Dürrekrise in Großbritannien führt zu Forderungen, alte E-Mails zu löschen, wodurch Millionen Liter Wasser gespart werden

Dürrekrise in Großbritannien führt zu Forderungen, alte E-Mails zu löschen, wodurch Millionen Liter Wasser gespart werden
Diya Poddar
14. Aug. 2025, 10:48 AM
  • Rechenzentren können jährlich bis zu 26 Millionen Liter Wasser verbrauchen.
  • Historische Stätten tauchen wieder auf, wenn die Flussbetten austrocknen.
  • Das heiße Wetter wird voraussichtlich bis Ende August anhalten.

Die schwerste Dürre in England seit Jahrzehnten hat die britische Regierung dazu veranlasst, die Bürger aufzufordern, alte E-Mails und ungenutzte digitale Dateien zu löschen, um Wasser zu sparen.

Der Appell ist Teil einer umfassenderen Bemühung, das anzugehen, was die Umweltbehörde zu einem "national bedeutsamen Vorfall" erklärt hat, bei dem in mehreren Regionen Schlauchverbote gelten und Flüsse austrocknen.

Beamte warnen davor, dass das digitale Durcheinander jährlich Millionen von Litern Wasser durch den Betrieb von Rechenzentren verbraucht, die stark auf Wasser zur Kühlung angewiesen sind.

Der Schritt unterstreicht einen unerwarteten Zusammenhang zwischen der Wasserkrise des Landes, dem technologischen Wachstum und den wachsenden Anforderungen der digitalen Wirtschaft.

Digitale Datenspeicherung und Wasserverbrauch

Rechenzentren, in denen E-Mails, Fotos und andere Online-Dateien gespeichert sind, müssen ständig gekühlt werden, um effektiv zu funktionieren.

Laut Zahlen, die in The Verge zitiert werden, kann ein 1-Megawatt-Rechenzentrum bis zu 26 Millionen Liter Wasser pro Jahr verbrauchen, wobei ältere Verdunstungskühlsysteme noch mehr verbrauchen.

Obwohl Unternehmen mit Alternativen wie flüssigkeitsgekühlten Servern, regenerativ betriebenen Anlagen und Unterwasserspeicherinfrastrukturen experimentieren, sind diese Methoden noch lange nicht zur Standardpraxis geworden.

Die britischen Behörden ermutigen die Öffentlichkeit nun, unnötige digitale Speicher zu reduzieren, um diesen versteckten Wasserverbrauch zu senken und den Druck auf die bereits angespannten Ressourcen zu verringern.

Regionen mit Dürrebeschränkungen

Mehrere Gebiete, darunter Yorkshire, Cumbria, Lancashire, Greater Manchester, Merseyside, Cheshire, die East Midlands und die West Midlands, wurden offiziell zur Dürre erklärt.

Andere Regionen wie der Nordosten, Lincolnshire und Northamptonshire, East Anglia, Thames, Wessex, Solent und die South Downs erleben "anhaltend trockenes Wetter", ein Stadium kurz vor der formellen Einstufung der Dürre.

Die National Drought Group hat den Bürgern geraten, Wassersparmaßnahmen zu ergreifen, von der Reparatur undichter Wasserhähne bis hin zur Begrenzung des Wasserverbrauchs im Freien.

In Yorkshire gilt ein vollständiges Schlauchverbot, wobei Thames Water, South East Water und Southern Water postleitzahlenspezifische Beschränkungen durchsetzen, um die schwindenden Vorräte zu bewältigen.

Klimafolgen und sichtbare Veränderungen

Die Dürre hat historische Strukturen wie längst überflutete Brücken freigelegt, während die Landwirte aufgrund von ausgetrockneten Böden und reduzierter Bewässerungskapazität mit geringeren Ernteerträgen konfrontiert sind.

Chefmeteorologe Dr. Will Lang vom Met Office hat davor gewarnt, dass die Temperaturen in Teilen Südenglands die Mitte der 30er erreichen könnten, wobei bis Ende August heiße und trockene Bedingungen erwartet werden.

Diese Wettermuster erhöhen den Druck auf die Wasserversorgung, geben Anlass zur Sorge über Schäden an den Ökosystemen und führen zu dringenden Diskussionen über Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel in ganz Großbritannien.

Maßnahmen von Regierungen und Behörden

Die Umweltagentur drängt auf sofortige Verhaltensänderungen neben der Infrastrukturplanung, um die zukünftigen Klimaherausforderungen anzugehen. Der Fokus liegt sowohl auf physischen Konservierungsmaßnahmen als auch auf weniger offensichtlichen Schritten wie der Reduzierung des digitalen Speichers.

Die Behörden betonen, dass selbst kleine Maßnahmen, die gemeinsam ergriffen werden, dazu beitragen könnten, den Gesamtbedarf an Wassersystemen zu senken, die Gesundheit der Flüsse und die Tierwelt während längerer Trockenperioden zu schützen und gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit gegen zukünftige Dürreereignisse zu stärken.