Die europäischen Märkte eröffnen höher, da US-Zölle eine Neuausrichtung des Handels erzwingen

Die europäischen Märkte eröffnen höher, da US-Zölle eine Neuausrichtung des Handels erzwingen
Diya Poddar
26. Sept. 2025, 10:25 AM
  • EU bereitet Zölle von bis zu 50 % auf chinesische Stahlimporte vor.
  • Die Zollinflation belastet die Erwartungen an Zinssenkungen.
  • Die europäischen Wirtschaftsdaten und der US-Inflationsbericht werden die Märkte leiten.

Die europäischen Börsen starteten am Freitag stark in die Sitzung, wobei der Londoner FTSE 100 auf 9.227,08 (+0,14 %) stieg, der deutsche DAX bei 23.629,84 (+0,40 %) und der französische CAC 40 im frühen Handel 7.845,82 (+0,65 %) erreichte.

Diese Gewinne kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Anleger in Europa ihre Erwartungen angesichts der neuen US-Zölle auf Pharmazeutika, schwere Lkw und ausgewählte Konsumgüter neu kalibrieren.

Die Verschiebung verspricht, sich in den Lieferketten und Handelsbeziehungen niederzuschlagen, insbesondere für europäische Exporteure, die bereits mit einem stärkeren globalen Gegenwind konfrontiert sind.

Die Marktteilnehmer berücksichtigen auch, wie sich höhere US-Importkosten auf die transatlantische Nachfrage auswirken können, insbesondere bei Gütern, bei denen Europa traditionell ein wichtiger Lieferant ist.

US-Zölle verschärfen Handelsspannungen in ganz Europa

Ab dem 1. Oktober werden die USA einen Zoll von 100 % auf die Einfuhr von Marken- und patentierten Arzneimitteln erheben, es sei denn, die Unternehmen brechen den Weg in die Produktionsstätten in den USA ein.

Für schwere Lkw wird ein Zoll von 25 % erhoben, für Küchenschränke, Waschtische im Badezimmer und Polstermöbel werden Zölle von 50 % bzw. 30 % erhoben.

Für Europa droht dieses Zollpaket die Wettbewerbsfähigkeit der Exporte in Schlüsselindustrien zu untergraben.

Viele europäische Pharmahersteller beobachten die Situation genau und suchen nach Möglichkeiten, die Exposition durch Änderungen der Logistik oder die Aushandlung von Ausnahmeregelungen zu verringern.

Auch Automobilhersteller und Lkw-Hersteller in Deutschland und Schweden überprüfen ihre Verkaufsstrategien in den USA, da diese Abgaben das ohnehin schwierige Umfeld für Fahrzeugexporte weiter belasten könnten.

Europäische Antwort: Stahlzölle und Gegenmaßnahmen

Während die USA voranschreiten, bereitet die Europäische Union ihre eigenen Handelsschutzmaßnahmen vor. Deutsche Medienberichte deuten darauf hin, dass die EU in naher Zukunft Zölle von bis zu 50 Prozent auf chinesische Stahlimporte plant.

In der Zwischenzeit hat Washington eine Untersuchung der nationalen Sicherheit über die Einfuhr von Medizinprodukten eingeleitet, ein Schritt, der eine weitere Eskalation der Handelsbeschränkungen rechtfertigen könnte.

Die europäischen Entscheidungsträger stehen nun vor der Herausforderung, entschlossen zu reagieren, ohne unkontrollierte Handelsvergeltungsmaßnahmen auszulösen. Der Balanceakt umfasst den Schutz kritischer Industrien, den Erhalt von Exportmärkten und das Management diplomatischer Risiken.

Darüber hinaus fordern Branchenverbände in ganz Europa Brüssel auf, sich mit den Mitgliedstaaten abzustimmen, um die Sektoren, die am stärksten von Zollstörungen betroffen sind, gezielt zu unterstützen.

Geldpolitik, Inflation und Anlegerrisiko

Der durch die Zölle verursachte Kostendruck hat die Märkte gezwungen, die Erwartungen an Maßnahmen der Zentralbanken neu zu bewerten.

In den USA rechnen die Anleger nun mit einer Lockerung um etwa 39 Basispunkte bis Dezember, da die Händler angesichts der Inflationsunsicherheit vorsichtiger werden.

In Europa verlagert sich die Aufmerksamkeit auf regionale Daten. Am Freitag werden die spanischen Inflationszahlen, die britischen Hypothekenkreditstatistiken und ein europäischer Index der wirtschaftlichen Einschätzung veröffentlicht.

Diese Kennzahlen werden beeinflussen, wie die Europäische Zentralbank und die nationalen Regulierungsbehörden die Gleichung von Handel, Inflation und Wachstum bewerten.

Die Anleger blicken auch auf die US-PCE-Inflationsdaten für August, die voraussichtlich einen Anstieg um 0,2 % zeigen werden, was die globale Stimmung und die Kommentare der Zentralbanken im weiteren Verlauf der Sitzung beeinflussen könnte.

Für Europa könnte das Ergebnis darüber entscheiden, ob die Anlegerdynamik anhält oder nachlässt, insbesondere in exportstarken Sektoren, die auf stabile transatlantische Handelsbedingungen angewiesen sind.