Morgan Stanley prognostiziert Volatilität für Match, Bumble im 2. Quartal, da eine Trendwende noch nicht möglich ist
- Morgan Stanley sieht Turbulenzen für Match und Bumble bevorstehen, da sich nur schleppende Anzeichen für eine Trendwende abzeichnen.
- Bumble baut 30 % der Belegschaft ab, hebt die Prognose für das 2. Quartal an und investiert in KI-Matchmaking-Tools.
- Match reduziert Personal und richtet sich an die Generation Z mit Funktionen wie Doppel-Dating und sprachbasierten Flirtspielen.
Morgan Stanley warnte am Montag, dass es für die Online-Dating-Unternehmen Match Group und Bumble im 2. Quartal und 2025 eine "erhöhte Volatilität bei den wichtigsten Leistungsindikatoren und Finanzkennzahlen" prognostiziert, wobei es nur wenige Anzeichen dafür gibt, dass die jüngsten Turnaround-Bemühungen Früchte tragen.
"Die beiden Online-Dating-Unternehmen stehen unter neuer Leitung und legen Wert auf eine schnellere Produktentwicklung und schlankere Abläufe, während sie versuchen, sich auf ein mittelfristiges Nutzerwachstum einzustellen", sagten die Analysten.
Sie fügten jedoch hinzu, dass dies in naher Zukunft zu Turbulenzen bei den wichtigsten Leistungsindikatoren und Finanzkennzahlen führen werde, "zumal die Turnaround-Bemühungen im Jahr 2024 nicht zu nennenswerten Verbesserungen geführt haben".
"Infolgedessen erwarten wir im Quartal nur minimale Anhaltspunkte, die dazu beitragen werden, den Zeitpunkt der Turnarounds oder die Veränderung des Erfolgs zu bestimmen, da die branchenweiten Top-of-Funnel-Trends auf eine weitere Verlangsamung hindeuten", sagten die Analysten.
Beide Unternehmen strukturieren ihre Abläufe als Reaktion auf das veränderte Nutzerverhalten und eine branchenweite Verlangsamung des App-Engagements um.
Das Online-Dating-Segment, einst eine zuverlässige Quelle für Abonnementeinnahmen, stand vor Herausforderungen, die von Inflation und Benutzermüdigkeit bis hin zu einer Sättigung mit ähnlichen Diensten reichten.
Bumble baut Belegschaft ab und hebt Umsatzprognose an
Bumble Inc. hat weitreichende Schritte unternommen, um seine Geschäftstätigkeit neu auszurichten, und kündigte letzten Monat an, dass das Unternehmen im Rahmen einer breit angelegten Kostensenkungsinitiative rund 240 Mitarbeiter – fast 30 % der weltweiten Belegschaft – entlassen wird.
Trotz der Entlassungen hob das Unternehmen seine Umsatzprognose für das zweite Quartal auf eine Spanne von 244 bis 249 Mio. $ an, verglichen mit seiner vorherigen Prognose von 235 bis 243 Mio. $.
Es wird nun erwartet, dass das bereinigte EBITDA zwischen 88 und 93 Millionen US-Dollar liegen wird, gegenüber der früheren Spanne von 79 bis 84 Millionen US-Dollar.
Das Unternehmen erzielte im ersten Quartal einen Umsatz von 247,1 Mio. $ und lag damit leicht über den Schätzungen der Analysten.
Bumble sagte, dass die Umstrukturierung zu einmaligen Kosten in Höhe von 13 bis 18 Millionen US-Dollar führen würde, hauptsächlich in Bezug auf Abfindungen und Leistungen, die im dritten und vierten Quartal verbucht werden sollen.
Dennoch erwartet das Management, dass der Plan jährliche Einsparungen in Höhe von 40 Millionen US-Dollar bringen wird, die in Produkt- und Technologieverbesserungen, einschließlich KI-gesteuerter Matchmaking-Tools, reinvestiert werden.
Die Bumble-Aktie ist seit Jahresbeginn um 0,82% gefallen, während der breitere NASDAQ-Index im gleichen Zeitraum um über 9,6% zugelegt hat.
Match senkt die Kosten, setzt auf KI und Gen-Z-freundliche Funktionen
Im Mai kündigte die Match Group – die Muttergesellschaft von Tinder, Hinge und OkCupid – Pläne an, 13 % ihrer Belegschaft abzubauen.
Dieser Schritt war die erste große strategische Maßnahme unter dem neuen CEO Spencer Rascoff, der im Februar das Amt mit dem Auftrag übernahm, die Nutzerbindung neu zu beleben und rückläufige Trends umzukehren.
Der Umsatz des Unternehmens sank im Märzquartal um 3% auf 831 Mio. $, übertraf aber knapp die Erwartungen der Wall Street.
Match prognostiziert für das zweite Quartal einen Umsatz zwischen 850 und 860 Mio. $ und liegt damit leicht über dem Konsens der Analysten.
Der Aktienkurs der Match Group ist seit Jahresbeginn um etwas mehr als 5% gestiegen, während der breitere NASDAQ-Index im gleichen Zeitraum ein Wachstum von über 9,6% verzeichnet hat.
Als Teil seiner Überarbeitungsstrategie führt Match neue Funktionen für jüngere Benutzer ein, darunter eine "Double Date"-Funktion, mit der sich zwei Freunde mit einem anderen Duo zusammenschließen können.
Berichten zufolge kommt die Funktion bei den Nutzern der Generation Z gut an, wobei 90 % der Double-Date-Profile von Nutzern unter 29 Jahren stammen.
Das Unternehmen stellte auch eine sprachbasierte Spielfunktion namens "Game Game" vor, mit der Benutzer das Flirten mit einem KI-Charakter üben können.
Eine Verengung des Fokus und das KI-Glücksspiel
Angesichts des makroökonomischen Drucks, der die Geldbörsen und die Aufmerksamkeitsspanne der Nutzer unter Druck setzt, setzen sowohl Bumble als auch Match auf künstliche Intelligenz und eine fokussiertere, engagiertere Nutzerbasis, um zukünftiges Wachstum voranzutreiben.
Die Analysten von UBS stellten fest, dass Bumble die Marketingausgaben um 20 Millionen US-Dollar gekürzt hat und sich von leistungsorientierten Marketingstrategien abwendet.
"Es wird erwartet, dass diese Bemühungen das kurzfristige Wachstum der Kostenträger und die Einnahmen belasten werden", sagte UBS, aber sie könnten Bumble besser für die langfristige Stabilität positionieren.
Da sich Dating-Apps an eine neue Phase des langsameren Wachstums und der Skepsis der Nutzer anpassen, könnte sich das Jahr 2025 als entscheidend dafür erweisen, wie sich die Branche neu erfindet – oder sie riskiert, von einer zunehmend anspruchsvollen digitalen Generation nach links gewischt zu werden.
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