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Wie haben lokale Investoren Indien zu einem der geschäftigsten IPO-Hubs der Welt gemacht?

Wie haben lokale Investoren Indien zu einem der geschäftigsten IPO-Hubs der Welt gemacht?
Diya Poddar
29. Okt. 2025, 16:21 PM
  • Lokale Investoren machten 75 % der gesamten IPO-Zuflüsse aus.
  • Ausländische Anleger zogen in diesem Jahr rund 16 Milliarden US-Dollar aus Aktien ab.
  • Mehr als 300 Börsengänge haben bisher fast 16 Milliarden US-Dollar eingebracht.

Sechseinhalb Stunden dauerte es nicht, bis der Börsengang von LG Electronics India Ltd. im Wert von 1,3 Milliarden US-Dollar am 7. Oktober 2025 ausverkauft war.

Die schnelle Zeichnung war die schnellste für einen großen indischen Börsengang seit 17 Jahren und verdeutlichte eine neue Realität: Der indische Kapitalmarkt wird zunehmend von seiner eigenen Bevölkerung angetrieben.

Einem Bloomberg-Bericht zufolge haben inländische Investoren das Land zu einem der geschäftigsten IPO-Ziele weltweit gemacht, was zu einem Rekord-Fundraising geführt und die Art und Weise, wie Kapital beschafft wird, neu gestaltet hat.

Lokales Geld ersetzt ausländische Dominanz

Der Börsengang von LG, der drittgrößte in Indien in diesem Jahr, spiegelt eine strukturelle Verschiebung bei der Finanzierung neuer Börsengänge wider.

Indien nähert sich dem Rekord von 21 Milliarden US-Dollar aus dem letzten Jahr, aber die wahre Geschichte liegt darin, woher das Geld kommt.

Laut den in dem Bericht zitierten Zahlen der Prime Database haben inländische Anleger seit Anfang 2024 979 Milliarden Rupien in Börsengänge investiert, verglichen mit 790 Milliarden Rupien aus ausländischen Fonds.

Die lokale Beteiligung macht nun fast 75 % aller IPO-Investitionen aus, der höchste jemals in einem Jahr mit einem Erlös von über 1 Billion Rupien (11,3 Milliarden US-Dollar).

Investmentfonds, Versicherer und Millionen von Kleinanlegern haben den Raum gefüllt, der einst von ausländischem Kapital dominiert wurde.

Der dreitägige Aktienverkauf von LG zog 60 % der Gebote von inländischen Käufern an, ohne den Ankeranteil.

Die Aktie legte dann bei ihrem Debüt um 48% zu, was ein starkes lokales Vertrauen in indische Aktien signalisiert.

Digitaler Zugang und stetige Zuflüsse

Die Transformation begann während der Pandemie, als Millionen von Menschen Demat-Konten über mobile Apps eröffneten und begannen, regelmäßig über systematische Pläne zu investieren.

Dieser Trend hat sich von Quartal zu Quartal verstärkt.

Inländische institutionelle Anleger halten nun 19,2 % der Aktien von über 2.000 Unternehmen, die an der National Stock Exchange notiert sind, den höchsten Stand seit 25 Jahren.

Gleichzeitig ist der Anteil ausländischer Portfolioinvestoren auf 17,3 % gesunken, den niedrigsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt.

Trotz ausländischer Abflüsse von rund 16 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr haben indische Investmentfonds und Versicherer über 70 Milliarden US-Dollar in Aktien investiert.

Diese Unterstützung hat dazu beigetragen, dass IPOs den breiteren Markt übertreffen und im Jahr 2025 eine durchschnittliche Rendite von 18 % erzielen, während der NSE Nifty 50 Index um 9,7 % zulegte.

Für Emittenten hat die Möglichkeit, sich auf einheimisches Kapital zu verlassen, den Inlandsmarkt zu einem bevorzugten Fundraising-Ort gemacht.

Mehr als 300 Börsengänge haben in diesem Jahr bisher fast 16 Milliarden US-Dollar eingebracht, womit Indien nach Hongkong, dem chinesischen Festland und den USA weltweit an vierter Stelle steht.

Die Risiken des schnellen Wachstums

Während die Begeisterung der Anleger den Markt verändert hat, hat sie auch Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit geweckt.

Viele kleinere Börsengänge waren mehr als 100-mal überzeichnet, und die Bewertungen beginnen sich zu dehnen.

Fast die Hälfte der Notierungen an Indiens Haupt- und Junior-Boards wird jetzt unter ihrem Angebotspreis gehandelt.

Bloomberg-Daten zeigen, dass die durchschnittliche Rendite einen Monat nach der Notierung von 22 % im Vorjahr auf 2,9 % gesunken ist.

Große Themen wie der Verkauf von Tata Capital Ltd. im Wert von 1,7 Milliarden US-Dollar, der 1,5-Milliarden-Dollar-Deal von HDB Financial Services Ltd. und der bevorstehende Börsengang von Lenskart Solutions Ltd. im Wert von 828 Millionen US-Dollar spiegeln sowohl die starke Nachfrage als auch das Risiko einer Überhitzung wider.

Banker warnen, dass einige schlecht bewertete Debüts eine Korrektur auslösen könnten.

Dennoch ist die Pipeline nach wie vor stark: 80 Unternehmen sind bereits von den Aufsichtsbehörden zugelassen und 121 weitere stehen in der Schlange.

Zu ihnen gehören Reliance Jio Infocomm, die National Stock Exchange of India, und Flipkart India Pvt., das von Walmart unterstützt wird.