Intel-Aktien steigen um 6% nach Berichten über die Aufnahme von AMD als Foundry-Kunden

Intel-Aktien steigen um 6% nach Berichten über die Aufnahme von AMD als Foundry-Kunden
Ananthu C U
01. Okt. 2025, 21:11 PM
  • Intel führt erste Gespräche über die Herstellung von Chips für AMD, was die Hoffnung auf eine Wiederbelebung der Foundry schürt.
  • Intel legt um 6 % zu, da AMD eine Diversifizierung weg von TSMC hin zu US-amerikanischen Fabs erwägt.
  • Ein möglicher AMD-Deal unterstreicht Intels Bestreben, in der Chipherstellung wieder Boden gutzumachen.

Der Aktienkurs von Intel legte am Mittwoch um 6% zu, nachdem Semafor berichtete, dass das Unternehmen Vorgespräche führt, um Advanced Micro Devices (AMD) als Kunden für seine Chipherstellung an Bord zu holen.

Sollte ein Deal zustande kommen, wäre dies ein bedeutender Vertrauensbeweis in Intels Bemühungen, seine Fertigungssparte wiederzubeleben, nachdem sie jahrelang hinter Konkurrenten wie der Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) zurückgeblieben war.

Die Intel-Aktie stieg nach der Nachricht um rund 6,8%, gab aber einige Gewinne wieder ab und wurde bei 35,16 $ gehandelt, was einem Anstieg von 4,8% entspricht und damit die Gewinne seit Jahresbeginn von mehr als 75% ausweitete.

Das Weiße Haus und die Industrie unterstützen Intel

In den letzten sieben Wochen hat sich Intel die Unterstützung von Regierungsvertretern und Interessenvertretern aus der Industrie gesichert.

Das Unternehmen hat Investitionsgelder und öffentliche Unterstützung aus dem Weißen Haus, Nvidia und SoftBank angezogen.

Intel befindet sich laut früheren Berichten auch in Gesprächen mit Apple über eine mögliche Unterstützung.

Das Interesse an Intel kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Trump-Regierung ihren Wunsch betont hat, die Chipherstellung in den USA zu stärken.

Da die nationale Sicherheit und die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette im Vordergrund stehen, wurden amerikanische Unternehmen ermutigt, sich von der Abhängigkeit von Übersee zu lösen, insbesondere angesichts der strategischen Schwachstellen Taiwans.

Während die Produktionsstätten von Intel weithin als weniger fortschrittlich gelten als die von TSMC, haben mehrere US-Unternehmen bereits zumindest einen Teil ihrer weniger komplexen Chipproduktion an die heimischen Foundries von Intel verlagert.

Dies steht im Einklang mit den Bemühungen der Regierung, einen stärkeren amerikanischen Halbleiterchampion zu etablieren.

Mögliche Vorteile und Herausforderungen für AMD

AMD, das bei seiner Chipproduktion in erster Linie auf TSMC angewiesen ist, könnte von der Diversifizierung seiner Produktionsbasis profitieren, insbesondere angesichts der sich ändernden US-Handels- und Exportregeln.

Anfang dieses Jahres wurde das Geschäft des Unternehmens in China von Beschränkungen für den Export fortschrittlicher Chips beeinträchtigt.

Das Weiße Haus hat kürzlich einige dieser Maßnahmen gelockert und AMD eine vorübergehende Erleichterung verschafft.

Es ist jedoch unklar, wie viel von AMDs Produktion zu Intel verlagert werden würde, wenn eine Einigung erzielt wird.

Intel fehlen derzeit die technischen Fähigkeiten, um die fortschrittlichsten und profitabelsten Chips von AMD zu produzieren, was den potenziellen Umfang eines solchen Deals in naher Zukunft einschränkt.

Der Semafor-Bericht wies darauf hin, dass sich die Gespräche noch in einem frühen Stadium befinden und dass letztendlich keine Einigung erzielt werden kann.

Die Möglichkeit, dass AMD ein Intel Foundry-Kunde wird, unterstreicht die komplexe Dynamik in der Halbleiterindustrie.

Obwohl AMD und Intel Konkurrenten auf dem Markt sind, könnten sie bei der Stärkung der Chip-Lieferketten in den USA eine gemeinsame Basis finden, zumal KI und andere High-Performance-Computing-Anforderungen die weltweite Nachfrage beschleunigen.

Intels Wettbewerbsposition und Marktaussichten

Jahrzehntelang dominierte Intel den PC-Markt und produzierte Chips, die die überwiegende Mehrheit der Laptops und Desktops antrieben.

In den letzten Jahren hatte das Unternehmen jedoch zu kämpfen, da die schnelle Einführung von Workloads der künstlichen Intelligenz, die hauptsächlich von Nvidia vorangetrieben wurde, Intel bei Spitzentechnologien im Nachteil hatte.

Intel hat darauf reagiert, indem es Kunden und Investoren für sein Fertigungsgeschäft sucht und seine Foundries als strategische Alternative für Unternehmen präsentiert, die ihre Lieferketten diversifizieren wollen.

Das Unternehmen hat auch versucht, seine Glaubwürdigkeit bei kostenbewussten Partnern zu stärken, indem es Produktionskapazitäten für weniger fortschrittliche Chips anbietet.

Während die mögliche AMD-Vereinbarung ungewiss bleibt, verleihen die Gespräche Intels breiter angelegter Erzählung über die Wiederherstellung des Vertrauens in seine Fertigungssparte Schwung.

Branchenanalysten weisen darauf hin, dass selbst inkrementelle Deals mit hochkarätigen Unternehmen wie AMD die Positionierung von Intel verbessern könnten, während das Unternehmen daran arbeitet, seine Wettbewerbsfähigkeit wiederzuerlangen.