JLR-Neustart löst fragile Wiederbelebung des britischen verarbeitenden Gewerbes aus, da der Inflationsdruck nachlässt

JLR-Neustart löst fragile Wiederbelebung des britischen verarbeitenden Gewerbes aus, da der Inflationsdruck nachlässt
Diya Poddar
03. Nov. 2025, 13:03 PM
  • Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg von 46,2 im September auf 49,7.
  • Die Inputpreise fielen auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2024, was den Inflationsdruck auf die Hersteller verringerte.
  • Der Stellenabbau verlangsamte sich auf den schwächsten Stand seit einem Jahr, da die Unternehmen versuchten, qualifizierte Arbeitskräfte zu halten.

Nach einem Jahr des Rückgangs hat sich das verarbeitende Gewerbe in Großbritannien stark erholt, was auf den schrittweisen Neustart der Produktion von Jaguar Land Rover (JLR) nach einem lähmenden Cyberangriff zurückzuführen ist.

Die Erholung, die im jüngsten Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe von SandP Global erfasst wird, hat sich in der gesamten industriellen Lieferkette ausgewirkt.

Sie steigerte die Produktion bei Automobilen und Konsumgütern und verringerte gleichzeitig den Preisdruck, der seit Monaten auf den Herstellern lastet.

Der PMI für Oktober stieg von 46,2 im September auf 49,7, was ein 12-Monats-Hoch markiert und signalisiert, dass sich der Rückgang der Aktivität verlangsamt.

Obwohl die Zahl unter der Schwelle von 50 bleibt, die Expansion von Kontraktion trennt, unterstreicht die Verbesserung eine vorübergehende Stabilisierung der Fabrikproduktion und der Kosten.

JLR-Neustart löst eine Kettenreaktion in der gesamten britischen Industrie aus

Die allmähliche Wiederaufnahme des Betriebs von Jaguar Land Rover Anfang Oktober nach einem einmonatigen Stillstand war der entscheidende Katalysator für den Aufschwung des Sektors.

Der Ausfall, der die britische Autoproduktion im September auf ein 73-Jahres-Tief gedrückt und über 5.000 mittelständische Unternehmen lahmgelegt hatte, hinterließ einen Rückstand, den die Hersteller nun abarbeiten müssen.

Die Umfrage von SandP Global zeigt, dass das Produktionsvolumen sowohl bei Konsumgütern als auch bei Vorleistungsgütern gestiegen ist, was auf den Nachholbedarf der Automobillieferketten im Zusammenhang mit dem Neustart von JLR zurückzuführen ist.

Der daraus resultierende Aufwärtstrend ließ die Produktion auf den höchsten Stand seit einem Jahr steigen.

Experten warnen jedoch davor, dass die Erholung stark von den Unternehmen unterstützt wurde, die auf bestehende Lagerbestände statt auf neue Aufträge zurückgriffen, so dass sich unverkaufte Lagerbestände aufbauen konnten, da die Inlands- und Exportnachfrage weiter zurückblieb.

Die Inputpreise erreichen den niedrigsten Stand seit 2024, da sich der Inflationsdruck abkühlt

Eine bemerkenswerte Verschiebung in den Oktober-Daten war der Rückgang der Inputpreise auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2024.

Dieser Rückgang deutet darauf hin, dass der Inflationsdruck nach einer längeren Phase angebotsseitiger Anspannung, die durch hohe Energiekosten und Materialknappheit verursacht wurde, nachgelassen hat.

Die Kostensenkung hat den Herstellern, die Schwierigkeiten haben, Löhne und Produktionskosten zu verwalten, eine Atempause verschafft.

Die Beschäftigungsentwicklung ist zwar nach wie vor schwach, hat sich aber ebenfalls verbessert. Der Stellenabbau verlangsamte sich auf das geringste Tempo seit einem Jahr, da die Unternehmen angesichts zaghafter Anzeichen einer Erholung versuchten, qualifizierte Arbeitskräfte zu halten.

Die Auftragseingänge und die Exportnachfrage blieben zwar rückläufig, gingen aber langsamer zurück als im September, was auf eine Stabilisierung der Handelsbedingungen hindeutet.

Für viele Unternehmen könnte diese Abschwächung der Inputinflation einen Wendepunkt markieren.

Wenn dies anhält, könnten Unternehmen längere Produktionszyklen planen und möglicherweise Margen wieder aufbauen, die durch frühere Preisschwankungen untergraben wurden.

Unsicherheit im Haushalt belastet Zuversicht trotz Aufwärtstrend

Trotz der positiven Entwicklung der Leitindikatoren bleibt die Stimmung in der gesamten Branche vorsichtig.

Der Optimismus der Unternehmen kletterte auf ein Achtmonatshoch, blieb aber unter seinem langfristigen Durchschnitt.

Die Unsicherheit über den bevorstehenden Haushalt der Regierung dämpft weiterhin die Erwartungen, da die Hersteller misstrauisch sind, was mögliche Anpassungen des nationalen Mindestlohns und der Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitgeber angeht, die die Betriebskosten erhöhen könnten.

Die Erholung bleibt auch abhängig von der Dynamik des Welthandels.

Das verarbeitende Gewerbe, das bereits unter der Regierung von Donald Trump von politischen Unwägbarkeiten betroffen war, hat weiterhin mit schwachen Aufträgen aus Übersee zu kämpfen.

Dieser externe Druck hat das Exportwachstum verlangsamt, so dass viele Produzenten zögern, sich zu langfristigen Investitionen zu verpflichten.