Nvidias Comeback in China sieht sich trotz H20-Exportrückgang mit schrumpfendem Marktanteil von KI-Chips konfrontiert

Nvidias Comeback in China sieht sich trotz H20-Exportrückgang mit schrumpfendem Marktanteil von KI-Chips konfrontiert
Diya Poddar
04. Aug. 2025, 12:43 PM
  • Die inländischen Rivalen Huawei, Cambricon und Hygon gewinnen während des Verbots an Boden.
  • Peking stellt H20-Chips wegen möglicher Sicherheitsrisiken durch die Hintertür in Frage.
  • Die USA könnten "gleitende" Exportkontrollen einführen, um die Hebelwirkung aufrechtzuerhalten.

Nvidia bereitet sich darauf vor, mit seinen H20-Prozessoren wieder in den chinesischen Markt für KI-Chips einzusteigen, nachdem die Trump-Regierung im April beschlossen hat, die Exportbeschränkungen aufzuheben.

Während der Schritt einen Teil der Milliardenverluste ausgleichen könnte, die das Unternehmen Anfang des Jahres gemeldet hatte, warnen Analysten, dass das US-Unternehmen Schwierigkeiten haben könnte, seine frühere Dominanz zurückzugewinnen.

Bernstein prognostiziert, dass der Marktanteil von Nvidias KI-Chips in China von 66 % im Jahr 2024 auf 54 % im Jahr 2025 sinken wird, da die inländischen Konkurrenten ihre Position stärken.

Es wird erwartet, dass die behördliche Prüfung durch Peking und der rasante Aufstieg chinesischer KI-Chiphersteller die Rückkehr von Nvidia in einen Markt, den das Unternehmen einst dominierte, weiter erschweren werden.

H20-Chips werden wieder verkauft, sehen sich aber einem harten Wettbewerb ausgesetzt

Die Exportfreigabe folgt auf die Ankündigung der Regierung über einen neuen, "vollständig konformen" KI-Chip made for China.

Nvidia hatte auf die Rücknahme gedrängt, wobei CEO Jensen Huang argumentierte, dass die Exportkontrollen die Technologieführerschaft der USA behindern und die langfristige globale Position des Unternehmens bedrohen.

Bernsteins Analyse deutet jedoch darauf hin, dass das Comeback von Nvidia durch das Wachstum chinesischer Firmen wie Huawei, Cambricon und Hygon gedämpft wird, die während des Exportverbots Marktanteile gewonnen haben.

Das Brokerhaus schätzt, dass Chinas Lokalisierungsquote bei KI-Chips von 17 % im Jahr 2023 auf 55 % im Jahr 2027 steigen wird, wodurch die Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten verringert und das Gleichgewicht des technologischen Einflusses in der Branche verschoben wird.

Politischer Wandel in den USA könnte den langfristigen Marktzugang beeinflussen

Bernsteins Projektionen gehen davon aus, dass die derzeitigen US-Exportkontrollen weitgehend unverändert bleiben.

Bei einer weiteren Lockerung der Beschränkungen könnten US-Unternehmen in China stärker Fuß fassen.

Die Rhodium Group hat angedeutet, dass eine "gleitende" Exportpolitik entstehen könnte, die mehr Chipverkäufe nach China ermöglicht, um den geopolitischen Einfluss der USA zu erhalten und der inländischen Konkurrenz entgegenzuwirken.

Beamte der Trump-Regierung haben die Wiederaufnahme der H20-Exporte als Teil umfassenderer Handelsgespräche bezeichnet.

Einige Analysten, wie Daniel Newman von der Futurum Group, glauben zwar, dass sich Nvidia schneller erholen könnte, weisen aber auch darauf hin, dass Kunden, die sich an inländische chinesische Chips angepasst haben, möglicherweise nicht zurückkehren werden, insbesondere wenn sich die lokalen Alternativen weiterhin schnell verbessern.

Pekings Prüfung stellt weitere Hürde dar

Selbst mit dem erneuten Marktzugang sieht sich Nvidia in China einer neuen Aufsicht ausgesetzt.

Die Cyberspace Administration of China bestätigte, dass sich Vertreter von Nvidia am Donnerstag mit Beamten in Peking getroffen haben, um die nationalen Sicherheitsrisiken im Zusammenhang mit den H20-Chips zu erörtern.

Die Behörden äußerten Bedenken über mögliche "Hintertüren", die es US-Unternehmen ermöglichen könnten, auf die Auftragsverarbeiter zuzugreifen oder diese zu kontrollieren.

Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem die USA ein Gesetz erwägen, das Halbleiterhersteller dazu verpflichtet, Sicherheitsmechanismen und Standortverifizierung in fortschrittliche KI-Chips einzubauen.

Nvidia hat bestritten, dass seine Produkte solche Schwachstellen enthalten, und erklärt, dass das H20 alle regulatorischen und Compliance-Anforderungen für den chinesischen Markt erfüllt.

Inländischer Vorstoß für KI-Unabhängigkeit

Pekings regulatorische Haltung signalisiert ein anhaltendes Streben nach Autarkie bei der KI-Infrastruktur, selbst wenn die ausländische Chipversorgung wieder aufgenommen wird.

Branchenexperten erwarten, dass die chinesische Regierung die Anreize und die politische Unterstützung für inländische Chiphersteller aufrechterhält und sicherstellt, dass die Lokalisierung eine strategische Priorität bleibt.

Die Betonung einheimischer Technologien könnte es für ausländische Unternehmen in den kommenden Jahren immer schwieriger machen, verlorene Marktanteile zurückzugewinnen.