungsbemühungen um 80 Mio. EUR.
  • Analysten sagen, dass die aktualisierte Prognose einen Umsatzrückgang von etwa 20% im 2. Halbjahr impliziert.

Der Aktienkurs des deutschen Sportbekleidungsriesen Puma stürzte am Freitag um fast 20% ab, nachdem das Unternehmen eine deutliche Gewinnwarnung herausgegeben hatte und erklärte, dass es nun in diesem Jahr aufgrund der schwachen globalen Nachfrage, der Lagerprobleme und der drohenden Auswirkungen der US-Importzölle einen Verlust erwartet.

Das in Herzogenaurach ansässige Unternehmen rechnet nun mit einem währungsbereinigten Umsatzrückgang im Jahr 2025 im "niedrigen zweistelligen Prozentbereich" und gab damit seine frühere Prognose auf, die einen Rückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich prognostizierte.

Auch die Prognose für das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) für das Gesamtjahr wurde von einer bisher erwarteten Spanne von 445 bis 525 Millionen Euro auf einen Verlust angepasst, ohne jedoch den prognostizierten Betrag zu nennen.

Die Nachricht ließ die Aktien im Frankfurter Handel abstürzen, wobei die Aktie am Freitag zeitweise um fast 19% fiel und Hunderte von Millionen Euro an Marktwert vernichtete.

"Eine deutliche Gewinnwarnung": Analysten sagen

Im April ernannte Puma Arthur Hoeld, einen ehemaligen Top-Manager des Rivalen Adidas, zum Vorstandsvorsitzenden, um die rückläufige Leistung des Unternehmens zu stoppen.

Hoeld trat seine Amtszeit offiziell am 1. Juli an und trat in ein Unternehmen ein, das mit einer schleppenden Markendynamik und einem starken Umsatzrückgang, insbesondere in wichtigen globalen Märkten, zu kämpfen hatte.

Die am Donnerstag veröffentlichten Ergebnisse des zweiten Quartals von Puma wiesen einen Nettoverlust von 247 Millionen Euro aus, wobei der Gesamtumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 8% auf 1,94 Milliarden Euro zurückging.

Währungsbereinigt ging der Umsatz um 2% zurück.

Die Analysten von JP Morgan und Jefferies sagten, dass die Quartalszahlen und die revidierte Prognose des Unternehmens deutlich unter den Markterwartungen lagen.

"Dies ist eine deutliche Gewinnwarnung", sagten die Analysten von Jefferies in einer Notiz und schätzten, dass die aktualisierte Prognose einen Umsatzrückgang von rund 20% in der zweiten Jahreshälfte impliziert.

US-Zölle und Lagerprobleme erhöhen den Druck

Zu den Problemen des Unternehmens kommen steigende US-Zölle auf Bekleidungs- und Schuhimporte aus Asien hinzu.

Puma bezieht wie die Konkurrenten Nike und Adidas einen Großteil seiner Produktpalette aus Ländern wie China, Vietnam, Kambodscha und Bangladesch.

Das Unternehmen warnte, dass die Zölle den Bruttogewinn im Jahr 2025 um rund 80 Millionen Euro belasten würden, selbst nach der Umstrukturierung der Lieferkette und Preiserhöhungen.

Trotz der Bemühungen, den Schaden durch Kosteneinsparungsinitiativen und Preisanpassungen zu begrenzen, kämpft Puma nach Angaben von Branchenanalysten weiterhin mit hohen Lagerbeständen und einem Verlust der Markenrelevanz.

"Puma steht vor einer existenziellen Identitätskrise in Bezug auf die Relevanz in einer Sportartikelindustrie, die wettbewerbsfähiger ist, und das zu einer Zeit, in der der größte Akteur Nike sein Comeback ab Herbst/Winter '25 feiert", sagte Piral Dadhania, Analyst bei RBC Capital.

Der Aktienkurs von JD Sports fällt, da auch die Einzelhandelspartner die Hitze zu spüren bekommen

Die Gewinnwarnung von Puma hatte Auswirkungen auf seine Handelspartner.

Die Aktien des britischen Einzelhändlers JD Sports fielen nach der Ankündigung um 2,2%, was die allgemeine Besorgnis über die Gesundheit des Sportartikelsektors widerspiegelt.

Marktbeobachter warten nun auf die Strategie von Hoeld, um das Geschäft zu stabilisieren und das Vertrauen der Anleger wiederherzustellen.

Analysten gehen davon aus, dass die Herausforderungen, vor denen Puma steht, sowohl branchenweit als auch spezifisch für die Marke selbst sind.

Solange Puma keinen klaren Sanierungsplan und eine verbesserte Umsatzdynamik vorlegt, dürfte der Druck auf die Aktie und die Finanzen des Unternehmens anhalten.