US-Notenbank senkt Zinssatz um 25 Basispunkte und deutet auf zwei weitere Zinssenkungen in diesem Jahr hin

US-Notenbank senkt Zinssatz um 25 Basispunkte und deutet auf zwei weitere Zinssenkungen in diesem Jahr hin
Ananthu C U
17. Sept. 2025, 20:41 PM
  • Die Fed senkt die Zinsen um 25 Basispunkte auf 4% bis 4,25%, die erste Senkung seit Dezember, und begründet dies mit Arbeitsmarktrisiken.
  • Die politischen Entscheidungsträger prognostizieren zwei weitere Zinssenkungen im Jahr 2025, wenn sich das Beschäftigungswachstum verlangsamt und die Arbeitslosigkeit steigt.
  • Die Inflation bleibt hoch, aber die Fed verlagert ihren Fokus angesichts des politischen und Marktdrucks auf die Beschäftigung.

Die Vertreter der US-Notenbank stimmten am Mittwoch für eine Senkung des Leitzinses um einen Viertelprozentpunkt, was die erste Senkung seit Dezember darstellt.

Dieser Schritt spiegelt einen zunehmenden Fokus auf die Schwäche des Arbeitsmarktes wider, auch wenn die Inflation hoch bleibt.

Die politischen Entscheidungsträger signalisierten auch, dass zwei weitere Zinssenkungen vor Ende des Jahres wahrscheinlich sind.

Eine Verschiebung hin zu Beschäftigungsrisiken

Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (FOMC) stimmte mit 11 zu 1 Stimmen dafür, das Zielband für den Leitzins auf 4 % bis 4,25 % zu senken und damit eine Serie von fünf aufeinanderfolgenden Sitzungen ohne Änderung der Geldpolitik zu beenden.

In ihrer Erklärung räumte die Zentralbank ein, dass die Inflation "gestiegen ist und etwas hoch bleibt", betonte aber die zunehmenden Risiken für den Arbeitsmarkt.

Die Beamten stellten fest, dass die Arbeitslosenquote "leicht gestiegen ist, aber immer noch niedrig ist", und warnten gleichzeitig davor, dass die Abwärtsrisiken für die Beschäftigung zunehmen.

Jüngste Wirtschaftsdaten zeigten, dass sich die Zahl der Neueinstellungen im August weiter verlangsamte, wobei die Arbeitslosigkeit auf 4,3 % stieg – den höchsten Stand seit fast vier Jahren.

Der einzige Widerspruch kam von Stephen Miran, dem neuesten Mitglied der Fed und einem von Trump ernannten Vertreter, der erst einen Tag zuvor vereidigt worden war.

Miran sprach sich für eine stärkere Senkung um einen halben Prozentpunkt aus, was eine aggressivere Haltung als der Konsens des Ausschusses widerspiegelt.

Die Gouverneure Michelle Bowman und Christopher Waller, die im Juli auf Zinssenkungen gedrängt hatten, unterstützten diesmal den Schritt um einen Viertelpunkt.

Prognosen deuten auf weitere Kürzungen hin

Neben der geldpolitischen Entscheidung veröffentlichten die Fed-Vertreter aktualisierte Wirtschaftsprognosen.

Sie rechnen nun mit zwei weiteren Senkungen um einen Viertelpunkt in diesem Jahr – eine mehr als bereits im Juni signalisiert.

Mit Blick auf die Zukunft sehen die Beamten sowohl 2026 als auch 2027 eine einzige Kürzung.

Ein Mitglied prognostizierte, dass der Leitzins bis zum Jahresende um bis zu 1,25 Prozentpunkte sinken könnte, was die unterschiedlichen Ansichten innerhalb des Ausschusses unterstreicht.

Die neuen Prognosen beinhalteten auch eine moderate Anhebung der Wachstumserwartungen für 2026 und einen leicht höheren Inflationsausblick für 2025.

Die Märkte reagierten schnell auf die Ankündigung.

Der SandP 500 kletterte, die Renditen der Staatsanleihen gingen zurück und der Dollar weitete seine Verluste aus, was das Vertrauen der Anleger widerspiegelt, dass sich die Geldpolitik in Richtung lockererer Bedingungen bewegt.

Balance zwischen Inflation und politischem Druck

Die Entscheidung folgt auf Powells Äußerungen auf dem Symposium in Jackson Hole im August, wo er andeutete, dass eine Zinssenkung angesichts eines "sich verschiebenden Risikogleichgewichts" auf dem Tisch liege.

Seitdem haben sich die Inflationsdaten beschleunigt, was zum Teil auf die an die Verbraucher weitergegebenen Zölle zurückzuführen ist.

Der von der Fed bevorzugte Inflationsindikator stieg in den 12 Monaten bis Juli um 2,6 %, wobei ein weiterer Anstieg bei der Veröffentlichung der August-Zahlen erwartet wird.

Während einige Beamte befürchten, dass die Zölle einen anhaltenden Aufwärtsdruck auf die Preise ausüben könnten, sehen andere, darunter Bowman und Waller, die Auswirkungen als vorübergehend an.

Sie plädieren für schnellere Zinssenkungen, um die Geldpolitik näher an ein neutrales Niveau zu bringen.

Der Schritt erfolgt auch inmitten einer starken politischen Prüfung.

Präsident Donald Trump hat wiederholt auf tiefere Zinssenkungen gedrängt und versucht derzeit, die Gouverneurin der Fed, Lisa Cook, abzusetzen.

Der Einfluss seiner Regierung auf die Zentralbank wurde durch Mirans unmittelbare Teilnahme an der Abstimmung deutlich.