Trump und Carney schlagen herzliche Töne an, noch keine Handelsabkommen

Trump und Carney schlagen herzliche Töne an, noch keine Handelsabkommen
Ananthu C U
07. Okt. 2025, 20:55 PM
  • Carney und Trump schlagen freundliche Töne an, aber kein Durchbruch beim Handel bei Schlüsseltreffen im Weißen Haus.
  • Trump lobt Carney inmitten der anhaltenden Zoll- und Handelsspannungen als "Weltklasse-Führer".
  • Kanada und USA versprechen trotz ungelöster Zollfragen Fortschritte bei künftigen Handelsgesprächen.

Der Besuch von Premierminister Mark Carney in Washington am Dienstag markierte einen seltenen Moment der Wärme in den oft angespannten Handelsbeziehungen zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten.

Obwohl Carney ohne ein bahnbrechendes Abkommen austrat, wurde Carneys Treffen mit Präsident Donald Trump im Oval Office als diplomatischer Erfolg gewertet, der die Spannungen abbaute und die Bühne für weitere Gespräche bereitete.

Warmes Treffen im Weißen Haus, aber noch kein Handelsabkommen

Bei einem Treffen, das als herzlich und konstruktiv beschrieben wurde, lobte Präsident Trump Carney als "Weltklasse-Führer" und "harten Verhandlungsführer" und sagte, dass die beiden Länder in den letzten Monaten "einen langen Weg zurückgelegt" hätten.

Der US-Präsident äußerte sich optimistisch, dass Kanada mit einem möglichen Handelsabkommen "sehr zufrieden" davonkommen werde, räumte jedoch ein, dass die Verhandlungen "kompliziert" blieben.

Carney, der die Wahl im April mit dem Ziel gewann, Kanadas zollgebeutelte Wirtschaft zu reparieren und die Beziehungen zu Washington wiederherzustellen, schloss sich dem positiven Ton an.

Er sagte, er sei zuversichtlich, dass Kanada und die USA "den richtigen Deal bekommen" würden, auch wenn wichtige Fragen ungelöst blieben - einschließlich Zöllen und zukünftigen Überarbeitungen des Abkommens zwischen den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada (USMCA).

Trump verhängte eine Abgabe von 35 % auf kanadische Importe, zusätzlich zu sektorspezifischen Zöllen – 50 % auf Metalle und 25 % auf Autos – obwohl Ausnahmen für Waren gelten, die unter USMCA fallen.

Carney hat mehrere Gegenzölle auf US-Waren zurückgenommen, um die Spannungen abzubauen, aber wichtige Handelshemmnisse bleiben in Kraft.

Während Trump von einer "Fusion" zwischen den beiden Ländern scherzte, entschärfte Carney die Bemerkung mit einem Lachen und bemerkte: "Das war nicht der Ort, an den ich ging."

Der unbeschwerte Ton markierte einen deutlichen Kontrast zu Trumps oft kämpferischem Verhältnis zum ehemaligen Premierminister Justin Trudeau.

Der innenpolitische Druck wegen der Zölle nimmt zu

In seiner Heimat sieht sich Carney zunehmendem politischen und industriellen Druck ausgesetzt, spürbare Handelserleichterungen zu schaffen.

Der Premierminister von Ontario, Doug Ford, forderte den Premierminister auf, "hart zurückzuschlagen", sollte Trump sich weigern, die Zölle aufzuheben, und forderte erneute Gegenmaßnahmen gegen US-Waren.

"Vielleicht weiß Premierminister Carney etwas, was ich nicht weiß", sagte Ford und schlug vor, dass Carney die Provinzführer über seine Handelsstrategie informieren sollte.

Auch Gewerkschaften äußerten sich frustriert.

Marty Warren, nationaler Direktor der kanadischen Gewerkschaft United Steelworkers, sagte, es seien "dringende Maßnahmen" erforderlich, um Arbeitsplätze und Industrien zu schützen, und warnte, dass "Kanadas Nadelholzindustrie am Rande des Zusammenbruchs steht".

Gemeinsamer Optimismus, anhaltende Komplexität

Beide Staatsoberhäupter betonten, dass ihre persönliche Beziehung eine Grundlage für den Fortschritt sei, wobei Trump sagte, dass die beiden Länder sowohl "einen natürlichen Konflikt" als auch "gegenseitige Liebe" teilen.

Carney betonte daraufhin die Stärke der Handelsbeziehungen zwischen Kanada und den USA und wies darauf hin, dass 75 % der kanadischen Exporte in die USA gehen.

"Es gibt Bereiche, in denen wir konkurrieren, und in diesen Bereichen müssen wir zu einer Vereinbarung kommen, die funktioniert", sagte Carney. "Aber es gibt noch mehr Bereiche, in denen wir gemeinsam stärker sind."

Trotz des Fehlens eines konkreten Durchbruchs wurde das Treffen als positiver Schritt zur Stabilisierung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern gewertet.

Die Premierministerin von Alberta, Danielle Smith, sagte: "Oft werden diese Handelsabkommen aufgrund einer guten persönlichen Beziehung zwischen den Staats- und Regierungschefs vorangetrieben. Sie scheinen einen guten Start hingelegt zu haben."