Europäische Märkte eröffnen: Stoxx 600 fällt um 0,2%, da neue Trump-Zölle drohen

Europäische Märkte eröffnen: Stoxx 600 fällt um 0,2%, da neue Trump-Zölle drohen
Deepali Singh
30. Sept. 2025, 09:54 AM
  • Europäische Aktien eröffneten niedriger, wobei der Stoxx 600 um 0,2 Prozent nachgab.
  • Der Markt wird von der politischen Unsicherheit in den USA und neuen Zolldrohungen getroffen.
  • Das Risiko eines Shutdowns der US-Regierung ist eine zentrale Sorge für Anleger.

Die überraschende Stärke, die den Septemberanfang kennzeichnete, ist einem spürbaren Gefühl der Angst gewichen, als eine dunkle Wolke der Ungewissheit über den Atlantik aufzieht.

Europäische Aktien eröffneten am Dienstag fest im Minus, wobei die Anleger von der ominösen Doppelbedrohung eines möglichen Shutdowns der US-Regierung und einer neuen Salve in Präsident Donald Trumps unerbittlichem Handelskrieg verunsichert waren.

Der paneuropäische Stoxx 600 Index notierte kurz nach der Eröffnungsglocke 0,2 Prozent niedriger, wobei sich die meisten Sektoren und wichtigen Börsen im negativen Bereich befanden.

Die vorsichtige Stimmung folgt auf eine gemischte Sitzung in Asien und kommt zu einem Zeitpunkt, an dem eine Reihe starker Risiken zusammentreffen, die einen Markt auf den Kopf zu stellen drohen, der bereits mit dem Gewicht eines historisch schwachen Monats zu kämpfen hat.

Ein Firmenunfall in einem Meer aus Rot

Die Risk-off-Stimmung spiegelte sich sofort in der Unternehmenswelt wider. Die Aktien des dänischen Schmuckriesen Pandora verloren im frühen Handel 3,5 Prozent, ein starker Rückgang, der das Unternehmen an den unteren Rand des Stoxx 600 schickte.

Auslöser des Ausverkaufs war die Nachricht, dass der CEO Alexander Lacik im März in den Ruhestand gehen wird, eine überraschende Ankündigung, die eine Portion Unsicherheit in eine der bekanntesten Marken Europas gebracht hat.

Das erste Beben der Besorgnis über den breiteren Markt wird durch die allgegenwärtige Zolllandschaft ausgelöst.

Präsident Trump kündigte am Montag an, dass er einen Zoll von 10 Prozent auf importiertes Holz und Schnittholz erheben werde, zusätzlich zu einem anfänglichen Zoll von 25 Prozent auf importierte Küchenschränke, Waschtische und Polstermöbel.

Der Präsident erklärte, dass solche Importe die US-Wirtschaft bedrohen und die nationale Sicherheit untergraben – eine bekannte Rechtfertigung für einen Schritt, der eine neue Dosis Instabilität in die globalen Handelsbeziehungen bringt.

Eine Regierung am Rande des Abgrunds

Die zweite und vielleicht unmittelbarere Bedrohung ist das wachsende Gespenst eines Shutdowns der US-Bundesregierung.

Ein hochrangiges Treffen zwischen dem Präsidenten und den Spitzenpolitikern des Kongresses am Montag im Weißen Haus scheint in einer gefährlichen Sackgasse geendet zu haben.

Im Anschluss an die Gespräche gab Vizepräsident JD Vance eine düstere und pessimistische Bilanz ab.

"Ich denke, wir steuern auf einen Shutdown zu, weil die Demokraten nicht das Richtige tun werden", sagte er, eine Aussage, die die globalen Märkte in höchste Alarmbereitschaft versetzt hat.

Während Schließungen in der Regel keine marktbewegenden Ereignisse sind, fühlt sich dieses Mal anders an. Die Anleger sind bereits nervös und haben mit einem sich abschwächenden Arbeitsmarkt, dem steigenden Stagflationsrisiko und hohen Aktienbewertungen zu kämpfen.

Ein längerer Shutdown könnte nicht nur die Wirtschaft stören, sondern auch die Ratingagenturen dazu veranlassen, den Status von US-Krediten zu überdenken, die bereits im Mai von Moody's herabgestuft worden waren.