EU verabschiedet neues Russland-Sanktionspaket gegen LNG und Schattenflotte

EU verabschiedet neues Russland-Sanktionspaket gegen LNG und Schattenflotte
Diya Poddar
23. Okt. 2025, 10:03 AM
  • EU verabschiedet 19. Sanktionspaket gegen Russlands Energiesektor.
  • LNG-Importe aus Russland sollen bis 2027 verboten werden, sagt Dänemark.
  • Österreich, Ungarn und die Slowakei verzögerten die Annahme des Abkommens.

Die Europäische Union hat ihr 19. Sanktionspaket gegen Russland verabschiedet und damit eine ihrer stärksten gemeinsamen Bemühungen mit den USA unternommen, Moskau daran zu hindern, seinen Krieg in der Ukraine zu finanzieren.

Die neuen Maßnahmen zielen auf die russische Energieinfrastruktur und das Netz ab, das dem Land geholfen hat, frühere Beschränkungen zu umgehen, und signalisieren eine koordinierte westliche Strategie, um die mit dem Kreml verbundenen Einnahmen vor 2027 einzudämmen.

Das Paket, das nach wochenlangen internen Debatten verabschiedet wurde, umfasst ein künftiges Verbot der Einfuhr von Flüssigerdgas (LNG) aus Russland, strengere Regeln für Ölgeschäfte und neue Maßnahmen gegen Schiffe, die an der Umgehung von Sanktionen beteiligt sind.

Sie ergänzt die jüngsten Maßnahmen der USA gegen die großen russischen Produzenten Rosneft PJSC und Lukoil PJSC und unterstreicht eine geschlossene Front, die darauf abzielt, Schlupflöcher auf den globalen Märkten zu schließen.

LNG-Verbot ab 2027 markiert Wendepunkt in der EU-Energiepolitik

Nach Angaben Dänemarks, das derzeit die rotierende EU-Ratspräsidentschaft innehat, hat sich die EU darauf geeinigt, alle Importe von russischem LNG bis 2027 zu stoppen.

Dieser Schritt markiert einen bedeutenden politischen Wandel, mit dem die allmähliche Abkopplung Europas von Moskaus Energielieferungen seit dem Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 abgeschlossen wird.

Die EU hat ihre Abhängigkeit von russischem Gas bereits verringert, aber LNG-Importe sind nach wie vor eine der letzten Verbindungen, die europäische Energieunternehmen mit russischen Exporteuren verbinden.

Das bevorstehende Verbot wird die jährlichen Einnahmen des russischen Energiesektors in Milliardenhöhe verringern und die Kriegswirtschaft des Landes weiter belasten, da die westlichen Verbündeten die Vorschriften verschärfen.

Gleichzeitig will die EU die Zusammenarbeit mit alternativen Lieferanten, darunter die USA, Katar und afrikanische Produzenten, stärken, um die langfristige Energiesicherheit zu gewährleisten.

Razzia weitet sich auf 117 Schiffe der Schattenflotte und Ölhändler aus

Ein wichtiger Teil der neuen Sanktionen zielt auf die sogenannte "Schattenflotte" von Schiffen ab, die russisches Öl und LNG unter komplexen Eigentümerstrukturen transportieren, um bestehende Beschränkungen zu umgehen.

Die EU hat 117 weitere Schiffe sanktioniert, von denen angenommen wird, dass sie in diesem Netzwerk tätig sind, was für die Aufrechterhaltung russischer Exporte trotz früherer Verbote von entscheidender Bedeutung war.

Die EU hat auch die Transaktionsbeschränkungen für zwei der größten russischen Ölkonzerne, Rosneft und Lukoil, ausgeweitet.

Zuvor war es diesen Unternehmen erlaubt, im Rahmen bestimmter Ausnahmeregelungen im Zusammenhang mit der globalen Energiestabilität Handel zu treiben, aber die neuen Maßnahmen verengen diese Schlupflöcher erheblich.

Diese Beschränkungen stehen in engem Zusammenhang mit den neuen US-Sanktionen, die nur einen Tag zuvor eingeführt wurden und sich gegen dieselben Unternehmen und ihre Handelstöchter richten.

Zusammen markieren die transatlantischen Maßnahmen einen der bisher umfassendsten Versuche, Moskaus Zugang zu Schifffahrts-, Finanzierungs- und Energiehandelsrouten abzuwürgen.

Fortschritte bei den Sanktionen nach dem Widerstand Österreichs, Ungarns und der Slowakei

Die Verabschiedung des 19. Sanktionspakets folgte auf wochenlangen Widerstand von Mitgliedstaaten, die stärker auf russische Energie angewiesen sind, darunter Österreich, Ungarn und die Slowakei.

Ihre Einwände konzentrierten sich auf die Energiesicherheit und die wirtschaftlichen Auswirkungen weiterer Beschränkungen, die die Verabschiedung des Pakets verzögerten, bis Kompromisse erzielt wurden.

Die zunehmende Annäherung zwischen Washington und Brüssel trug jedoch letztlich dazu bei, das Abkommen durchzusetzen. Die europäischen Politiker sahen das Paket als wesentlich an, um den Druck auf Moskau aufrechtzuerhalten und den globalen Märkten zu signalisieren, dass die Umgehung von Sanktionen einer härteren Prüfung unterzogen wird.

Der koordinierte Zeitpunkt der Ankündigungen der EU und der USA untermauerte diese Botschaft, und beide Seiten bemühten sich, die verbleibenden Lücken bei der Durchsetzung in den Bereichen Öl, Gas und Schifffahrt zu schließen.

Westliche Verbündete verschärfen Koordinierung gegen Russlands Kriegswirtschaft

Mit der Synchronisierung ihrer Sanktionen zielen die EU und die USA nicht nur auf die Exporteinnahmen Russlands ab, sondern signalisieren auch eine langfristige Einigkeit in ihrer Reaktion auf den Krieg.

Dieser Ansatz soll es Russland erschweren, seine Exporte über Zwischenhändler oder sympathisierende Nationen umzuleiten.

Die jüngsten Maßnahmen zeigen, wie die westlichen Verbündeten allmählich von reaktiven Sanktionen zu einem strategischeren Rahmen übergehen, der sich auf die Schwächung der wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit Russlands und seiner Fähigkeit zur Aufrechterhaltung längerer Militäroperationen konzentriert.

Während der Krieg in sein drittes Jahr geht, unterstreicht die erneute Betonung der Energiesanktionen eine umfassendere Neukalibrierung der westlichen Strategie: Verringerung der Abhängigkeit, Verstärkung der Durchsetzung und Einschränkung des Zugangs Russlands zu globalem Kapital und Logistiknetzwerken.