Chinas petrochemischer Sektor steht angesichts der Expansion vor Gewinnrückgang

Chinas petrochemischer Sektor steht angesichts der Expansion vor Gewinnrückgang
Sayantan Sarkar
14. Aug. 2025, 11:46 AM
  • Chinas Ethylenkapazität wird bis 2028 voraussichtlich 100 Millionen Tonnen erreichen und um 50 % steigen.
  • Trotz Expansion erodieren der verschärfte Wettbewerb und das verlangsamte Nachfragewachstum die Gewinnmargen.
  • China sieht sich mit einem intensiven Wettbewerb konfrontiert, der Gewinne vernichtet, um die Industriemärkte zu stabilisieren.

Chinas Petrochemiesektor rechnet mit einem deutlichen Wachstum in einem Schlüsselsegment, das bis 2028 um fast 50 % wachsen soll.

Diese Expansion wird trotz des verschärften Wettbewerbs innerhalb der Raffinerieindustrie im Allgemeinen stattfinden, was sich laut einem Bericht von Reuters negativ auf die Gewinnmargen auswirkt.

Li Suoshan, eine Führungskraft bei einem Chemielogistikunternehmen im Besitz von Sinopec, kündigte am Donnerstag auf einer Konferenz in der chinesischen Provinz Jiangsu an, dass die Kapazität für Ethylen – einen wichtigen Bestandteil von Kunststoffen – zwischen 2025 und 2028 voraussichtlich um 40 Millionen Tonnen auf eine Gesamtkapazität von 100 Millionen Tonnen steigen wird.

Nachfragewachstum dürfte sich verlangsamen

Das Nachfragewachstum bei traditionellen Petrochemikalien wird sich den Prognosen zufolge in den nächsten fünf Jahren verlangsamen. Es wird erwartet, dass diese Verlangsamung im Jahr 2025 zu schwachen Margen führen wird, wobei mit einem weiteren Gewinnrückgang gerechnet wird.

Da Chinas Raffineriesektor mit Überkapazitäten und einer schwächelnden Wirtschaft zu kämpfen hat, verlagern viele Raffinerien ihren Fokus auf petrochemische Produkte.

Dieser Schritt ist auf die schwindende Kraftstoffnachfrage zurückzuführen, die eine direkte Folge der zunehmenden Einführung von Elektrofahrzeugen ist.

Dieser Anstieg der petrochemischen Produktion ist zwar ein strategischer Wendepunkt für die Raffinerien, führt aber paradoxerweise zu einem deutlichen Rückgang der Preise für Petrochemikalien.

Das erhöhte Angebot, das die Verluste aus dem Verkauf traditioneller Kraftstoffe ausgleichen soll, führt zu einem Überangebot auf dem petrochemischen Markt und damit zu einer Erosion der Gewinnmargen in diesem neuen Segment.

Fu Xiangsheng, stellvertretender Vorsitzender der China Petroleum and Chemical Industry Federation, berichtete auf der Konferenz, dass die Verluste in der Raffinerie und in der Petrochemie im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr um 8,3% gestiegen sind.

Er wies auch darauf hin, dass beide Sektoren eine "Involution" erleben, ein Begriff, der in China weit verbreitet ist, um einen intensiven Wettbewerb zu beschreiben, der die Gewinne zunichte macht.

Chinas Feldzug

China intensiviert seine Kampagne gegen den "ungeordneten Niedrigpreiswettbewerb", eine politische Initiative, die darauf abzielt, übermäßige Preissenkungen und nicht nachhaltiges Wachstum in verschiedenen Industriesektoren einzudämmen.

Diese verschärfte Rhetorik unterstreicht Pekings wachsende Besorgnis über mögliche Marktverzerrungen und die langfristige Gesundheit seiner heimischen Industrien, insbesondere in Gebieten, die anfällig für Überkapazitäten sind.

Ein Paradebeispiel für diese Politik ist der Polysiliziumsektor, ein grundlegender Bestandteil bei der Herstellung von Solarmodulen.

Die Branche hat bereits proaktive Schritte unternommen, indem sie Pläne zur deutlichen Reduzierung der Produktionskapazität vorgeschlagen und mit der Umsetzung begonnen hat.

Dieser Schritt ist eine direkte Reaktion auf das Drängen der Regierung auf ein disziplinierteres Marktverhalten und soll die negativen Auswirkungen des Überangebots, wie z. B. sinkende Preise und verminderte Rentabilität für die Hersteller, abmildern.

Ziel ist es, ein stabileres und nachhaltigeres Marktumfeld für Polysiliziumproduzenten zu fördern, das anhaltende Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit der Branche auf globaler Ebene zu gewährleisten und gleichzeitig ruinöse Preiskämpfe zu vermeiden.

Die Bestimmung, wie viel Kapazität auf welche Weise abgebaut werden soll, stellt in China jedoch eine große Herausforderung dar, da die lokalen Regierungen häufig Eigeninteressen an Großprojekten haben.

Fu plädiert für einen nuancierten Ansatz bei der Schließung von Raffinerien und lehnt pauschale Regeln ab, die auf Größe, Auslastung oder Rentabilität basieren. Er schlägt vor, dass solche Entscheidungen eine Mischung aus staatlicher Politik und Marktdynamik sein sollten.

Er rechnet auch mit einem zukünftigen Anstieg der Preise für Petrochemie, da China die "Involution" angeht, obwohl er keinen Zeitplan nannte.

"Die Verbände der petrochemischen Industrie sind dabei, Umfragen durchzuführen und Feedback einzuholen", wird Yang Lin, leitender Petrochemie-Analyst bei Guosen Securities, in dem Bericht zitiert.