Zinssenkungen der BOE bieten wenig Erleichterung, da die britischen Haushalte mit zunehmenden finanziellen Belastungen konfrontiert sind

Zinssenkungen der BOE bieten wenig Erleichterung, da die britischen Haushalte mit zunehmenden finanziellen Belastungen konfrontiert sind
Ananthu C U
02. Aug. 2025, 11:27 AM
  • Zinssenkungen der BOE können den Druck nicht verringern; Die Haushalte verlieren 11 Mrd. GBP angesichts steigender Kredite und sinkender Sparquoten.
  • Die Erleichterung von Hypotheken verzögert sich, da Festzinsgeschäfte Hausbesitzer davon abhalten, von niedrigeren Zinsen zu profitieren.
  • Die Inflation und die langsamen Zinssenkungen begrenzen die Konsumausgaben und belasten die Aussichten auf eine wirtschaftliche Erholung des Vereinigten Königreichs.

Ein Jahr nach Beginn des Zinssenkungszyklus der Bank of England haben die britischen Haushalte noch keine nennenswerte finanzielle Entlastung erlebt.

Trotz vier Zinssenkungen seit Juli 2024 und der Erwartung einer fünften in dieser Woche ist die Belastung für die Verbraucher insgesamt gestiegen, was die Komplexität der Lockerung der Geldpolitik angesichts der anhaltenden Inflation und der strukturellen wirtschaftlichen Herausforderungen unterstreicht.

Die Ersparnisse leiden, da die Zinssenkungen die Hypothekenerleichterungen übertreffen

Eine Bloomberg-Analyse der Daten der Bank of England zeigt, dass britische Haushalte auf Jahresbasis insgesamt 11 Milliarden Pfund (14,5 Milliarden US-Dollar) schlechter gestellt sind als vor einem Jahr.

Die Diskrepanz ist darauf zurückzuführen, dass Banken und Bausparkassen zwar schnell die Zinssätze für Kundeneinlagen gesenkt haben, die Vorteile niedrigerer Hypothekenzinsen jedoch nur langsam zum Tragen kommen.

Sinkende Sparerträge haben die Haushalte im vergangenen Jahr fast 5 Milliarden Pfund gekostet, was sich auf eine Vielzahl von Konten auswirkte, darunter steuerfreie ISAs und verschiedene Einlagenarten.

Der Effektivzins für Termineinlagen ist seit Juli 2024 um 0,4 Prozentpunkte gesunken, während die Sichteinlagen um 0,2 Punkte gesunken sind – und das alles bei einem Sparpool von insgesamt rund 1,8 Billionen Pfund.

Im Gegensatz dazu sind die Kosten für Hypotheken und unbesicherte Kredite jährlich um 6 Mrd. £ gestiegen.

Viele Hausbesitzer sind immer noch an Geschäfte gebunden, die zu höheren Zinssätzen vereinbart wurden, wobei derzeit rund eine Million Kreditnehmer über den geltenden Zinssätzen zahlen.

Die Bank schätzt, dass diese Personen bis zum Ablauf ihrer aktuellen Laufzeiten möglicherweise nicht von einer günstigeren Kreditaufnahme profitieren werden, eine Verzögerung, die sich über die nächsten zwei Jahre erstrecken könnte.

Anhaltender Kostendruck trotz Lockerungszyklus

Der Leitzins der Bank of England lag im Juli 2024 bei 5,25 % – dem höchsten Stand seit der globalen Finanzkrise.

Obwohl die Zentralbank die Zinsen inzwischen auf 4,25% gesenkt hat und voraussichtlich am Donnerstag weitere 25 Basispunkte auf 4% senken wird, bleiben die Auswirkungen auf die finanziellen Bedingungen begrenzt.

Die Verbraucher – die etwa 60 % der britischen Wirtschaft ausmachen – zeigen sich vorsichtig.

Laut der Forschungsgruppe GfK ist der britische Sparindex im Juli auf den höchsten Wert seit 2007 gestiegen, was die zunehmende Präferenz für Sparen gegenüber Ausgaben widerspiegelt.

Dieser Trend wird durch die Befürchtung künftiger Steuererhöhungen nach den von Schatzkanzlerin Rachel Reeves im April eingeführten fiskalischen Maßnahmen noch verstärkt.

Ökonomen weisen darauf hin, dass das langsame Tempo der Zinssenkungen in Verbindung mit ihrer verzögerten Übertragung auf die realen Kreditkosten den beabsichtigten Stimulus abschwächt.

James Smith von ING kommentierte, dass "die Auswirkungen der Zinssenkungen sehr langsam sein werden", insbesondere in einem Umfeld der eisigen geldpolitischen Lockerung.

Inflation und politische Unsicherheit trüben Ausblick

Erschwerend kommt hinzu, dass die Inflation nach wie vor ein dringendes Problem darstellt. Die Preise stiegen im Juli auf ein 17-Monats-Hoch und übertrafen damit die Mai-Prognosen der BOE, was zum Teil auf die Energiekosten und andere einmalige Faktoren zurückzuführen ist.

Auch wenn diese den anhaltenden Inflationsdruck nicht widerspiegeln dürften, bleiben die politischen Entscheidungsträger vorsichtig vor Sekundäreffekten, insbesondere vor Lohnerhöhungen, die die Preisinstabilität verlängern könnten.

Der Effektivzins für den britischen Hypothekenbestand in Höhe von 1,7 Billionen Pfund ist im vergangenen Jahr trotz der Lockerungsbemühungen der Zentralbank um fast 0,2 Prozentpunkte gestiegen.

Diese Diskrepanz zeigt, wie das Erbe früherer Zinserhöhungen weiterhin auf den Haushalten lastet.

Mit Blick auf die Zukunft erwarten Märkte und Analysten, dass die BOE ihr derzeitiges Tempo einer Zinssenkung pro Quartal fortsetzen und den Leitzins bis zum Frühjahr 2026 auf rund 3,5% senken wird.

Da die Inflation jedoch nach wie vor hoch ist und die Verbraucherstimmung gedämpft ist, könnte der geldpolitische Kurs den angeschlagenen Haushalten kurzfristig nur eine begrenzte Erleichterung bieten.