Private-Equity-Giganten beschleunigen Vorstoß in den britischen Markt für Pensionsrisikotransfers

  • Brookfield und Apollo treiben 10,7 Mrd. $ an Pensionsübernahmen in Großbritannien voran, da die Unternehmen Pensionsverpflichtungen abbauen.
  • Die Aufsichtsbehörden warnen davor, dass PE-gestützte Versicherer angesichts des steigenden Volumens von Pensionsgeschäften finanzielle Risiken bergen könnten.
  • Die Nachfrage nach britischen Pensionsrisikotransfers könnte bis 2033 500 Mrd. GBP erreichen und globales Privatkapital anziehen.

Private-Equity-gestützte Versicherer verstärken ihre Präsenz auf dem boomenden britischen Markt für Pensionsrisikotransfers und haben allein im vergangenen Monat Geschäfte im Wert von 10,7 Milliarden US-Dollar abgeschlossen.

Da britische Unternehmen weiterhin leistungsorientierte Pensionsverpflichtungen abbauen, um sich wieder auf das Kerngeschäft zu konzentrieren, ist der 1,4 Billionen Pfund (1,8 Billionen US-Dollar) schwere Sektor zu einem lukrativen Ziel für globale Vermögensverwalter wie Brookfield Corp. und Apollo Global Management Inc. geworden.

Strategische Akquisitionen signalisieren wachsenden Appetit

Brookfield Wealth Solutions (BWS) unter der Leitung des Vorstands Sachin Shah hat mit der Übernahme der in London börsennotierten Just Group Plc mit einem Aufschlag von 75 % einen mutigen Einstieg in den Markt geschafft.

Das Unternehmen plant die Fusion von Just mit seiner neu zugelassenen britischen Versicherungssparte Blumont und strebt jährliche Pensionsauskäufe von bis zu 50 Mrd. £ an.

Diese Strategie zielt darauf ab, etablierte Akteure wie Legal & General Group Plc zu übertreffen, die bis 2028 Übernahmen in Höhe von 65 Mrd. £ planen.

In der Zwischenzeit hat das von Apollo unterstützte Unternehmen Athora die Pension Insurance Corp. übernommen, einen bedeutenden Akteur, der zuvor von Investoren wie dem Investmentvehikel des Milliardärs Johann Rupert, HPS Investment Partners, CVC Capital Partners und einer Einheit der Abu Dhabi Investment Authority unterstützt wurde.

Blackstone Inc. ist ebenfalls in den Kampf eingestiegen und kündigte eine Partnerschaft mit L&G an, um private Kreditinvestitionen zu tätigen, die auf Renten zugeschnitten sind.

Diese Schritte erfolgen inmitten von Prognosen des Beratungsunternehmens LCP, dass die Nachfrage nach Pensionsrisikoübertragungen bis 2033 500 Milliarden Pfund erreichen könnte, was enorme Möglichkeiten für alternative Vermögensverwalter schafft, die nach wiederkehrenden Gebühren und neuen Kanälen für den Einsatz von Kapital in privaten Krediten und Infrastruktur suchen.

Regulatorische Kontrolle angesichts wachsender Marktrisiken

Trotz der Begeisterung der Anleger äußern sich die britischen Aufsichtsbehörden besorgt über die breiteren systemischen Risiken, die mit dem Trend verbunden sind.

Die Prudential Regulation Authority (PRA) der Bank of England hat davor gewarnt, dass die zunehmende Praxis, Pensionsverbindlichkeiten bei ausländischen oder mit Private Equity verbundenen Unternehmen rückzuversichern, die finanzielle Verwundbarkeit erhöhen könnte.

Insbesondere beobachtet die PRA Szenarien, in denen ein Abschwung bei PE-besicherten Vermögenswerten die Solvenzquoten senken und die Kündigung von Rückversicherungsverträgen auslösen könnte, was die Versicherer dazu zwingen würde, Risiken wieder zu absorbieren und Vermögenswerte zu niedrigen Preisen zu verkaufen, was ein potenziell destabilisierendes "Recapture"-Ereignis darstellt.

Die Besorgnis wird durch das wachsende regulatorische Unbehagen über die Eignung von Private-Equity-Beteiligungen für den Lebensversicherungssektor angesichts des langfristigen Charakters von Versicherungsverbindlichkeiten und des relativ kurzfristigen Anlagehorizonts von Private-Equity-Unternehmen noch verstärkt.

Der Zusammenbruch des von Cinven unterstützten italienischen Lebensversicherers Eurovita im Jahr 2023 hat die Aufmerksamkeit weiter angeheizt, nachdem das Unternehmen in einer Zeit der Volatilität am Anleihenmarkt die Solvenzanforderungen nicht erfüllt hatte.

Es wird erwartet, dass die Bank of England noch in diesem Jahr die Ergebnisse eines Stresstests veröffentlichen wird, um die Exposition der Versicherer gegenüber solchen Risiken zu bewerten.

Langfristiger Ausblick: Über die Altersvorsorge hinaus

Obwohl erwartet wird, dass der Bereich der leistungsorientierten Altersvorsorge in den nächsten zehn Jahren seinen Höhepunkt erreichen wird, sehen alternative Vermögensverwalter längerfristige Chancen auf dem breiteren Lebensversicherungsmarkt.

Laut Will Keen-Tomlinson, Analyst bei Moody's Ratings, könnten Wachstumssegmente wie Rentenversicherungen für Privatkunden auch bei rückläufigen Risikoübertragungen in der betrieblichen Altersvorsorge anhaltendes Potenzial bieten.

Die britische Kanzlerin Rachel Reeves hat den Markteintritt von Brookfield und Athora öffentlich begrüßt und ihn als Zeichen des Vertrauens der Anleger in die britische Wirtschaft bezeichnet.

Mit dem Zusammentreffen von Wettbewerbsdruck und zunehmender regulatorischer Aufsicht ist der Markt bereit für eine kontinuierliche Entwicklung – und möglicherweise eine weitere Konsolidierung.