Nvidia und Firmus treiben Australiens Ausbau der KI mit erneuerbaren Energien voran

Nvidia und Firmus treiben Australiens Ausbau der KI mit erneuerbaren Energien voran
Diya Poddar
16. Okt. 2025, 08:33 AM
  • Erste Phase zur Bereitstellung von 150 MW Leistung mit Nvidia GB300-Chips.
  • Die Finanzierung in Höhe von 330 Millionen US-Dollar wurde mit Unterstützung von Nvidia und Ellerston Capital aufgebracht.
  • Durch den Ausbau könnten bis 2028 5,1 GW an neuen erneuerbaren Kapazitäten freigesetzt werden.

Australien geht einen entscheidenden Schritt in Richtung Verschmelzung von künstlicher Intelligenz und sauberer Energie. Die Nvidia Corp. hat sich mit dem lokalen Start-up Firmus Technologies Ltd. zusammengetan, um ein Netzwerk von KI-Rechenzentren zu schaffen, die vollständig mit erneuerbaren Quellen betrieben werden.

Die als Project Southgate bekannte Initiative im Wert von 4,5 Milliarden AUD (2,9 Milliarden US-Dollar) hat mit dem Bau in Melbourne und Tasmanien begonnen. Nach Fertigstellung wird es eine Rechenkapazität von 150 Megawatt liefern, die von den neuesten GB300-Chips von Nvidia unterstützt wird.

Einem Bloomberg-Bericht zufolge sollen die ersten Anlagen bis April 2026 in Betrieb gehen, längerfristig ist eine landesweite Skalierung auf bis zu 1,6 Gigawatt geplant.

Saubere Energie treibt neue KI-Infrastruktur voran

Das Projekt Southgate markiert einen Wendepunkt in der Art und Weise, wie Australien energieintensives Computing angeht. Die Initiative wird mit erneuerbarer Wind-, Solar- und Wasserkraft betrieben und trägt so dazu bei, den hohen CO2-Fußabdruck auszugleichen, der normalerweise mit Rechenzentren verbunden ist.

Bloomberg gibt an , dass Firmus sagte, dass der Ausbau 5,1 Gigawatt an neuen sauberen Energieprojekten im ganzen Land freisetzen könnte, was etwa 5 Prozent der derzeit installierten australischen Kapazität entspricht.

Die Rechenzentren werden mit Nvidias Hochleistungs-GPUs und energieeffizienten Kühlsystemen ausgestattet sein. Die für KI-Workloads konzipierten Standorte zielen darauf ab, den Wasserverbrauch auf nahezu Null zu senken und gleichzeitig skalierbare Rechenkapazität beizubehalten.

Bloomberg merkt an, dass dieses Modell laut Firmus als Blaupause dafür dienen könnte, wie Länder souveräne KI-Infrastruktur mit nachhaltiger Energienutzung verbinden.

Projektförderung und Industriepartnerschaften

Firmus hat bereits 330 Millionen US-Dollar an Finanzmitteln aufgebracht, um den Bau zu beschleunigen, unterstützt von Ellerston Capital und Nvidia. Das Unternehmen arbeitet mit CDC Data Centres, die sich im Besitz von Infratil befinden, zusammen, die die GPU-Infrastruktur innerhalb ihres australischen Netzwerks hosten werden.

Die Partnerschaft ermöglicht es Project Southgate, den bestehenden Netzzugang und das betriebliche Know-how zu nutzen und gleichzeitig die vollständige Beschaffung erneuerbarer Energien aufrechtzuerhalten.

Für ein fünf Hektar großes Gelände in Launceston, Tasmanien, liegen die Genehmigungen vor. Der Campus wird zwei Serverhallen, Büros und zugehörige Einrichtungen umfassen, mit strengen Umweltauflagen zum Schutz der lokalen Ökosysteme.

Bloomberg berichtet, dass die tasmanische Regierung den Standort als Teil einer "Green AI Factory Zone" positioniert und die Region als Drehscheibe für kohlenstoffarme digitale Infrastruktur etabliert.

Skalierungsambitionen und regionale Herausforderungen

Während die erste Phase 150 Megawatt Strom liefern wird, will Firmus das Projekt Southgate bis 2028 auf 1,6 Gigawatt skalieren. Um dies zu erreichen, sind erhebliche Modernisierungen der Übertragungskapazität und der Erzeugung erneuerbarer Energien sowie eine Koordinierung mit den nationalen Energiebehörden erforderlich.

Die letztendliche Erweiterung des Projekts könnte bis zu 73,3 Mrd. AUD an kumulierten Investitionen anziehen und Tausende von Arbeitsplätzen im Baugewerbe und in der Technik schaffen.

Experten weisen jedoch darauf hin, dass die begrenzte Übertragungskapazität Tasmaniens kurzfristige Herausforderungen mit sich bringen könnte. Der Ausgleich zwischen KI-gesteuerter Stromnachfrage und erneuerbarer Energieversorgung wird entscheidend sein, um die Netzstabilität zu gewährleisten.

Dennoch sagen Analysten, dass das Projekt einen der ehrgeizigsten Versuche darstellt, die Entwicklung sauberer Energien mit der KI-Infrastruktur überall auf der Welt in Einklang zu bringen.

Innovation über die Datenspeicherung hinaus

Über die physische Infrastruktur hinaus arbeitet Firmus mit Rafay Systems zusammen, um seine KI-Cloud-Plattform zu verbessern. Die Partnerschaft wird es Entwicklern ermöglichen, Modelle mit demselben auf erneuerbaren Energien basierenden Datenframework zu trainieren und bereitzustellen.

Durch die Kombination von grüner Energie mit rechenintensiven Anwendungen zielt Project Southgate darauf ab, Australien zu einem globalen Bezugspunkt für nachhaltiges KI-Wachstum zu machen.

Da der Stromverbrauch der KI-Industrie weltweit steigt, könnte Australiens Ansatz dazu beitragen, die Lücke zwischen digitaler Expansion und Klimaverantwortung zu schließen – und damit einen Präzedenzfall dafür zu schaffen, wie Länder KI in großem Maßstab entwickeln, ohne die Umweltkosten zu erhöhen.