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Kospi, Nikkei 225 steigen stark: Ist Asiens KI-Erholung diesmal nachhaltig?

Kospi, Nikkei 225 steigen stark: Ist Asiens KI-Erholung diesmal nachhaltig?
Devesh Kumar
31. Juli 2026, 06:51 AM

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Kaufen: Taiwan Semi (TSMC)

Die Erholung von Kospi/Nikkei wird durch konkrete Nachweise für Cloud‑ und Chip‑Nachfrage getrieben (Azure‑ und AWS‑Wachstum). TSMC ist der klarste Weg, an diesem KI‑CapEx‑Zyklus in Asien teilzuhaben, mit dem größten Aufwärtspotenzial, falls der Ausbau von Rechenzentren weiterhin in Nachfrage nach modernsten Wafern mündet. Thesis killer: Die KI‑CapEx‑Ausgaben verlangsamen sich so stark, dass Preise und Auslastung einbrechen und TSMC gezwungen ist, Margen/Volumen nach unten zu prognostizieren.

Kernrisiko: Das Wachstum der KI‑Ausgaben verlangsamt sich und Chippreise/Auslastung fallen, wodurch TSMCs Ertragskraft sinkt.

Verkaufen: Samsung Electronics (005930.KS)

Samsung und SK Hynix erholten sich, doch der Artikel stellt die Bewegung als eine heftige Neubewertung dar, nicht als wiederhergestellte Stabilität, und verweist auf die Kernfrage: Kann CapEx weiter steigen, ohne den freien Cashflow und die Renditen zu belasten. Samsung ist stärker von Zyklen im Speicherbereich und Wettbewerbsdruck aus China betroffen; eine Erholung kann verpuffen, wenn die Margen nicht halten. Thesis killer: Die Speicherpreise erholen sich nicht und Samsungs Cash‑Generierung verschlechtert sich trotz der Index‑Rallye.

Kernrisiko: Speicherpreise und Margen erholen sich nicht, was den freien Cashflow und die Renditen verschlechtert.

  • Asiatische Aktien ziehen an, da Microsoft und Amazon das Vertrauen in den KI‑Trade erneuern.
  • Kospi erholt sich deutlich, doch die Juli‑Verluste offenbaren weiterhin tiefe Marktnarben.
  • Yen‑Interventionen und hohe Anleiherenditen machen Asiens Rallye verwundbar.

Asiatische Aktien stiegen am Freitag kräftig, nachdem starke Ergebnisse von Microsoft und Amazon das Vertrauen in Ausgaben für künstliche Intelligenz wiederbelebt hatten und Südkoreas angeschlagener Markt ein rekordverdächtiges Comeback hinlegte.

Der Kospi kletterte um bis zu 16.5%, während Japans Nikkei um mehr als 5% zulegte und Taiwans Taiex über 7% gewann.

Der Anstieg folgte einer kraftvollen Wall-Street-Rallye, angeführt von Technologiewerten, obwohl der Kospi nach einem heftigen Ausverkauf Anfang der Woche weiterhin auf einen Monat mit den stärksten Verlusten seit 1997 zusteuerte.

Microsoft und Amazon setzen die KI‑Debatte neu

Die Erholung wurde durch Hinweise befeuert, dass hohe Investitionen in Rechenzentren und Chips sich in schnelleres Cloud‑Wachstum übersetzen.

Microsoft meldete einen Quartalsumsatz von $90 billion, ein Plus von 18%, während die Azure‑Umsätze um 43% stiegen. Die Microsoft‑Cloud‑Umsätze legten um 27% auf $59.3 billion zu.

Amazon sorgte für einen zweiten Schub. Die AWS‑Erlöse wuchsen um 37% auf $42.2 billion, das schnellste Tempo seit 18 Quartalen, während der Konzernumsatz um 20% auf $200.6 billion stieg.

Das Unternehmen hob zudem seinen Investitionsplan für 2026 auf etwa $220 billion an, was signalisiert, dass die Nachfrage stark genug bleibt, um weitere Infrastrukturinvestitionen zu rechtfertigen.

IG‑Marktanalyst Fabien Yip sagte, der frühere Ausverkauf sei übertrieben gewesen, da die zugrunde liegende KI‑Nachfragegeschichte sich nicht wesentlich abgeschwächt habe.

Strategen der Deutschen Bank betrachteten die Korrektur eher als eine Neubewertung der Erwartungen nach einer außergewöhnlichen Rallye als als eine Entkernung der Investitionsargumente.

Investoren belohnen KI‑Ausgaben nicht mehr automatisch.

Die Cash‑Generierung von Microsoft und das beschleunigte Cloud‑Wachstum von Amazon zeigten, dass einige der größten Programme messbare Renditen liefern.

Koreas Comeback beseitigt den Schaden nicht

Samsung Electronics und SK Hynix führten die Umkehr an, nachdem sie Anfang der Woche historische Verluste erlitten hatten.

Ihre Erholung trug zur Anhebung des Kospi bei, doch der Index blieb für Juli fast 25% im Minus und deutlich unter seinem Höchststand im Juni.

Das lässt die Bewegung am Freitag eher wie eine heftige Neubewertung denn wie eine Rückkehr zur Stabilität aussehen.

Südkoreanische Aufsichtsbehörden haben bereits die Kontrolle über gehebelte Einzeltitelprodukte verschärft, nachdem der Ausverkauf Verluste für Kleinanleger verstärkt hatte.

Die Rallye könnte daher mehr als nur starke US‑Ergebnisse benötigen, um Bestand zu haben. Investoren werden Margenbilanzen, ausländische Kapitalflüsse und die Frage beobachten, ob Chiphersteller Preisniveaus halten können, während chinesische Wettbewerber expandieren.

Der Sektor steht weiterhin vor der Frage, die den Ausverkauf ausgelöst hat: Kann die Investitionsausweitung weiter steigen, ohne den freien Cashflow oder die Renditen auf das eingesetzte Kapital zu schwächen?

Yen und Anleihemarkt halten Risiken präsent

Der Yen schwächte sich um etwa 0.8% auf 160.76 pro Dollar, nachdem die Bank of Japan ihren Leitzins mit einer 8‑1‑Entscheidung bei 1% beließ.

Vorstandsmitglied Hajime Takata befürwortete eine Erhöhung um einen Viertelpunkt, doch die Zentralbank gab nur begrenzte Hinweise zum Timing eines weiteren Schritts.

Die Entscheidung folgte auf mutmaßlich koordinierte Deviseninterventionen, die den Yen am Donnerstag kräftig ansteigen ließen.

Analysten von SMBC sagten, das Festhalten am Kurs sei erwartet worden, obwohl Takatas Dissens die Möglichkeit einer Erhöhung im Oktober vergrößere.

Capital Economics argumentierte, dass Interventionen allein Schwierigkeiten haben könnten, eine dauerhafte Yen‑Erholung ohne stärkere geldpolitische Unterstützung zu erreichen.

Die Anleihemärkte geben eine weitere Warnung.

Langfristige US‑Treasury‑Renditen blieben nahe einem 19‑Jahres‑Hoch, während kurzfristige Renditen nachgaben, was die Sorge widerspiegelt, dass sich die Inflationserwartungen schwerer verankern lassen.

Trotz neuer Drohungen gegen die Schifffahrt im Nahen Osten fiel Öl, wobei Brent nahe $88 je Barrel notierte.

Die zurückhaltende Reaktion verhinderte einen weiteren Inflationsschock, unterstrich aber zugleich, wie schnell geopolitische Risiken zurückkehren können.

Die Rallye am Freitag stellte das Vertrauen in KI‑Positionen wieder her. Sie beseitigte jedoch nicht die Währungs‑, Zins‑ und geopolitischen Risiken, die den Ausverkauf in Asien so heftig gemacht hatten.