Es geht um die Kultur, nicht um Kosten oder KI: Amazon-Chef Andy Jassy rechtfertigt 14.000 Entlassungen

Es geht um die Kultur, nicht um Kosten oder KI: Amazon-Chef Andy Jassy rechtfertigt 14.000 Entlassungen
Deepali Singh
31. Okt. 2025, 08:48 AM
  • Amazon hat in der größten Entlassung seit Ende 2022 14.000 Stellen abgebaut.
  • CEO Andy Jassy sagt, dass es bei den Kürzungen um "Kultur" ging, nicht um Finanzen oder KI.
  • In einem Blogbeitrag des Unternehmens wurde zuvor der Stellenabbau mit dem Aufstieg der KI in Verbindung gebracht.

In seinen ersten öffentlichen Kommentaren zu Amazons jüngster Runde von Massenentlassungen lieferte CEO Andy Jassy eine überraschende Rechtfertigung für den Abbau von 14.000 Arbeitsplätzen.

Die Entscheidung sei nicht durch finanziellen Druck oder den Aufstieg der KI getroffen worden, sondern durch den bewussten Versuch, die "interne Kultur" des Unternehmens neu zu gestalten, sagte Jassy.

Die Erklärung, die während der Telefonkonferenz zum Quartalsergebnis des Unternehmens abgegeben wurde, scheint von der ursprünglichen Argumentation seines eigenen Führungsteams abzuweichen und den massiven Stellenabbau als wichtigen Teil der umfassenderen Mission von Jassy darzustellen, den Technologieriesen schlanker und disziplinierter zu machen.

Ein Widerspruch an der Spitze? Kultur vs. KI

Jassy war in seiner Begründung unmissverständlich und erklärte, dass es sich bei dem Schritt um die Organisationsstruktur und nicht um unmittelbare finanzielle oder technologische Zwänge gehandelt habe.

"Die Ankündigung, die wir vor ein paar Tagen gemacht haben, war nicht wirklich finanziell motiviert, und sie ist nicht einmal wirklich KI-gesteuert, zumindest nicht im Moment", sagte Jassy.

Diese Erklärung scheint jedoch im Gegensatz zu der Botschaft zu stehen, die nur zwei Tage zuvor von Beth Galetti, Amazons Senior Vice President of People Experience and Technology, übermittelt wurde.

In einem Blogbeitrag, in dem die Entlassungen angekündigt wurden, verknüpfte Galetti die Kürzungen explizit mit den rasanten Veränderungen, die die künstliche Intelligenz mit sich bringt.

"Diese Generation von KI ist die transformativste Technologie, die wir seit dem Internet gesehen haben, und sie ermöglicht es Unternehmen, viel schneller als je zuvor zu innovieren", schrieb sie.

Jassys Vorstoß zur Beseitigung von "Schichten" und "Unternehmensaufblähungen"

Jassy erläuterte sein "Kultur"-Argument und erklärte, dass die schnelle Expansion von Amazon in den letzten Jahren zu einer übermäßigen Bürokratie geführt habe, die die Innovationsfähigkeit des Unternehmens behindere.

"Manchmal, ohne es zu merken, kann man die Eigenverantwortung der Leute schwächen, die man hat, die die eigentliche Arbeit leisten", fügte Jassy hinzu. "Und es kann dazu führen, dass Sie langsamer werden."

Er betonte, dass die Beseitigung dieser "Schichten" in einer Zeit, in der die KI-Transformation von dem Unternehmen eine höhere Geschwindigkeit und Agilität erfordert, von entscheidender Bedeutung sei.

Amazon ist mit diesem Vorstoß nicht allein.

Der Schritt ist Teil eines breiteren Trends in der Technologiebranche, der manchmal als "Great Flattening" bezeichnet wird und bei dem Konkurrenten wie Google und Microsoft ebenfalls Managementebenen beschnitten haben, um die Aufblähung der Unternehmen abzubauen und die Entscheidungsfindung zu beschleunigen.

Die finanziellen und personellen Kosten der Umstrukturierung

Der Schritt, der der größte Stellenabbau bei Amazon seit dem Abbau von 27.000 Stellen Ende 2022 ist, hat einen erheblichen Preis.

Das Unternehmen gab bekannt, dass es mit schätzungsweise 1,8 Milliarden US-Dollar an Abfindungskosten im Zusammenhang mit den Entlassungen rechnet.

Jassys Äußerungen deuten darauf hin, dass seine Bemühungen, die Leistungsstandards zu erhöhen und die Disziplin durchzusetzen, wie Business Insider berichtete, heute eine zentrale Säule der Unternehmensstrategie sind, mit großen Auswirkungen auf die globale Belegschaft.