Die von Reeves vorgeschlagene LLP-Steuerreform könnte den britischen Berufssektor mit einem Volumen von 1,9 Mrd. £ umgestalten

Die von Reeves vorgeschlagene LLP-Steuerreform könnte den britischen Berufssektor mit einem Volumen von 1,9 Mrd. £ umgestalten
Diya Poddar
23. Okt. 2025, 11:32 AM
  • Der Vorschlag könnte 200.000 Fachleute aus den Bereichen Recht, Buchhaltung und Gesundheitswesen betreffen.
  • Das Finanzministerium steht vor dem Haushalt am 26. November vor einem Haushaltsdefizit von 30 Milliarden Pfund gegenüber.
  • Die Law Society warnt davor, dass die Änderung das Wachstum von Berufskanzleien beeinträchtigen könnte.

Die britische Finanzministerin Rachel Reeves prüft Berichten zufolge Änderungen an der Besteuerung von Limited Liability Partnerships (LLPs), was weitreichende Folgen für Fachleute in den Bereichen Recht, Buchhaltung und Gesundheitswesen haben könnte.

Der Vorschlag, über den die Times berichtete, kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Finanzministerium vor dem Haushalt am 26. November mit einem Defizit von bis zu 30 Milliarden Pfund konfrontiert ist.

Der zur Diskussion stehende Plan könnte dazu führen, dass Partner in LLPs – die derzeit als Selbstständige behandelt werden – den Sozialversicherungsbeiträgen der Arbeitgeber unterliegen.

Experten gehen davon aus, dass dies zwar dazu beitragen kann, die Einnahmen zu steigern, aber auch die Steuerlandschaft für fast 200.000 Berufstätige in ganz Großbritannien neu gestalten könnte.

Regierung wägt LLP-Steueränderungen angesichts des fiskalischen Drucks ab

Der von Reeves berichtete Plan ist Teil einer umfassenderen Bemühung, die Haushaltslücke zu schließen, ohne die Einkommensteuer, die Mehrwertsteuer oder die Sozialversicherung für Arbeitnehmer direkt zu erhöhen.

Nach Schätzungen des Centre for the Analysis of Taxation könnte die vorgeschlagene LLP-Reform etwa 1,9 Mrd. £ einbringen.

Branchenverbände warnen jedoch davor, dass der Schritt unbeabsichtigte Auswirkungen haben könnte.

Die Law Society of England and Wales, die landesweit Anwälte vertritt, argumentiert, dass eine solche Maßnahme Sektoren schwächen könnte, die für die eigenen Wachstumsambitionen der Regierung von zentraler Bedeutung sind.

Anwalts- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, die bereits mit inflationsbedingten Kosten und potenziellen neuen Vorschriften zu kämpfen haben, könnten durch höhere Steuerverbindlichkeiten zusätzlich belastet werden.

LLPs sind seit langem die bevorzugte Struktur für professionelle Kanzleien, da sie Flexibilität bieten und gleichzeitig den Haftungsschutz aufrechterhalten.

Ökonomen sagen, dass eine Änderung ihres Steuerstatus die Kluft zwischen Selbstständigen und Kapitalgesellschaften verringern würde – ein Schritt, der von einigen als Angleichung des Systems an umfassendere Fairnessprinzipien angesehen wird.

Rechts- und Gesundheitssektor bereiten sich auf mögliche Auswirkungen vor

Die Reichweite des Vorschlags geht über Recht und Finanzen hinaus. Auch Hausärzte, die im Rahmen von LLPs arbeiten, könnten betroffen sein, was möglicherweise die Partnerschaftsstrukturen innerhalb der Arztpraxen verändert.

Berichten zufolge prüft das Finanzministerium, ob offene Handelsgesellschaften ausgenommen werden sollen, was einige Ärzte, aber keine Anwälte oder Buchhalter ausschließen könnte – eine Unterscheidung, vor der Experten warnen, könnte zu Inkonsistenzen und wirtschaftlichen Verzerrungen führen.

Die Regierung muss noch bestätigen, ob diese Überlegungen im Haushalt für November in konkrete Gesetze umgesetzt werden.

Angesichts des Potenzials, erhebliche Einnahmen zu erzielen, glauben Analysten, dass der Vorschlag weiterhin ernsthaft in Betracht gezogen wird.

Fiskalreform steht vor der Bewährungsprobe für Gleichgewicht und Wachstum

Reeves' Herausforderung besteht darin, fiskalische Verantwortung mit dem Versprechen der Labour-Regierung auf nachhaltiges Wachstum in Einklang zu bringen.

Durch die Ausrichtung auf LLPs könnte das Finanzministerium einen kurzfristigen Umsatzschub erzielen, aber Kritiker warnen davor, dass dies Investitionen und Expansionen bei professionellen Dienstleistungsunternehmen entmutigen könnte.

Branchenbeobachter argumentieren, dass insbesondere Anwaltsgesellschaften bereits keinen Zugang zu steuerlichen Anreizen haben, die für andere Geschäftsmodelle zur Verfügung stehen.

Das Hinzufügen weiterer Verbindlichkeiten könnte, so sagen sie, die Rekrutierung und Innovation in einem Sektor entmutigen, der für Großbritanniens weltweiten Ruf für Rechts- und Finanzdienstleistungen von entscheidender Bedeutung ist.

Die Debatte unterstreicht die umfassendere Frage, wie das Vereinigte Königreich seine Steuerbasis reformieren kann, ohne die Produktivität oder Wettbewerbsfähigkeit zu untergraben.

Da der Haushaltsplan für November nur noch wenige Wochen vor der Verlegung steht, richtet sich die Aufmerksamkeit darauf, ob die Regierung mit der Maßnahme fortfahren, sie zum Schutz wichtiger Berufe ändern oder alternative Wege zur Überbrückung der Lücke von 30 Milliarden Pfund erkunden wird.