Wie lange dauert es, bis sich der Immobilienmarkt erholt? Redfin-CEO äußert sich

Wie lange dauert es, bis sich der Immobilienmarkt erholt? Redfin-CEO äußert sich
Wajeeh Khan
22. Aug. 2025, 12:23 PM
  • Die Verkäufe bestehender Eigenheime stiegen im Juli um 2 %, was auf eine leichte Erholung der Käufer hindeutet.
  • Ein langsameres Preiswachstum und niedrigere Hypothekenzinsen verringern den Erschwinglichkeitsdruck.
  • Die Erholung ist regional unterschiedlich, wobei sich die Märkte im Sun Belt abkühlen, während der Mittlere Westen stabil bleibt.

Die Verkäufe bestehender Eigenheime in den USA stiegen im Juli um 2 %, was auf eine leichte Erholung der Käuferaktivität hindeutet.

Das Wachstum der Eigenheimpreise verlangsamte sich jedoch auf nur 0,2 % für den Monat, selbst als die Lagerbestände den höchsten Stand seit Mai 2020 erreichten.

Während die Erschwinglichkeit nach wie vor eine Herausforderung darstellt, sagt Glenn Kelman, CEO von Redfin, dass der Immobilienmarkt Anzeichen einer Erholung zeigt, da niedrigere Hypothekenzinsen und niedrigere Preise den Käufern eine gewisse Erleichterung bieten.

Hypothekenerleichterungen drängen Hauskäufer zurück

In einem CNBC-Interview diese Woche sagte Glenn Kelman, CEO von Redfin, dass selbst bescheidene Rückgänge der Hypothekenzinsen spürbare Auswirkungen haben.

Mit leicht sinkenden Zinsen spart der durchschnittliche Käufer jetzt rund 20.000 US-Dollar beim Hauskauf und 200 US-Dollar pro Monat bei Hypothekenzahlungen.

Diese finanzielle Atempause ermutigt mehr Käufer, wieder in den Markt einzusteigen. Kelman geht davon aus, dass sich diese Dynamik in den nächsten 6-9 Monaten allmählich aufbauen wird.

Während die Erschwinglichkeit nach wie vor eine Hürde darstellt, schafft die Kombination aus langsamerem Preiswachstum und niedrigeren monatlichen Kosten ein günstigeres Umfeld.

Redfin meldet einen Anstieg der geschriebenen Angebote um bis zu 35 %, was darauf hindeutet, dass das Vertrauen der Käufer zurückkehrt, wenn auch von einem historisch niedrigen Niveau aus.

Bestandstrends stabilisieren den Markt

Laut CEO Glenn Kelman kam es auf dem Wohnungsmarkt im Laufe des Sommers zu einem seltenen Aufbau von Beständen, wobei der Verkauf von Häusern länger dauerte – durchschnittlich sechs Wochen im Vergleich zu fünf Wochen im letzten Jahr.

Diese Verschiebung führte zu einer Preisabschwächung, insbesondere in überhitzten Sun Belt-Märkten wie Texas und Florida. Die Verkäufer ziehen sich nun jedoch angesichts der allgemeinen wirtschaftlichen Unsicherheit zurück und verlangsamen das Bestandswachstum auf den niedrigsten Stand seit 17 Monaten.

Kelman beschreibt die aktuelle Landschaft als "ziemlich ausgewogen", da weder Käufer noch Verkäufer dominieren.

Während die Lücke bei der Erschwinglichkeit nach wie vor groß ist, trägt die Stabilisierung der Bestands- und Preisdynamik dazu bei, einen vorhersehbareren und navigierbareren Markt für Käufer zu schaffen.

Regionale Unterschiede prägen das Käuferverhalten

In "Money Movers" wies Kelman auch darauf hin, dass die Geografie eine entscheidende Rolle bei der ungleichmäßigen Erholung des Immobilienmarktes spielt.

In Städten wie Pittsburgh, Milwaukee und Cleveland bleiben die Hauspreise stabil, während die Metropolen des Sun Belt wie Dallas, Orlando und Tampa einen bemerkenswerten Preisrückgang verzeichnen.

In Florida schrecken die steigenden Kosten für Hausratversicherungen – die manchmal die Hypothekenzahlungen übersteigen – Käufer ab und kühlen die Nachfrage ab.

Kelman merkt an, dass die Kosten für Wohneigentum heute von drei Faktoren abhängen: Hypothekenzinsen, Hauspreise und Versicherungsprämien.

Da klimabedingte Risiken die Versicherungskosten in die Höhe treiben, insbesondere in katastrophengefährdeten Gebieten, werden die Käufer vorsichtiger.

Diese regionalen Unterschiede deuten darauf hin, dass die Erholung uneinheitlich sein wird, wobei Erschwinglichkeit und Risiken die Entwicklung der lokalen Märkte bestimmen werden.

Alles in allem zeigt der Immobilienmarkt zwar erste Anzeichen einer Erholung, aber eine vollständige Belebung hängt von einer nachhaltigen Zinserleichterung, einem stabilen Bestand und der regionalen Erschwinglichkeit ab. Die Käufer kehren zurück – aber vorsichtig und ungleichmäßig im ganzen Land.