Oracle-Aktie stürzt um 5% ab: Analysten streiten sich über KI-Optimismus vs. Margenschere

Oracle-Aktie stürzt um 5% ab: Analysten streiten sich über KI-Optimismus vs. Margenschere
Devesh Kumar
07. Okt. 2025, 18:56 PM
  • Der Aktienkurs von Oracle fiel im Tagesverlauf um 5% aufgrund von KI-Optimismus und finanziellen Sorgen.
  • Massiver OpenAI-Cloud-Deal unterstreicht das Wachstum, erhöht aber die Finanzierungsbelastung.
  • Die Anleger beobachten den Quartalsumsatz, den Cashflow und die Ausführung von KI-Verträgen genau.

Die Oracle-Aktie (NYSE: ORCL) erlitt heute einen starken Schlag und fiel am Dienstag im Tagesverlauf um 5%.

Die Anleger sind eindeutig hin- und hergerissen; Einige sind begeistert von dem KI-gesteuerten Wachstumspotenzial des Unternehmens, während andere sich Sorgen über Schulden, schrumpfende Margen und Ausführungsrisiken machen.

Der Ausverkauf kam, nachdem bekannt wurde, dass Oracle im letzten Quartal 100 Millionen US-Dollar durch die Vermietung von Nvidias erstklassigen KI-Chips verloren hatte, eine Erinnerung daran, dass selbst bei lukrativen KI-Deals die finanzielle Belastung real ist.

Oracle-Aktie: KI-Verträge schüren Hoffnungen, aber Finanzierung lässt Alarm schlagen

Die große Wachstumsgeschichte von Oracle beruht vor allem auf seinen riesigen KI- und Cloud-Deals, vor allem auf einen Fünfjahresvertrag mit OpenAI über 300 Milliarden US-Dollar, der 2027 ausläuft.

Dies ist Teil des massiven 500-Milliarden-Dollar-Projekts Stargate AI, das den Bau von 4,5 Gigawatt neuer Rechenzentrumskapazität umfasst. Grundsätzlich etabliert sich Oracle als wichtiger Akteur im Bereich der KI-Cloud.

Die oberste Führungsebene hat auf einige atemberaubende Zahlen hingewiesen: Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen sind im Vergleich zum Vorjahr um 359 % auf 455 Milliarden US-Dollar gestiegen, und sie prognostiziert für dieses Jahr ein Umsatzwachstum von 77 % bei Oracle Cloud Infrastructure.

Einige Analysten bleiben positiv und sagen, dass die kurzfristigen Finanzierungssorgen nur vorübergehend sind und dass Oracle viele Möglichkeiten hat, das Wachstum durch Fremdkapital, Lieferantengeschäfte und Partnerschaften zu finanzieren.

Nichtsdestotrotz gibt es einige echte Wolken am Horizont. Die Verschuldung von Oracle steigt, und die Margen stehen unter Druck.

Moody's warnt davor, dass der freie Cashflow aufgrund der hohen Ausgaben für Rechenzentren noch eine Weile negativ bleiben könnte und dass die hohe Verschuldung des Unternehmens die Gewinne drücken könnte, bis sie reduziert wird.

Die Analysten von Jefferies und Evercore weisen darauf hin, dass der Umsatz mit KI-Clouds zwar boomt, aber nicht so viel Gewinn macht wie das traditionelle Softwaregeschäft von Oracle.

Dies könnte die operativen Margen von 44 % im GJ2025 auf rund 38 % im Jahr 2030 senken.

Was Anleger als nächstes im Auge behalten sollten

Die Anleger behalten die Ergebnisse und Prognosen von Oracle für das nächste Quartal genau im Auge und suchen nach Anzeichen dafür, dass sich diese massiven Verträge tatsächlich auszahlen und sich der Cashflow verbessert.

Die großen Dinge, die man im Auge behalten sollte? Vierteljährliches Umsatzwachstum, insbesondere bei Cloud-Services, Ausgaben für neue Rechenzentren und Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA, um zu sehen, wie sich der Verschuldungsgrad entwickelt.

Der Free Cashflow wird besonders wichtig sein; Wenn es zu lange in den roten Zahlen bleibt, könnte die Refinanzierung schwierig werden.

Darüber hinaus wird die Frage, ob Oracle mit dem OpenAI-Deal seine Meilensteine erreicht und eine starke Unternehmensnachfrage nach KI-Infrastruktur sieht, eine große Rolle bei der Gestaltung der Anlegerstimmung spielen und möglicherweise die Bewertung der Aktie steigern.

Obwohl Oracle beim Bau neuer Rechenzentren alles daran setzt, sind die Kosten für diese Investitionen in wirtschaftlich unsicheren Zeiten ein echtes Risiko.

Analysten vergleichen Oracle auch mit Konkurrenten wie Microsoft und Nvidia und stellen fest, dass das Kurs-Gewinn-Verhältnis bereits einen Großteil des KI-Wachstumshypes widerspiegelt.