Europa-Bulletin: Märkte steigen, Starmers Indien-Besuch, deutsche Temu-Untersuchung

Europa-Bulletin: Märkte steigen, Starmers Indien-Besuch, deutsche Temu-Untersuchung
Ananthu C U
08. Okt. 2025, 19:35 PM
  • Die europäischen Märkte steigen, da die Anleger die Turbulenzen in Frankreich und die Temu-Untersuchung in Deutschland verdauen.
  • Keir Starmer drängt bei seinem ersten offiziellen Besuch in Mumbai auf ein schnelles Handelsabkommen zwischen Indien und Großbritannien.
  • Apple und Meta stehen kurz vor EU-Vergleichen in wichtigen Kartellfällen.

Die europäischen Märkte schlossen am Mittwoch höher, da die Anleger mit einer komplexen Mischung aus politischen Entwicklungen, regulatorischen Maßnahmen und diplomatischen Updates auf dem gesamten Kontinent konfrontiert waren.

Frankreich befand sich während des Besuchs des britischen Premierministers Keir Starmer in Indien weiterhin in politischen Unruhen.

Deutschland hat eine behördliche Prüfung des chinesischen E-Commerce-Riesen Temu eingeleitet.

Europäische Aktien schließen angesichts politischer Unsicherheit höher

Die wichtigsten europäischen Aktienindizes beendeten die Sitzung am Mittwoch im positiven Bereich, wobei die Anleger innenpolitische Verschiebungen und breitere wirtschaftliche Signale abwägten.

Der deutsche DAX legte um 0,87 % zu, angeführt von einem Anstieg von Zalando um 5,34 %, während der französische CAC 40 um 1,07 % zulegte, unterstützt durch einen Anstieg von ArcelorMittal um 6,55 %.

Der FTSE 100 in London kletterte um 0,69% und erreichte ein neues Intraday-Hoch, angetrieben durch den Anstieg von Antofagasta um 4,22%, und der Euro Stoxx 50 verbesserte sich um 0,64%, unterstützt durch einen Anstieg von Siemens Energy um 3,34%.

Der Marktanstieg kam, als der französische Präsident Emmanuel Macron nach dem Rücktritt von Premierminister Sebastien Lecornu wachsendem politischen Druck ausgesetzt war.

Macron forderte den scheidenden Ministerpräsidenten auf, die "abschließenden Verhandlungen" über die Regierungsbildung bis Mittwochabend abzuschließen, da die Zustimmung der Öffentlichkeit schwindet.

Deutschland leitet Kartelluntersuchung gegen Temu ein

Das Bundeskartellamt hat ein Kartellverfahren gegen Whaleco Technology Limited, den Betreiber der chinesischen E-Commerce-Plattform Temu, wegen angeblicher Manipulation der Preispolitik der Verkäufer eröffnet.

Nach Angaben der Behörde hat Temu – das 19,3 Millionen deutsche Nutzer und über 100 Millionen monatliche europäische Besucher hat – den Händlern möglicherweise illegale Preisanforderungen auferlegt.

Der Präsident des Kartellamts, Andreas Mundt, warnte, dass solche Praktiken "den Wettbewerb einschränken und zu höheren Preisen führen" könnten.

Russland warnt EU vor diplomatischen Restriktionen

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, warnte angesichts der zunehmenden Spannungen, dass Moskau Vergeltung üben werde, wenn die Europäische Union mit ihren Plänen fortfahre, die Reisetätigkeit russischer Diplomaten einzuschränken.

Sacharowa behauptete, dass russische Gesandte in mehreren Ländern mit "Einschüchterung und physischer Gewalt" konfrontiert seien, und versprach eine verhältnismäßige Reaktion, sobald die Sanktionen offiziell in Kraft getreten seien.

Unabhängig davon begrüßte sie die erneuten Bemühungen um ein Ende der Zusammenstöße im syrischen Aleppo, wo Regierungstruppen und kurdische Gruppen kürzlich einen Waffenstillstand erreicht haben.

Der britische Außenminister Keir Starmer beginnt seinen Indien-Besuch mit Schwerpunkt auf dem Handel

Auf der anderen Seite des Ärmelkanals begann der britische Premierminister Keir Starmer seinen ersten offiziellen Besuch in Indienund signalisierte damit die Dringlichkeit des Abschlusses des lang erwarteten Freihandelsabkommens (FTA) zwischen Indien und dem Vereinigten Königreich.

In seiner Rede in Mumbai nannte Starmer das Freihandelsabkommen eine "Startrampe" für eine vertiefte Zusammenarbeit und "Großbritanniens größten Handelsmeilenstein seit dem Brexit".

Begleitet von über 100 Wirtschaftsführern skizzierte Starmer eine vollgepackte Tagesordnung, darunter einen Global Fintech Summit, bilaterale Gespräche mit Premierminister Narendra Modi und Diskussionen über Handel, Verteidigung und Innovation.

Beide Länder streben an, den Handel bis 2030 im Rahmen der indisch-britischen Roadmap Vision 2035 zu verdoppeln und damit eine Partnerschaft zu stärken, die sich auf Wirtschaftswachstum und technologische Zusammenarbeit konzentriert.

Apple und Meta stehen vor Einigung mit EU-Regulierungsbehörden

Berichten zufolge steht die Europäische Kommission kurz davor, zwei große Kartellfälle mit Meta und Apple beizulegen, was auf eine mögliche Entspannung der Spannungen zwischen Brüssel und Washington über den Digital Markets Act (DMA) hindeutet.

Meta wurde im April wegen seines "Pay or Consent"-Modells mit einer Geldstrafe von 200 Millionen Euro belegt, während Apple wegen der Praktiken des App Stores, die Entwickler einschränken, unter die Lupe genommen wird.

Beide Unternehmen befinden sich nun in Gesprächen, um ihre Geschäftsabläufe anzupassen, um weitere Strafen zu vermeiden.

Ein Abkommen könnte einen Wendepunkt in den Technologiebeziehungen zwischen der EU und den USA markieren und einen Rahmen für Compliance- und digitale Wettbewerbsstandards in ganz Europa schaffen.