Apple sieht sich in China mit einer neuen Kartellbeschwerde konfrontiert, da Nutzer ein App-Store-Monopol vorwerfen

Apple sieht sich in China mit einer neuen Kartellbeschwerde konfrontiert, da Nutzer ein App-Store-Monopol vorwerfen
Diya Poddar
20. Okt. 2025, 12:38 PM
  • 55 chinesische iPhone- und iPad-Nutzer haben eine Kartellbeschwerde eingereicht.
  • Die Gruppe behauptet, Apple zwinge die Nutzer in den App Store und sein IAP-System.
  • Die Beschwerdeführer argumentieren, dass Apple sein Ökosystem in den USA und Europa unter dem Druck der Aufsichtsbehörden geöffnet hat.

Apple steht in China erneut unter Beobachtung, da 55 lokale iPhone- und iPad-Nutzer eine Beschwerde wegen angeblicher monopolistischer Praktiken bei der Verbreitung von Apps und Zahlungssystemen eingereicht haben.

Die Beschwerde, berichtet Reuters, die am Montag bei der staatlichen Verwaltung für Marktregulierung (SAMR) eingereicht wurde, wirft dem Unternehmen vor, seine marktbeherrschende Stellung zu missbrauchen, indem es die Verbraucher zwingt, Apples eigenes Ökosystem für App-Downloads und In-App-Zahlungen zu nutzen.

Der Schritt kommt zu einem heiklen Zeitpunkt, da die Handelsspannungen zwischen Peking und Washington weiterhin die Art und Weise prägen, wie Technologieunternehmen über Grenzen hinweg arbeiten.

Chinesische Nutzer werfen Apple vor, das iOS-Ökosystem zu monopolisieren

Angeführt von dem Anwalt Wang Qiongfei behauptet die Gruppe von Beschwerdeführern, dass Apple ein Monopol über den App-Vertrieb auf iOS-Geräten in China hält.

Laut der Einreichung beschränkt Apple die Nutzer auf seinen App Store zum Herunterladen von Anwendungen und setzt gleichzeitig sein In-App-Purchase-System (IAP) für Zahlungen durch.

In dem Reuters-Bericht heißt es, dass die Beschwerdeführer argumentieren, dass diese Einrichtung den Verbrauchern keine Wahl lässt und es Apple ermöglicht, Provisionen von bis zu 30 % auf Einkäufe über den App Store zu erheben.

In der Beschwerde wird ferner hervorgehoben, dass Apple in anderen wichtigen Märkten wie Europa und den Vereinigten Staaten Änderungen vorgenommen hat, um den neuen Wettbewerbsgesetzen zu entsprechen, indem App-Stores und alternative Zahlungssysteme von Drittanbietern zugelassen werden.

Eine ähnliche Flexibilität hat es jedoch nicht auf China ausgeweitet, wo iPhone- und iPad-Nutzer weiterhin mit Einschränkungen konfrontiert sind.

Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die wachsende regulatorische Kluft zwischen China und dem Westen

Dies ist nicht das erste Mal, dass Apple in China wegen seiner App-Store-Richtlinien mit rechtlichen Herausforderungen konfrontiert ist. Wang Qiongfei hatte bereits 2021 einen ähnlichen Fall geführt, der 2023 von einem Gericht in Shanghai abgewiesen wurde.

Diese Zivilklage wird derzeit vor dem Obersten Volksgericht angefochten, das im Dezember die Argumente anhörte. Ein Urteil steht noch aus.

Während sich der frühere Fall auf zivilrechtlichen Schadenersatz konzentrierte, zielt die jüngste Klage über das chinesische Verwaltungssystem auf Apple ab, was möglicherweise zu schnelleren regulatorischen Maßnahmen führen könnte.

Wang sagte gegenüber Reuters, dass dieser Weg im Vergleich zu früheren Gerichtsverfahren effizienter über die Regierungskanäle gehen könnte.

Der Zeitpunkt der Klage fällt mit den allgemeinen Spannungen zwischen China und den USA zusammen, wo beide Länder zunehmend Handelspolitik und Technologieregulierung als Instrumente des strategischen Wettbewerbs einsetzen.

Die Behörden in Peking haben die Aktivitäten großer amerikanischer Technologieunternehmen, einschließlich Apple, genauer beobachtet, und das zu einer Zeit, in der Washington die Exportbeschränkungen für chinesische Technologieunternehmen verschärft hat.

China verschärft kartellrechtliche Prüfung von US-Technologieunternehmen

Die Klage gegen Apple steht auch im Einklang mit einem breiteren Muster, wonach China die kartellrechtliche Aufsicht über in den USA ansässige Technologieunternehmen verschärft.

Anfang dieses Jahres leiteten die chinesischen Aufsichtsbehörden Ermittlungen gegen mehrere große amerikanische Unternehmen ein, darunter den Chiphersteller Qualcomm, der wegen seiner geplanten Übernahme des israelischen Auto-Tech-Unternehmens Autotalks unter die Lupe genommen wird.

Solche Maßnahmen deuten darauf hin, dass Peking eine stärkere regulatorische Kontrolle über ausländische Unternehmen ausübt, die auf seinem Markt tätig sind, insbesondere in Bereichen, die als strategisch wichtig gelten.

Apples dominante Rolle auf dem chinesischen Smartphone- und App-Markt positioniert das Unternehmen direkt im regulatorischen Fokus der Regierung.

Das Unternehmen argumentiert in der Regel, dass seine App Store-Richtlinien darauf ausgelegt sind, die Nutzer vor Betrug und Sicherheitsrisiken zu schützen und gleichzeitig sicherzustellen, dass Entwickler eine faire Plattform für die Monetarisierung erhalten.

Kritiker sagen jedoch, dass die hohen Provisionen und der Mangel an Zahlungsoptionen sowohl die Verbraucher als auch die App-Hersteller benachteiligen.

Ein neuer Test für Apples globale Regulierungsstrategie

Sollten sich Chinas Regulierer dazu entschließen, den Fall aufzugreifen, könnte dies eine deutliche Eskalation in der anhaltenden globalen Debatte über das Geschäftsmodell von Apple bedeuten.

Das Unternehmen war bereits in anderen Märkten mit regulatorischem Widerstand konfrontiert, insbesondere im Rahmen des Digital Markets Act der Europäischen Union, der große Technologieunternehmen dazu zwingt, ihre Ökosysteme zu öffnen.

Für Apple könnte die Klage in China seine Fähigkeit testen, sich in einem zunehmend fragmentierten globalen regulatorischen Umfeld zurechtzufinden.

Das Ergebnis könnte auch Einfluss darauf haben, wie das Unternehmen seine Dienstleistungen in Märkten strukturiert, die weiterhin mehr Transparenz und Wettbewerb verlangen.