Lufthansa baut 4.000 Stellen ab und setzt auf KI für mehr Effizienz

Lufthansa baut 4.000 Stellen ab und setzt auf KI für mehr Effizienz
Ananthu C U
29. Sept. 2025, 17:04 PM
  • Lufthansa will bis 2030 4.000 Stellen abbauen und beruft sich dabei auf KI und Digitalisierung für mehr Effizienz.
  • Die Fluggesellschaft strebt eine operative Marge von 8-10 % bis 2028 und einen jährlichen Free Cashflow von 2,5 Mrd. €+ an.
  • Der Aktienkurs steigt um 0,28%, da die Anleger die langfristigen Rentabilitätsziele angesichts der operativen Herausforderungen der Vergangenheit begrüßen.

Lufthansa kündigte am Montag Pläne an, ihre weltweite Belegschaft bis 2030 um 4.000 Vollzeitäquivalente (FTE) zu reduzieren, als Teil einer umfassenderen Strategie zur Verbesserung der Rentabilität und zur Nutzung künstlicher Intelligenz (KI) zur Effizienzsteigerung.

Es wird erwartet, dass es sich bei dem Großteil der betroffenen Stellen um administrative Funktionen in der deutschen Zentrale der Fluggesellschaft handeln wird.

Der Schritt unterstreicht einen wachsenden Trend unter Unternehmen, KI zu nutzen, um Abläufe zu rationalisieren und Personalmodelle neu zu gestalten, nachdem ähnliche Initiativen von Technologie- und Finanzunternehmen verfolgt wurden.

KI und Digitalisierung treiben Personalabbau voran

In einer Erklärung während des Kapitalmarkttages in München teilte Lufthansa mit, dass das Unternehmen Aktivitäten überprüft, die möglicherweise nicht mehr notwendig sind, oft aufgrund von Doppelarbeit oder Digitalisierung.

In der Pressemitteilung wurde hervorgehoben, dass KI die Effizienz verschiedener Prozesse steigern wird, was zu einer Reduzierung des Personalbedarfs führt.

Lufthansa schließt sich anderen Unternehmen an, die KI als Faktor bei der Umstrukturierung der Belegschaft nennen.

Anfang des Jahres sagte Sebastian Siemiatkowski, CEO von Klarna, dass KI dazu beigetragen habe, die Mitarbeiterzahl des Unternehmens um 40 % von 5.000 auf fast 3.000 Mitarbeiter zu reduzieren.

Salesforce strich außerdem 4.000 Stellen im Kundensupport, wobei CEO Marc Benioff feststellte, dass das Unternehmen aufgrund der KI-Automatisierung weniger Personal benötigte.

Die Technologieberatung Accenture hat ebenfalls Pläne angekündigt, Mitarbeiter zu entlassen, die nicht umgeschult werden können, um mit KI zu arbeiten.

CEO Julie Sweet beschrieb die Strategie als Investition in die "Weiterbildung unserer Neuerfinder", während andere mit einem "Kompressionszeitplan" aussteigen, wenn eine Umschulung nicht möglich ist.

Finanzieller Ausblick und Marktreaktion

Die Lufthansa-Aktie stieg nach der Ankündigung um 0,28%. Die Aktien des Unternehmens sind seit Jahresbeginn um 25% gestiegen.

Die Analysten von UBS stellten fest, dass die neuen langfristigen Ziele der Fluggesellschaft positiv zu bewerten sind, da sie die Markterwartungen übertreffen.

Das Unternehmen prognostiziert eine bereinigte operative Marge von 8-10 % bis 2028, gegenüber seinem bisherigen Ziel von 8 %, und erwartet einen bereinigten freien Cashflow von mehr als 2,5 Milliarden Euro (2,9 Milliarden US-Dollar) pro Jahr.

Diese Ziele stehen vor dem Hintergrund anhaltender Herausforderungen im Jahr 2024, darunter Personalstreiks, verschärfter globaler Preiswettbewerb und Verspätungen von Flugzeugen.

Lufthansa berichtete, dass das Jahresergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im vergangenen Jahr um 39 % auf 1,65 Milliarden Euro (1,8 Milliarden US-Dollar) gesunken ist, während die operative Marge auf 4,4 % gesunken ist und damit unter dem strategischen Ziel von 8 % liegt.

Die Aktie der Fluggesellschaft beendete das Jahr 2023 mit einem Minus von 23%.

Breitere Auswirkungen auf die Branche

Die Entscheidung spiegelt einen breiteren Unternehmenswandel hin zur Integration von KI in die Betriebsplanung wider.

Durch die Fokussierung auf administrative Aufgaben will Lufthansa die operative Kapazität erhalten und gleichzeitig die Kosten senken.

Analysten gehen davon aus, dass der Einsatz von KI zur Effizienzsteigerung der Fluggesellschaft helfen könnte, den Druck der Branche zu bewältigen und die langfristige Rentabilität zu steigern.

Investoren und Marktbeobachter werden die Umsetzung dieser Kürzungen und die KI-Initiativen von Lufthansa genau beobachten.

Mit angestrebten Margen und Cashflow-Prognosen, die die Markterwartungen übertreffen, scheint das Unternehmen zuversichtlich, dass Umstrukturierungen und technologische Upgrades vergangene betriebliche Herausforderungen ausgleichen und das Unternehmen für nachhaltiges Wachstum im nächsten Jahrzehnt positionieren können.