Brasiliens Lula und Chinas Xi versprechen engere Zusammenarbeit mit den BRICS-Staaten und suchen nach neuen Handelsmöglichkeiten

Brasiliens Lula und Chinas Xi versprechen engere Zusammenarbeit mit den BRICS-Staaten und suchen nach neuen Handelsmöglichkeiten
Noris Soto
12. Aug. 2025, 17:27 PM
  • Lula und Xi bekräftigten die BRICS-Staaten und die G20 als wichtige Plattformen, um den Multilateralismus zu verteidigen und sich gegen Handelsmaßnahmen zu wehren.
  • Beide Staatsoberhäupter einigten sich darauf, die bilateralen Beziehungen auszubauen, wobei die Landwirtschaft im Mittelpunkt des Handels zwischen China und Brasilien stehen soll.
  • Xi bezeichnete die Beziehungen als stärkste und forderte gemeinsame Anstrengungen zur Bewältigung der globalen Herausforderungen, einschließlich der Ukraine.

Am Montag führte der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ein einstündiges Telefonat mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping, in dem es um die Rolle der BRICS-Staaten in der sich verändernden Weltordnung und ihre Handelsbeziehungen in den nächsten Jahren ging.

Laut Kommentaren, die sowohl der brasilianischen Präsidentschaft als auch den chinesischen Staatsmedien zugeschrieben werden, bekräftigten die Staats- und Regierungschefs ihre Absicht, den Multilateralismus durch Foren wie die G20 und die BRICS-Staaten zu stärken.

Der Anruf unterstrich die gemeinsame Haltung beider Länder zur Wahrung der multilateralen Zusammenarbeit in einer Zeit eskalierender geopolitischer Spannungen.

Im Rückblick auf die Gespräche stellte Lulas Büro fest, dass sich die beiden Präsidenten einig seien, dass diese Foren "von grundlegender Bedeutung für die Förderung des Dialogs zwischen den Ländern" seien und "um die Einführung einseitiger Maßnahmen im Welthandel und in der Politik zu vermeiden".

Geschäftsbeziehungen und neue Chancen

Über die politische Zusammenarbeit hinaus konzentrierte sich die Debatte auf das wachsende Geschäftspotenzial zwischen Brasilien und China.

Der brasilianische Vorsitz betonte, dass beide Staats- und Regierungschefs ihre Bereitschaft zeigten, neue Bereiche der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zu erschließen und gleichzeitig die bestehenden starken Handelsströme auszubauen.

Die Landwirtschaft bleibt ein Eckpfeiler der Partnerschaft, wobei China der weltweit größte Importeur von Sojabohnen ist, von denen die meisten aus Brasilien stammen.

Brasilianische Kaffeeexporteure haben in letzter Zeit ihre Position auf dem chinesischen Markt gestärkt, was zum Teil auf die von den Vereinigten Staaten verhängten Zölle zurückzuführen ist, die die Handelsmuster umgelenkt haben.

Zollstreitigkeiten und BRICS-Solidarität

Lula kündigte letzte Woche an, dass er ein Gespräch mit den BRICS-Staaten über den Umgang mit Trumps Zöllen aufnehmen werde, nachdem Trump die Gruppe als "antiamerikanisch" bezeichnet und ihnen mit weiteren Steuern gedroht hatte.

Die BRICS-Staaten seien eine wichtige Plattform für die Konsensbildung im globalen Süden, sagte Xi laut einem staatlichen Medienbericht.

Er erwähnte, dass China bereit sei, mit den nationalen Behörden in Brasilien zusammenzuarbeiten, um mit gutem Beispiel voranzugehen und gleichzeitig ein klares Signal der "Solidarität und Eigenständigkeit" zu senden.

Peking unterstützte Brasilien letzte Woche bei der Ablehnung dessen, was es als "schikanierendes Verhalten" bei hohen Zöllen bezeichnete, ohne die Vereinigten Staaten direkt zu nennen.

Strategische Partnerschaft auf einem Höhepunkt

Xi beschrieb die chinesisch-brasilianischen Beziehungen laut Xinhua als auf dem Höhepunkt ihrer Geschichte befindlich.

Die beiden Länder haben ein konsequentes diplomatisches Engagement gepflegt und bei Problemen wie Handel, Klima und Weltordnungspolitik zusammengearbeitet.

Neben wirtschaftlichen Problemen diskutierten Xi und Lula auch über größere geopolitische Themen wie den Ukraine-Konflikt.

Xi betonte die Bedeutung gemeinsamer Anstrengungen, um politische Lösungen für globale Krisen zu fördern, und stellte Brasilien und China als Befürworter von Verhandlungen und friedlicher Lösung auf.

Ausblick auf die Zusammenarbeit

Das Gespräch zwischen Lula und Xi ist ein Zeichen dafür, dass die Beziehungen zwischen Brasilien und China in Bewegung bleiben, da sich die beiden Regierungen durch die Verteidigung der Werte des Multilateralismus und des gegenseitigen Nutzens vom wachsenden Einfluss der Vereinigten Staaten entfremden.

Beide Staaten teilen den Fokus auf Landwirtschaft und neue Handelsmöglichkeiten, was auf eine noch tiefere Handelsbeziehung hindeutet, während die BRICS-Staaten die zentrale Geografie für ihre koordinierten geopolitischen Aktivitäten bleiben.

Angesichts der zunehmenden Enge des globalen Wirtschaftsklimas durch Zollmauern und Handelsspannungen scheinen beide Staatschefs entschlossen zu sein, ihre Partnerschaft zu nutzen, um den Marktzugang zu stärken, die Süd-Süd-Zusammenarbeit voranzutreiben und den politischen Einfluss in multilateralen Institutionen auszuweiten.

Die Angleichung zeigt auch, wie sich die BRICS-Staaten in die globale Ordnung entwickeln wollen.

Sowohl für Brasilien als auch für China ist die Gruppe mehr als nur eine wirtschaftliche Plattform.

Es dient als Werkzeug, um sich weiter als Teil eines multipolaren Systems zu positionieren.

Vereint durch gemeinsame Interessen und vor dem Hintergrund der Rivalität kann ihre echte Partnerschaft zu einer Blaupause für andere Schwellenländer werden, die sich an die neue geoökonomische Realität anpassen wollen.