USA senken Zölle gegen China in neuem Pakt auf 47% und lindern damit die Handelsspannungen

USA senken Zölle gegen China in neuem Pakt auf 47% und lindern damit die Handelsspannungen
Diya Poddar
30. Okt. 2025, 08:10 AM
  • Einjähriges Abkommen über erneuerbare Energien über Chinas Exporte von Seltenen Erden geschlossen.
  • Die Zölle auf Importe im Zusammenhang mit Fentanyl wurden auf 10 % gesenkt.
  • Der Zugang zu fortschrittlichen Halbleitern ist nach wie vor eingeschränkt.

Die Vereinigten Staaten haben eine umfassende Neuausrichtung ihrer Handelsbeziehungen mit China angekündigt und die Zölle auf chinesische Importe von 57 % auf 47 % gesenkt.

Die Entscheidung folgte auf das Treffen von Präsident Donald Trump mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Busan, Südkorea - das erste seit Trumps Rückkehr ins Amt.

Die Gespräche führten zu einem Rahmenabkommen, nach dem China die großflächigen Importe amerikanischer Sojabohnen wieder aufnehmen und die Exporte von Seltenerdmineralien im Rahmen eines einjährigen Abkommens über erneuerbare Energien aufrechterhalten wird.

Peking erklärte sich auch bereit, die Bemühungen zur Eindämmung von Vorläuferchemikalien, die bei der Herstellung von Fentanyl verwendet werden, zu verstärken. Washington wiederum wird die Zölle auf Fentanyl-Importe auf 10 Prozent halbieren.

Das Abkommen folgt auf Monate eskalierender Handelsspannungen und kommt Tage, nachdem beide Staats- und Regierungschefs ihre Absicht bekräftigt haben, die formellen Gespräche im Jahr 2025 fortzusetzen.

Zollsenkung um 47 %: ein kalkulierter Mittelweg

Das Zollniveau von 47 % spiegelt einen strategischen Kompromiss wider: Es verringert den Druck auf die chinesischen Exporteure und ermöglicht es Washington, in den laufenden Verhandlungen einen erheblichen Einfluss zu behalten.

Anfang dieses Jahres verhängten die USA im Rahmen einer nationalen Notverordnung im Zusammenhang mit dem Fentanylhandel weitreichende Zölle in Höhe von 10 % auf alle chinesischen Importe.

Peking reagierte mit Zöllen auf US-Agrar- und Energieprodukte und verschärfte gleichzeitig die Exporte von Seltenerdmaterialien, die für die High-Tech-Fertigung von entscheidender Bedeutung sind.

Bis zum Frühjahr waren die gegenseitigen Zölle in einigen Sektoren auf über 100 % gestiegen und legten die globalen Lieferketten lahm. Die jüngste Rücknahme macht diese Maßnahmen teilweise rückgängig und verzögert die 100-prozentige Zollerhöhung, mit der die USA im November gedroht hatten.

Es setzt auch zusätzliche Hafen- und Schiffsgebühren aus, die zuvor nach Abschnitt 301 erhoben wurden, der die Logistik auf beiden Seiten belastet hatte.

Seltenerd-Deal stabilisiert globale Lieferketten

Ein zentrales Element des Abkommens ist das einjährige Abkommen über erneuerbare Energien für Chinas Seltenerdexporte, das die kontinuierliche Versorgung mit Mineralien sicherstellt, die für Sektoren wie Verteidigung und Elektronik bis hin zu Elektrofahrzeugen von entscheidender Bedeutung sind.

China dominiert mehr als 80 % des weltweiten Marktes für die Verarbeitung von Seltenen Erden und hatte zuvor die Exporte durch strengere Lizenzkontrollen eingeschränkt.

Das neue Rahmenwerk hebt diese Beschränkungen vorübergehend auf und verschafft US-Herstellern, die auf Neodym und andere magnetische Materialien angewiesen sind, eine Atempause.

Da das Abkommen jedoch jährlich erneuert werden muss, gibt es Peking auch ein wichtiges Verhandlungsinstrument für zukünftige Verhandlungen.

Die Entscheidung Chinas, die Sojabohnenkäufe aus den USA wieder aufzunehmen, kommt zu einem zweiten stabilisierenden Faktor hinzu. Das Land hatte während des Zollkriegs die Importe stark reduziert und damit die amerikanische Landwirtschaft gestört.

Erneute Anordnungen könnten den US-Landwirten, die am stärksten von Vergeltungsmaßnahmen betroffen sind, kurzfristig Auftrieb verleihen.

Fentanyl-Kontrolle und technologische Grenzen

In einem parallelen Abkommen verpflichtete sich China, die Überwachung von Vorläuferchemikalien zu verstärken, die bei der Herstellung von Fentanyl verwendet werden, einem synthetischen Opioid, das in den USA eine tödliche Epidemie ausgelöst hat.

Im Gegenzug senkte Washington die Zölle auf chinesische Importe, die mit Fentanyl in Verbindung stehen , von 20 % auf 10 %.

Der Technologiehandel blieb auf dem Gipfel jedoch weitgehend ungelöst. Während der Zugang zu Halbleitern diskutiert wurde, bestätigte Trump, dass die fortschrittlichen "Blackwell"-Chips von Nvidia von den Gesprächen ausgeschlossen wurden.

Umfassendere Themen wie Rechte an geistigem Eigentum, Taiwan und langfristige Industriesubventionen wurden ebenfalls nicht auf der Tagesordnung gesetzt, was darauf hindeutet, dass der Schwerpunkt eher auf unmittelbaren wirtschaftlichen Erleichterungen als auf Strukturreformen liegt.

Das kommende Jahr: Zusammenarbeit im Rückblick

Das Abkommen sieht ein Muster jährlicher Neuverhandlungen und gegenseitiger Besuche vor, wobei Trump im April nach China reisen und Xi später im Jahr 2025 die USA besuchen wird.

Experten sagen, dass dies eine bewusste Verschiebung von offener Konfrontation zu kontrolliertem Engagement darstellt.

Für die globalen Märkte bieten der Abbau der Zölle und die Wiedereröffnung des Handels mit Seltenen Erden eine kurzfristige Erleichterung nach Monaten der Unsicherheit.

Asiatische Aktien legten nach der Ankündigung leicht zu, während US-Hersteller und Agrarexporteure die Lockerung der Beschränkungen begrüßten.

Der Zollsatz von 47 % unterstreicht aber auch, dass eine vollständige Normalisierung noch in weiter Ferne liegt. Die beiden Supermächte haben sich für Pragmatismus statt für Versöhnung entschieden und damit die Grundlage für eine Zusammenarbeit gelegt, während sie gleichzeitig den wirtschaftlichen und geopolitischen Einfluss intakt halten.