EU klagt Meta wegen illegaler Inhaltesysteme nach dem Gesetz über digitale Dienste an

EU klagt Meta wegen illegaler Inhaltesysteme nach dem Gesetz über digitale Dienste an
Vatsala Gaur
24. Okt. 2025, 13:11 PM
  • EU wirft Meta Vorwürfe wegen Versäumnissen im Umgang mit illegalen Inhalten und Datenzugriff im Rahmen des DSA vor.
  • Meta und TikTok werden ebenfalls beschuldigt, gegen die Verpflichtungen zum Austausch von Forschungsdaten verstoßen zu haben.
  • Verstöße können zu Geldstrafen von bis zu 6 % des weltweiten Jahresumsatzes führen.

Die Europäische Union hat Meta Platforms Inc. angeklagt, weil sie angeblich nicht ordnungsgemäß mit illegalen Inhalten auf Facebook und Instagram umgegangen ist.

Die Europäische Kommission, die Exekutive der EU, erklärte am Freitag, dass Metas Systeme zur Meldung von illegalem Material – wie Darstellungen von sexuellem Kindesmissbrauch und terroristische Propaganda – gegen die Transparenz- und Nutzerschutzregeln des DSA verstoßen.

Die Kommission sagte, dass die Mechanismen von Meta es den Nutzern unnötig erschweren, schädliche Inhalte zu melden, indem sie "irreführende Oberflächendesigns" verwenden, die die Nutzer davon abhalten könnten, Verstöße zu melden.

"Solche Praktiken können verwirrend und abschreckend sein", stellte die Kommission fest.

"Die Mechanismen von Meta zur Kennzeichnung und Entfernung illegaler Inhalte könnten daher unwirksam sein. Im Rahmen des DSA sind Melde- und Abhilfemechanismen von entscheidender Bedeutung, um es EU-Nutzern zu ermöglichen, Online-Plattformen darüber zu informieren, dass bestimmte Inhalte nicht mit EU-Recht oder nationalem Recht vereinbar sind."

Kommission wirft Meta und TikTok außerdem vor, gegen die Regeln für den Austausch von Forschungsdaten verstoßen zu haben

Neben den Vorwürfen gegen Meta warf die Europäische Kommission dem Unternehmen und dem chinesischen TikTok auch vor, gegen ihre Verpflichtung verstoßen zu haben, Forschern ausreichenden Zugang zu öffentlichen Daten zu gewähren, was eine weitere wichtige Anforderung des DSA ist.

Der DSA verlangt von großen Online-Plattformen, dass sie geprüften Forschern Zugang zu öffentlich zugänglichen Daten gewähren, damit unabhängige Experten analysieren können, wie Plattformen mit Inhalten, Desinformation und algorithmischer Verstärkung umgehen.

Die vorläufigen Ergebnisse der Kommission deuten darauf hin, dass sowohl Meta als auch TikTok diesen Standard nicht erfüllt haben.

Meta-Sprecher Ben Walters sagte, das Unternehmen sei mit der Einschätzung der Kommission nicht einverstanden.

"Wir sind nicht einverstanden mit jeder Andeutung, dass wir gegen den DSA verstoßen haben, und wir verhandeln weiterhin mit der Kommission über diese Fragen", sagte Walters.

TikTok-Sprecher Paolo Ganino sagte, die Plattform prüfe die Ergebnisse der Kommission, äußerte aber Bedenken, dass die Regeln des DSA für den Datenaustausch mit der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Konflikt geraten könnten.

"Wenn es nicht möglich ist, beide vollständig zu erfüllen, fordern wir die Regulierungsbehörden auf, Klarheit darüber zu schaffen, wie diese Verpflichtungen in Einklang gebracht werden sollten", sagte Ganino und fügte hinzu, dass TikTok bereits fast 1.000 Forschungsteams über seine Forschungstools Zugang zu Daten gewährt hat.

Mögliche Bußgelder und geopolitische Spannungen

Die vorläufigen Ergebnisse stellen keine endgültige Entscheidung dar, und beide Unternehmen haben nun die Möglichkeit, die Schlussfolgerungen der Kommission zu überprüfen und Abhilfemaßnahmen vorzuschlagen.

Sollten sich die Verstöße jedoch bestätigen, drohen Meta und TikTok Geldstrafen von bis zu 6 % ihres weltweiten Jahresumsatzes.

Der Fall hat auch potenzielle geopolitische Implikationen.

Die Trump-Regierung hat zuvor die Digitalregulierungen der EU kritisiert und behauptet, sie zielten zu Unrecht auf US-Unternehmen ab und kämen Zensurversuchen gleich.

Washington hat den DSA als "orwellianisch" bezeichnet und davor gewarnt, dass solche Maßnahmen die transatlantischen Spannungen anheizen könnten.

EUs breiteres Durchgreifen gegen Big Tech

Der Digital Services Act, der 2024 in Kraft getreten ist, ist von zentraler Bedeutung für die Bemühungen der EU, den größten Technologieunternehmen der Welt strengere Standards aufzuerlegen.

Sie zwingt Plattformen, mehr Verantwortung für illegale oder schädliche Inhalte zu übernehmen, die Transparenz in algorithmischen Systemen zu erhöhen und einen fairen Zugang zu Daten für Forschende zu gewährleisten.

Die Anklagen vom Freitag unterstreichen die Entschlossenheit der EU, das Gesetz energisch durchzusetzen und die Plattformen für die von ihnen ausgehenden gesellschaftlichen Risiken zur Rechenschaft zu ziehen.

Wenn die Kommission mit Strafen fortfährt, könnte der Fall Meta einen Präzedenzfall dafür schaffen, wie Europa digitale Plattformen überwachen will – und die Grenzen dessen ausloten, wie weit sich die regulatorische Reichweite der EU auf globale Tech-Giganten erstrecken kann.