Aktienkurs von Diageo steigt, nachdem das Unternehmen trotz schwierigem Umfeld solide Jahresergebnisse meldet

Aktienkurs von Diageo steigt, nachdem das Unternehmen trotz schwierigem Umfeld solide Jahresergebnisse meldet
Vatsala Gaur
05. Aug. 2025, 11:26 AM
  • Diageo meldet besser als erwarteten Gewinn für das Geschäftsjahr 2025, Aktien steigen um über 6%.
  • Die Zollkosten werden derzeit auf 200 Millionen US-Dollar geschätzt; Ziel für Kosteneinsparungen auf 625 Millionen US-Dollar angehoben.
  • CEO-Suche nach plötzlichem Ausscheiden der Führung im Gange.

Diageo, das weltweit größte Spirituosenunternehmen, meldete am Dienstag einen stärker als erwarteten Gewinn für das im Juni 2025 endende Geschäftsjahr, was seine Aktien im frühen Londoner Handel um über 6% steigen ließ.

Der britische Getränkekonzern prognostizierte auch für das Geschäftsjahr 2026 einen flachen Umsatz für das Gesamtjahr, was dazu beitrug, die Nerven der Anleger nach Monaten der Unsicherheit im Zusammenhang mit der schwächeren Nachfrage, Veränderungen im Management und zunehmenden Handelsspannungen zu beruhigen.

Die Ergebnisse verschafften den Anlegern eine gewisse Erleichterung nach einer turbulenten Zeit, die von fallenden Aktienkursen, einem plötzlichen Abgang des CEO und Sorgen über US-Zölle auf Spirituosen geprägt war.

Trotz eines Verlusts von 200 Mio. $ durch Zölle zeigte sich die Gewinnentwicklung des Unternehmens widerstandsfähig, was darauf hindeutet, dass die Turnaround-Bemühungen greifen könnten.

Führungswechsel inmitten von Kostensenkungsplänen

Diageo ist nach dem unerwarteten Ausscheiden von Debra Crew im vergangenen Monat immer noch ohne festen CEO.

Interims-CEO Nik Jhangiani sagte gegenüber Reportern, dass der Vorstand schnell einen Nachfolger finde, wobei eine Entscheidung bis Ende Oktober erwartet werde.

Auf der Suche ist auch ein neuer Finanzchef.

Unter der Führung von Crew hatte das Unternehmen im Mai eine Strategie zur Kostensenkung und Veräußerung von Vermögenswerten vorgestellt, die darauf abzielt, bis 2028 625 Millionen US-Dollar einzusparen.

Dieses Ziel wurde nun um 125 Millionen US-Dollar angehoben, um weitere betriebliche Effizienzsteigerungen widerzuspiegeln.

Diageo plant auch umfangreiche Verkäufe von Vermögenswerten, um die Abläufe zu rationalisieren.

Jhangiani behielt einen vorsichtig optimistischen Ton bei und erklärte: "Wir haben geliefert, was wir versprochen haben", räumte aber ein, dass noch mehr Arbeit erforderlich sei, um das volle Potenzial des Unternehmens auszuschöpfen.

Umsatz unter Druck, da sich die Verbrauchergewohnheiten ändern

Wie viele in der Branche sieht sich auch Diageo weiterhin mit erheblichem Gegenwind durch eine Kombination aus hohen Zinsen, Inflation und verändertem Verbraucherverhalten konfrontiert.

Diese Faktoren haben zu einem anhaltenden Rückgang der Spirituosenverkäufe beigetragen, insbesondere in Schlüsselmärkten wie den USA.

Das Unternehmen hatte auch mit der zunehmenden Konkurrenz durch Alternativen wie mit Cannabis angereicherte Getränke und den Auswirkungen neuer Medikamente zur Gewichtsabnahme zu kämpfen, die den Alkoholkonsum in bestimmten Bevölkerungsgruppen gedämpft haben.

Ergebnisse nicht bemerkenswert, aber im Rahmen der Erwartungen: Analysten

Die Aktien von Diageo sind allein im Jahr 2025 um etwa 30 % gefallen, was die allgemeinen Bedenken der Anleger widerspiegelt.

Seit ihrem Höchststand im Jahr 2022 ist die Aktie stetig gesunken, da der Boom nach der Pandemie nachgelassen hat.

Trotz dieser Herausforderungen sahen die Analysten die jüngsten Ergebnisse von Diageo weitgehend im Rahmen der Erwartungen.

"Die Ergebnisse mögen nicht großartig sein, aber sie erfüllen die wichtigsten Kriterien von Basiskonsumgüterunternehmen - sie haben zumindest die Erwartungen erfüllt", sagte RBC Capital Markets in einer Mitteilung.

Mit Blick auf die Zukunft erwartet Diageo in der ersten Hälfte des GJ2026 einen leichten Rückgang des organischen Umsatzes, wobei in der zweiten Hälfte eine stärkere Leistung erwartet wird.

Die tarifbezogenen Kosten werden sich nun für das Jahr auf insgesamt 200 Millionen US-Dollar belaufen, gegenüber der vorherigen Schätzung von 150 Millionen US-Dollar.

Auch wenn die Verhandlungen zwischen Washington und der EU über eine mögliche Zollerleichterung weitergehen, wird Diageo ein schwieriges externes Umfeld bewältigen und gleichzeitig intern und extern Vertrauen wiederherstellen müssen.