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60 Millionen US-Dollar an den Kinokassen des südkoreanischen Films läuten eine neue Ära für KI ein

60 Millionen US-Dollar an den Kinokassen des südkoreanischen Films läuten eine neue Ära für KI ein
Diya Poddar
13. Okt. 2025, 10:01 AM
  • Die Produktion des Films kostete 25 Millionen Dollar, weit unter den typischen Hollywood-Budgets.
  • Mofac Studios sicherte sich 4,3 Millionen US-Dollar an neuen KI-Finanzmitteln von Altos Ventures.
  • Mofac Studios sicherte sich 4,3 Millionen US-Dollar an neuen KI-Finanzmitteln von Altos Ventures.

Als Südkoreas von der Pandemie betroffene Filmindustrie durch sinkende Kassenumsätze und explodierende Budgets in die Enge getrieben schien, kam es durch die Technologie zu einer unerwarteten Wiederbelebung.

Bloomberg berichtet, dass King of Kings – ein Animationsfilm mit bescheidenem Budget, der von den in Seoul ansässigen Mofac Studios produziert wurde – allen Widrigkeiten trotzte und ein weltweiter Erfolg wurde.

Der Film, der um Ostern in den USA in die Kinos kam, spielte an den amerikanischen Kinokassen 60 Millionen Dollar ein und soll nun bis Weihnachten weltweit die Marke von 100 Millionen Dollar überschreiten.

Was den Triumph bemerkenswert macht, sind nicht nur die Einnahmen, sondern auch die Art und Weise, wie künstliche Intelligenz den Produktionsprozess umgestaltet und die Wettbewerbsbedingungen für kleinere Studios angleicht.

KI-gestützte Filmproduktion zielt darauf ab, Zeit und Kosten zu sparen

Die Mofac Studios unter der Leitung des erfahrenen Visual-Effects-Regisseurs Jang Seong-ho produzierten King of Kings – eine Adaption von Charles Dickens' Das Leben unseres Herrn – für nur 25 Millionen Dollar, ein Bruchteil des typischen Hollywood-Budgets.

Zu den englischsprachigen Synchronsprechern des Films gehörten Kenneth Branagh, Oscar Isaac und Uma Thurman, was dazu beitrug, dass der Film weltweite Aufmerksamkeit erregte und Parasite als erfolgreichsten südkoreanischen Film in den USA übertraf.

Nun wendet sich Mofac der KI zu. Mit einer Finanzierung von 6 Milliarden Won von Altos Ventures baut das Studio hauseigene Server auf und entwickelt KI-gestützte Produktionstools mit der Unreal Engine von Epic Games.

Ziel ist es, Produktionszeit und -kosten durch die Automatisierung des visuellen Designs, des Renderings und der Szenenerstellung zu halbieren, sodass ein oder zwei Personen das erreichen können, wofür früher Hunderte erforderlich waren.

Koreas Studios wetteifern um die Einführung von KI inmitten langsamer Erholung

Der Wandel hin zu KI breitet sich schnell in der südkoreanischen Filmindustrie aus, die eine der schwächsten Erholungen seit der Pandemie erlebt hat.

Die Zahl der neuen Filme ist im Vergleich zu den Höchstständen vor Covid um mehr als die Hälfte gesunken, was die Studios dazu veranlasst, nach Möglichkeiten zu suchen, die Produktion zu rationalisieren.

Meditation with a Pencil, ein weiteres in Seoul ansässiges Studio, nutzt KI-Tools, um Hongkongs Klassiker A Better Tomorrow in animierter Form neu zu verfilmen.

Galaxy Corp. – bekannt für das Management des Parasite-Stars Song Kang-ho und der K-Pop-Ikone G-Dragon – arbeitet mit SKAI Intelligence und der Omniverse-Plattform von Nvidia zusammen, um KI-gesteuerte virtuelle Charaktere und Inhalte zu erstellen.

In der Zwischenzeit testet Hive Media Corp., der Produzent von 12.12: The Day, KI sowohl im Animations- als auch im Live-Action-Format.

Ihre Initiativen fallen mit neuer staatlicher Unterstützung zusammen: Die Beamten haben zusätzliche Mittel für KI-gesteuerte Animation zugesagt, wobei ein spezieller Fonds für den Ausbau technologiebasierter Filmprojekte geplant ist.

Asien setzt auf KI, während Hollywood über ihre Grenzen debattiert

Während der Einsatz von KI im Kino in den USA – wo sich die anhaltenden Debatten um kreative Rechte und Arbeitsplatzsicherheit drehen – nach wie vor umstritten ist, bewegen sich asiatische Filmemacher schneller bei der Integration dieser Tools vor.

Von Sora von OpenAI bis hin zu Kuaishou Kling AI in China gewinnen Videogenerierungssysteme, die in Sekundenschnelle lebensechte Clips erstellen können, in der gesamten Region an Bedeutung.

Für viele koreanische Produzenten bietet die Technologie eine Überlebensstrategie in einem Markt, der durch hohe Produktionskosten und eine begrenzte Nachfrage nach der Pandemie eingeschränkt ist.

KI-Tools versprechen kürzere Arbeitsabläufe und einen geringeren Arbeitsaufwand und schaffen Möglichkeiten für Studios, die nicht über eine Finanzierung im Hollywood-Maßstab verfügen, aber dennoch darauf abzielen, weltweit wettbewerbsfähige Filme zu produzieren.

Dennoch bestehen nach wie vor Bedenken. Branchenvertreter warnen davor, dass eine schnelle Einführung Kreativschaffende verdrängen und die visuelle Sprache des Kinos verändern könnte.

Laut Bloomberg äußerte der Regisseur Park Chan-wook, bekannt für Old Boy, während des Busan International Film Festivals die Befürchtung, dass die Automatisierung "viele Arbeitsplätze wegnehmen und die Ästhetik des Films grundlegend verändern könnte".

Der Aufstieg eines kleinen Studios signalisiert ein neues Kräfteverhältnis

Jangs fünfköpfiges Team von King of Kings verließ sich stark auf Motion-Capture-Technologie und zeigte, wie begrenzte Ressourcen immer noch Ergebnisse auf Blockbuster-Niveau liefern können.

Der Erfolg deutet darauf hin, dass zukünftige südkoreanische Produktionen weniger von der Größe als vielmehr von technologischer Agilität abhängen werden.

Wenn Mofac sein Ziel erreicht, jedes Jahr einen Spielfilm und eine Serie durch KI-gestützte Workflows zu produzieren, könnte es Südkoreas Position im globalen Kino neu definieren und das Land von einem Exporteur von Arthouse-Hits zu einem wettbewerbsfähigen Produzenten von Mainstream-Animationsfilmen machen.

Der Aufstieg von King of Kings markiert somit nicht nur einen Kassenerfolg, sondern auch den Beginn einer Ära, in der südkoreanische Studios künstliche Intelligenz einsetzen, um mit den größten Filmindustrien der Welt in Bezug auf Geschwindigkeit, Effizienz und kreative Reichweite zu konkurrieren.