ASOS-Aktie bricht ein, da Analysten warnen, dass Gewinnsteigerungen die Umsatzschwäche nicht ausgleichen könnten

ASOS-Aktie bricht ein, da Analysten warnen, dass Gewinnsteigerungen die Umsatzschwäche nicht ausgleichen könnten
Vatsala Gaur
30. Sept. 2025, 13:12 PM
  • Der Aktienkurs von ASOS fiel um bis zu 11%, nachdem er davor gewarnt hatte, dass der Jahresumsatz die Erwartungen verfehlen würde.
  • Es wird weiterhin erwartet, dass der Gewinn gegenüber dem Vorjahr um über 60% steigen wird, unterstützt durch Kosteneinsparungen.
  • Analysten bezweifeln, dass ASOS das Umsatzwachstum wiederbeleben kann, ohne die Margen zu beeinträchtigen.

Der britische Online-Modehändler ASOS warnte am Dienstag, dass der Jahresumsatz unter den Markterwartungen liegen werde, und verwies auf die gedämpfte Verbrauchernachfrage und eine langsame Erholung des Fast-Fashion-Geschäfts.

Das in London börsennotierte Unternehmen sagte, dass der Gewinn gegenüber dem Vorjahr immer noch um mehr als 60% steigen werde, aber am unteren Ende seiner zuvor prognostizierten Spanne von 130 bis 150 Mio. £ (175 Mio. $ bis 201 Mio. $) liegen werde.

Die Warnung löste einen starken Ausverkauf der ASOS-Aktie aus, die im frühen Handel um bis zu 11% fiel, bevor sie ihre Verluste bis zum späten Vormittag auf 9% reduzierte.

Die Aktie ist in diesem Jahr um mehr als 40% gefallen, da die Anleger weiterhin vorsichtig sind, was die Fähigkeit des Einzelhändlers angeht, das Wachstum in einem überfüllten und preissensiblen Markt wiederzubeleben.

Schwache Konsumnachfrage und zunehmender Wettbewerb belasten Umsatz

ASOS räumte ein, dass die Umsatzentwicklung schwächer als erwartet blieb und sowohl der Umsatz als auch der Bruttowarenwert voraussichtlich unter den Analystenprognosen liegen würden.

Das Unternehmen sagte, dass sein Umsatz für das Gesamtjahr wahrscheinlich etwas stärker zurückgehen wird als der von Analysten erwartete Rückgang von 8,4% auf Basis konstanter Wechselkurse.

Großbritannien ist nach wie vor der größte Markt von ASOS, aber das Unternehmen ist auch auf die Vereinigten Staaten angewiesen, die rund 10 % des Umsatzes ausmachen.

Die US-Zölle haben den Druck auf das Geschäft erhöht, während die chinesischen Konkurrenten ihren Anteil bei jüngeren Verbrauchern, die von niedrigen Preisen und schnelleren Produktzyklen angezogen werden, erodiert haben.

ASOS hat daran gearbeitet, seine Fast-Fashion-Attraktivität bei Käufern in den Zwanzigern wiederherzustellen, indem es ein neues Geschäftsmodell eingeführt und ältere Bestände geräumt hat.

Analysten sagen jedoch, dass die Bemühungen, die Kunden wieder anzusprechen, länger dauern als erwartet.

"Die Versuche von ASOS, Kunden wieder anzusprechen, dauern länger als erwartet", schrieben die Analysten der Deutschen Bank, Adam Cochrane und Benjamin Yokyong-Zoega.

Sie stellten fest, dass schwächere Umsätze in der zweiten Jahreshälfte bedeuten, dass das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen die Konsensprognosen um rund 5% verfehlen wird.

Kostensenkungen steigern Margen, aber Umsatzbelebung bleibt ungewiss

Trotz der enttäuschenden Umsatzaussichten betonte ASOS, dass sich die Rentabilität verbessert.

Der Konzern verwies auf "sinnvolle" Kosteneinsparungsmaßnahmen, die zwischen März und September umgesetzt wurden und sich im neuen Geschäftsjahr positiv auswirken sollen.

Die Margen haben sich verbessert, da sich der Einzelhändler auf das konzentrierte, was er als "höherwertige Verkäufe" bezeichnete, und starke Rabatte vermied.

Berenberg-Analysten sagten, dass die Bruttomargen steigen und weiter steigen könnten, da ASOS sein Verkaufs- und Vertriebsmodell weiter anpasst.

Sie schätzen, dass der währungsbereinigte Umsatz in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres um 7 % gesunken ist, was zu einem Rückgang von 10 % im Gesamtjahr führt.

Aktienausblick: Anlegervertrauen hängt von Umsatzbelebung trotz Gewinnsteigerungen ab

Es bleiben jedoch Fragen über den Markenwert von ASOS und die Fähigkeit, nachhaltiges Wachstum zu erzielen.

Die Analysten von JP Morgan sagten, dass sie "Schwierigkeiten haben, konstruktiver zu werden", obwohl sie Fortschritte bei der Kostenkontrolle und Effizienz einräumten.

Die Analysten der Deutschen Bank sagten, dass ASOS zwar den Lagerüberhang in den Griff bekommen und ein neues Geschäftsmodell eingeführt hat, sich die Umsatzsteigerung jedoch als Herausforderung erweist.

"Der Online-Modehändler bleibt auf dem richtigen Weg, aber die Investoren könnten bald anfangen, sich zu fragen, ob er ein Umsatzwachstum erzielen kann, ohne die Margen zu beeinträchtigen", sagten sie.

Mit Blick auf die Zukunft behielt ASOS seine Prognose für das Geschäftsjahr 2026 bei und sagte, dass Gewinn und freier Cashflow den Markterwartungen entsprechen sollten.

Das Management betonte, dass das Unternehmen sein Fundament gestärkt habe und gut aufgestellt sei, um langfristigen Wert zu schaffen.

Analysten warnen jedoch davor, dass Rentabilitätssteigerungen allein die Anleger nicht zufriedenstellen werden, wenn das Umsatzwachstum nicht zurückkehrt.

"Nach der Stärkung des Fundaments durch den Abbau alter Lagerbestände und Kostensenkungen verlagert sich der Fokus auf die Umsatzsteigerung, ohne die Rentabilität zu beeinträchtigen", sagte Matt Britzman, Senior Equity Analyst bei Hargreaves Lansdown.

"Inmitten des intensiven Wettbewerbs sieht der Weg vor uns holprig aus."