Nach Trumps Waffenstillstand warnt Chinas Präsident Xi die Staats- und Regierungschefs davor, die Lieferketten zu unterbrechen

Nach Trumps Waffenstillstand warnt Chinas Präsident Xi die Staats- und Regierungschefs davor, die Lieferketten zu unterbrechen
Deepali Singh
31. Okt. 2025, 06:31 AM
  • Einen Tag nach einem Waffenstillstand in den USA warnte Xi Jinping davor, die Lieferketten zu unterbrechen.
  • Er forderte auf dem APEC-Gipfel in Südkorea einen "echten Multilateralismus".
  • Auch die Verteidigungschefs der USA und Chinas führten erste persönliche Gespräche.

In seinen ersten öffentlichen Äußerungen seit dem Abschluss eines fragilen Waffenstillstands mit den Vereinigten Staaten rief der chinesische Präsident Xi Jinping nachdrücklich zur globalen Zusammenarbeit auf und warnte die Staats- und Regierungschefs der Welt vor Maßnahmen, die kritische internationale Lieferketten unterbrechen könnten.

In seiner Rede auf dem Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftskooperation (APEC) in Südkorea zielte Xis Rede darauf ab, China als Verfechter des Multilateralismus zu positionieren, nur einen Tag nach einem wegweisenden Treffen mit US-Präsident Donald Trump, das die beiden wirtschaftlichen Supermächte vom Rand eines ausgewachsenen Handelskriegs zurückholte.

Direkter Appell an Einheit und Offenheit

In seiner Ansprache an ein Publikum, zu dem auch US-Finanzminister Scott Bessent gehörte – ein wichtiger Architekt von Trumps Handelspolitik – forderte Xi die Nationen auf, in turbulenten Zeiten zusammenzuarbeiten.

"Wir müssen uns an das Prinzip halten, sich die Hände zu reichen, anstatt loszulassen, und die Lieferketten zu verlängern, anstatt sie zu unterbrechen", erklärte der chinesische Staatschef.

Er forderte die Versammelten auf, "gemeinsam stabile und reibungslose Industrie- und Lieferketten aufrechtzuerhalten" und "echten Multilateralismus" zu praktizieren.

Seine Äußerungen kamen nur 24 Stunden, nachdem er und Trump sich auf ein Einjahresabkommen geeinigt hatten, in dessen Rahmen die USA einige Zölle zurücknahmen, wenn China im Gegenzug den Kauf amerikanischer Sojabohnen wieder aufnimmt und neue Beschränkungen für die Ausfuhr von Seltenerdmineralien aussetzt.

Ein brüchiger Waffenstillstand in einer anhaltenden Rivalität

Während das Abkommen eine deutliche Deeskalation darstellt, sehen Analysten darin eher eine vorübergehende Notlösung als eine umfassende Lösung für den tief sitzenden wirtschaftlichen Wettbewerb zwischen den beiden Nationen.

Das Abkommen hat jedoch eine Öffnung für einen Dialog geschaffen, wie die ersten persönlichen Gespräche zwischen US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und dem chinesischen Verteidigungsminister Dong Jun zeigen, die am Freitag in Kuala Lumpur stattfanden.

Trotz des Waffenstillstands scheinen beide Länder auf dem Weg der strategischen "Entkopplung" zu bleiben.

Während seiner Asienreise arbeitete Präsident Trump daran, die Beziehungen zu Japan und Südkorea zu stärken, indem er Investitionen in den Schiffbau und Seltene Erden sicherte, um seine Verhandlungsposition für die Zukunft zu stärken.

Chinas wirtschaftliche Lage und ihre Widersprüche

Auf dem APEC-Gipfel bewarb Xi China als attraktives Ziel für globales Kapital, hob die rund 700 Milliarden Dollar an Auslandsinvestitionen hervor, die sein Land in den letzten fünf Jahren angezogen habe, und warb für die Bemühungen, die Wirtschaft mit visafreien Programmen und neuen Freihandelszonen zu öffnen.

Diese Behauptungen stehen jedoch im Gegensatz zu den jüngsten Klagen und Beschwerden anderer Handelspartner. Die Europäische Union hat Peking dafür kritisiert, dass es seinen eigenen Unternehmen eine Vorzugsbehandlung gewährt.

Darüber hinaus hat Chinas eigene Entscheidung, seine Dominanz über die Lieferkette für Seltene Erden als "Waffe" einzusetzen, viele Länder dazu veranlasst, ihre Abhängigkeit von chinesischen Mineralien zu verringern.

Gleichzeitig verfolgt Peking aggressiv die technologische Autarkie.

Der jüngste Fünfjahresplan der Kommunistischen Partei konzentriert sich stark darauf, Durchbrüche bei High-End-Chips zu erzielen und Lieferketten zu schaffen, die von den Vereinigten Staaten unabhängig sind.