Trump verhängt 100%ige Zölle auf patentierte Medikamente; Indien und China Pharmasektor bereiten sich vor

Trump verhängt 100%ige Zölle auf patentierte Medikamente; Indien und China Pharmasektor bereiten sich vor
Devesh Kumar
26. Sept. 2025, 03:32 AM
  • Trump erklärt mit Wirkung zum 1. Oktober 2025 einen Zoll von 100 % auf alle importierten Marken- und Patentmedikamente.
  • Die Politik zielt darauf ab, globale Pharmariesen dazu zu drängen, Produktionsstätten in den USA zu bauen.
  • Analysten warnen vor höheren US-Medikamentenpreisen, Engpässen und Unterbrechungen der globalen Lieferketten.

In einem aggressiven Schritt, der die globale pharmazeutische Lieferkette umgestalten könnte, hat US-Präsident Donald Trump am Donnerstag einen Zoll von 100 % auf alle importierten Marken- oder Patentmedikamente mit Wirkung zum 1. Oktober 2025 verhängt.

Die Ankündigung, die über Truth Social geteilt wurde, signalisiert Amerikas Absicht, globale Pharmaunternehmen unter Druck zu setzen, die Produktion in die USA zu verlagern.

Während die USA in der Regel auf ausländische Pharmazeutika angewiesen sind, wobei Indien ein führender Lieferant ist, lässt die neue Maßnahme Branchenakteure und Gesundheitsbehörden darum ringen, das Ausmaß der Disruption zu bewerten.

Entschlüsselung von Trumps 100%-Zöllen auf den Pharmasektor

Präsident Trump unterstrich das Ziel der Zölle: multinationale Pharmaunternehmen zum Bau von Produktionsstätten in den USA zu bewegen.

Sein Beitrag machte deutlich, dass es keine Ausnahmen gibt, es sei denn, der erste Spatenstich erfolgt oder der Bau auf amerikanischem Boden ist im Gange.

"Ab dem 1. Oktober 2025 werden wir einen Zoll von 100 % auf jedes Marken- oder patentierte pharmazeutische Produkt erheben, es sei denn, ein Unternehmen baut seine pharmazeutische Produktionsstätte in Amerika", schrieb Trump.

Die Ankündigung steht im Einklang mit ähnlichen protektionistischen Maßnahmen wie einem Zoll von 50 Prozent auf Küchenschränke und 25 Prozent auf schwere Lastkraftwagen, die von dem angetrieben werden, was Trump als "nationale Sicherheit" bezeichnet, und dem Wunsch, die US-Industrie vor einer "Überschwemmung" durch ausländische Konkurrenten zu schützen.

Die pharmazeutische Schockwelle ließ nicht lange auf sich warten: Die Aktien asiatischer und europäischer Arzneimittelhersteller rutschten im Overnight-Handel ab, da die Importeure sich beeilten, höhere Arzneimittelkosten für den Einzelhandel zu prognostizieren.

Pharmaaktien in Indien und China sowie wichtige US-Zulieferer stürzten aufgrund der Nachrichten ab. Die Botschaft der Regierung ist unverblümt: Die Unternehmen müssen in die heimische Produktion investieren, sonst riskieren sie, den Zugang zum lukrativen amerikanischen Markt zu verlieren.

Analysten weisen auf Trumps Timing hin: US-Pharmariesen haben kürzlich Milliarden für lokale Expansion zugesagt, angespornt durch die Androhung dieser Zölle.

In der Vergangenheit waren importierte Medikamente mit geringen bis gar keinen Zöllen belegt, eine Verlagerung, die die Inflation ankurbeln, Kopfschmerzen in der Lieferkette verursachen und Gegenmaßnahmen von Handelspartnern provozieren könnte.

Länder im Fadenkreuz

Indien steht direkt in der Schusslinie von Trumps Politik, und es steht viel auf dem Spiel. Branchennamen wie Sun Pharma, Dr. Reddy's, Lupin und Aurobindo sind stark von der US-Nachfrage nach erschwinglichen Medikamenten abhängig.

Experten von SBI Research schätzen, dass 40 % der indischen Pharmaexporte in die USA gehen; Führende Unternehmen können bis zu 50 % des Gesamtumsatzes mit amerikanischen Käufern erzielen.

Auch wenn der unmittelbare Fokus auf Marken- und Patentmedikamenten liegt, herrscht nun Unsicherheit über der Zukunft komplexer Generika und Spezialtherapien, Segmente, in denen Indiens Präsenz wächst.

Aber der Schmerz ist nicht nur lokal. Die Aktien von Arzneimittelherstellern aus China, Israel, der Schweiz und ganz Europa sind gefallen, wobei das Risiko einer Unterbrechung der Lieferkette und eines Preisanstiegs in den USA von Branchenbeobachtern festgestellt wurde.

Analysten warnen davor, dass die Zölle nach hinten losgehen könnten: Sie könnten die Preise für amerikanische Verbraucher erhöhen, Medikamentenknappheit verursachen und harte Entscheidungen in der globalen Gesundheitspolitik erzwingen.