US-Verbrauchervertrauen sinkt im September erneut, da Inflationsängste zunehmen

US-Verbrauchervertrauen sinkt im September erneut, da Inflationsängste zunehmen
Vatsala Gaur
12. Sept. 2025, 16:31 PM
  • Der Verbraucherstimmungsindex der University of Michigan fiel im September auf 55,4 und verfehlte damit die Prognosen.
  • Sowohl die Leistungsbilanz als auch die Erwartungskomponente gingen zurück, was auf die wirtschaftlichen Sorgen zurückzuführen ist.
  • Die langfristigen Inflationserwartungen stiegen von 3,5 % auf 3,9 %.

Das Verbrauchervertrauen in den Vereinigten Staaten schwächte sich im September ab, da die Haushalte zunehmend besorgt über die Geschäftsbedingungen, die persönlichen Finanzen und den langfristigen Inflationsdruck berichteten.

Die Kennzahl fiel im September den zweiten Monat in Folge.

Der vorläufige Verbraucherstimmungsindex der University of Michigan fiel in diesem Monat auf 55,4 von 58,2 im August und lag damit unter den Markterwartungen von 58.

Der Rückgang entspricht einem Rückgang von 4,8 % und macht damit einige der bescheidenen Gewinne des Sommers wieder zunichte.

"Die Verbraucher stellen weiterhin mehrere Schwachstellen in der Wirtschaft fest, mit steigenden Risiken für die Geschäftsbedingungen, die Arbeitsmärkte und die Inflation", sagte Joanne Hsu, Direktorin der Verbraucherumfragen der Universität.

"Sowohl die aktuellen als auch die erwarteten persönlichen Finanzen sind in diesem Monat um etwa 8 % gesunken."

Komponenten signalisieren breites Unbehagen

Die Details der Umfrage zeigten eine breit abgestützte Abschwächung.

Der Index der aktuellen Bedingungen sank von 61,7 auf 61,2, was darauf hindeutet, dass sich die unmittelbare finanzielle Situation der Haushalte kaum verbessert hat.

Unterdessen fiel der Erwartungsindex von 55,9 auf 51,8, was auf ein wachsendes Unbehagen über die Zukunftsaussichten hindeutet.

Während die Verbraucher eine gewisse Verbesserung der Kaufbedingungen für langlebige Güter feststellten, gaben alle anderen Komponenten des Index nach.

Inflationserwartungen gemischt

Die in der Umfrage gemessenen Inflationserwartungen für ein Jahr blieben stabil bei 4,8 %, was die Besorgnis der Haushalte unterstreicht, dass das Preiswachstum in naher Zukunft hoch bleiben wird.

Bemerkenswert ist, dass die fünfjährigen Inflationserwartungen von 3,5 % auf 3,9 % stiegen und damit den jüngsten Aufwärtstrend fortsetzten.

Der Anstieg liegt zwar immer noch unter dem im April erreichten Niveau von 4,4 %, unterstreicht aber die Sorgen der Verbraucher, dass sich die Inflation als hartnäckiger erweisen könnte als von den politischen Entscheidungsträgern erwartet.

Die US-Notenbank hat diese Maßnahmen genau auf Anzeichen für eine Verschiebung der Inflationspsychologie überwacht, die es schwieriger machen könnte, den Preisdruck zu bändigen.

Quelle: Universität von Michigan

Zölle und Handelsbedenken halten an

Auch die Handelsspannungen belasteten die Stimmung.

Der Umfrage zufolge bezogen sich rund 60 % der Befragten unaufgefordert auf Zölle, was die Ergebnisse des letzten Monats widerspiegelt und auf die anhaltende Besorgnis über die Auswirkungen der Handelspolitik auf die Finanzen der Haushalte hinweist.

"Die Lockerung der wirtschaftlichen Aussichten in diesem Monat war besonders stark bei Verbrauchern mit niedrigem und mittlerem Einkommen", fügte Hsu hinzu und wies darauf hin, dass tarifbezogene Ängste nach wie vor ein wichtiger Faktor sind, der die Wahrnehmung der Verbraucher beeinflusst.

Marktreaktion und breitere Auswirkungen

Die schwächer als erwarteten Daten belasteten kurzzeitig den Dollar, wobei der US-Dollar-Index von seinen Sitzungshochs zurückging, bevor er sich um 0,2% höher bei 97,70 stabilisierte.

Analysten sagten, der Bericht unterstreiche die Fragilität des Verbrauchervertrauens angesichts des sich verlangsamenden Wachstums und der anhaltenden Inflationsrisiken.

Obwohl die Stimmung nach der ersten Eskalation der gegenseitigen Zölle immer noch über den Tiefstständen vom April und Mai 2025 liegt, warnen Ökonomen, dass die Vorsicht der Haushalte die Ausgaben dämpfen könnte – ein wichtiger Treiber der US-Wirtschaft.

Es ist unwahrscheinlich, dass sich die Fed, die nächste Woche tagt, von einem einzigen Stimmungswert beeinflussen lässt, aber der Anstieg der langfristigen Inflationserwartungen könnte die Rufe der Zentralbank nach einem vorsichtigeren Ansatz bei Zinssenkungen verstärken.