Weizenpreise mit Gegenwind durch sinkende Maispreise und starke deutsche Ernte

Weizenpreise mit Gegenwind durch sinkende Maispreise und starke deutsche Ernte
Sayantan Sarkar
19. Aug. 2025, 12:37 PM
  • Die Weizenpreise bleiben trotz Abwärtskorrekturen bei den Endbeständen in den USA und weltweit niedrig.
  • Die starke deutsche Weizenernte und die fallenden Maispreise tragen zur bärischen Stimmung bei.
  • Analysten gehen davon aus, dass sich die Weizenpreise trotz der aktuellen Marktschwäche bald erholen werden.

Trotz neuer Prognosen des US-Landwirtschaftsministeriums in der vergangenen Woche bewegen sich die Weizenpreise weiterhin in der Nähe ihres Tiefststands, ohne dass es neue Indikatoren gibt, die die anhaltende Schwäche erklären könnten.

Die Aussichten für die US-Weizenernte im kommenden Erntejahr 2025-26 sind unerschütterlich, wobei die ursprünglichen Prognosen trotz unterschiedlicher globaler Marktdynamiken konstant bleiben.

Knapperes Angebot

Die Prognosen für die Endbestände an US-Weizen für den gleichen Zeitraum wurden jedoch erheblich angepasst.

Diese Endbestände, d. h. die am Ende des Erntejahres nach Deckung der gesamten Nachfrage verbleibende Weizenmenge, wurden leicht nach unten korrigiert. Diese geringfügige, aber signifikante Korrektur deutet auf eine potenziell angespanntere Angebotssituation hin, als ursprünglich in den USA erwartet.

Darüber hinaus ist diese Abwärtskorrektur der Endbestände kein Einzelfall. Ähnliche Anpassungen wurden in anderen großen weizenexportierenden Ländern auf der ganzen Welt beobachtet.

Dieser weit verbreitete Trend bei wichtigen globalen Lieferanten deutet auf eine potenziell geringere Verfügbarkeit von Weizen auf dem internationalen Markt hin.

"Gegenwind kam jedoch von sinkenden Maispreisen, die aufgrund der deutlich nach oben revidierten Prognose des USDA für die US-Ernte unter Druck standen", sagte Carsten Fritsch, Rohstoffanalyst bei der Commerzbank AG, in einem Bericht.

Bärische Stimmung aus Deutschland

Unterdessen kam in Deutschland aufgrund unerwartet starker Ernteergebnisse eine rückläufige Stimmung für die Weizenpreise.

Der Deutsche Genossenschaftsverband (DRV) meldete eine prognostizierte Weizenernte von 22,4 Millionen Tonnen, was einer deutlichen Steigerung von 20 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Diese Prognose entspricht auch einer Aufwärtskorrektur von fast 1 Million Tonnen gegenüber der Juli-Schätzung.

Entscheidend war, dass sich die Besorgnis über mögliche Schäden durch Regenfälle während der Erntezeit als weniger schwerwiegend erwies als erwartet, was zu den positiven Aussichten beitrug und in der Folge die Weizenpreise nach unten drückte.

Während es einen leichten Rückgang bei Qualitätsmerkmalen wie dem Proteingehalt und sinkenden Hagberg-Zahlen gegeben habe, sei die Verschlechterung nicht so stark wie ursprünglich erwartet, sagte Fritsch.

Eine abschließende Bewertung kann noch nicht vorgenommen werden, da die Ernte, wie die DRV feststellt, noch im Gange ist.

Fritsch sagt:

Sojabohnenpreise steigen

Unterdessen sind die Sojabohnenpreise in der vergangenen Woche deutlich gestiegen.

Dieser Anstieg sei vor allem auf den optimistischen Ausblick von US-Präsident Donald Trump auf einen deutlichen Anstieg der Sojabohnenkäufe durch China zurückzuführen, gepaart mit der unvorhergesehenen Senkung der US-Ernteprognose des USDA, sagte Fritsch.

Der Hauptgrund für den unerwarteten Anstieg der prognostizierten Maisanbaufläche war ein entsprechender Rückgang der Sojaanbaufläche.

Trotz einer Aufwärtskorrektur der Erträge pro Hektar dürfte das Erntevolumen in den USA nun mit knapp 4,3 Milliarden Scheffel leicht niedriger ausfallen als bisher erwartet. Dies liegt daran, dass die Revision nicht ausreichte, um andere Faktoren auszugleichen.

Fritsch fügte hinzu: