Europa-Bulletin: Märkte lockern sich, EU führt "Demokratieschild" ein, Frankreich stoppt Rentenreform

Europa-Bulletin: Märkte lockern sich, EU führt "Demokratieschild" ein, Frankreich stoppt Rentenreform
Devesh Kumar
12. Nov. 2025, 18:44 PM
  • FTSE 100 gibt nach Rekordhochs nach; Versorgungsunternehmen glänzen mit dem 33 Mrd. £ schweren SSE-Plan für erneuerbare Energien.
  • EU stellt "Democracy Shield" vor, um Desinformation mit Big Tech und Influencern entgegenzuwirken.
  • Hier ist ein Blick auf die wichtigsten Entwicklungen in Europa heute.

Die europäischen Märkte und die Politik sind in dieser Woche in Bewegung, wobei der Londoner FTSE 100 nach Rekordhochs leicht nachgab, obwohl die Versorger aufgrund starker Energieinvestitionspläne zulegten.

In Brüssel stellte die EU ihren "Democracy Shield" vor, um Desinformation mit Hilfe von Big Tech und Influencern einzudämmen.

Unterdessen hat Frankreich seine Rentenreform eingefroren, und Italien bereitet sich auf weit verbreitete Streiks im Transportwesen vor, da die Spannungen zwischen den Gewerkschaften zunehmen.

Ein Blick auf die wichtigsten Entwicklungen in Europa heute.

FTSE 100 sinkt nach Rekordhochs

Der Londoner FTSE 100 rutschte am Mittwoch nur geringfügig um 0,1% auf 9.886 Punkte ab, nachdem er zwei Sitzungen in Folge Rekordhöhen erreicht hatte.

Der Rückgang war vor allem auf die Schwäche der Industriewerte zurückzuführen, die um 1,3 % fielen, und wurde durch einen Rückgang von 3,1 % bei Experian nach unten gezogen. Energieaktien kühlten sich ebenfalls ab, wobei BP um 0,8 % und Shell um 0,3 % nachgaben, da die Ölpreise nachgaben.

Positiv zu vermerken ist, dass Versorger mit einem Plus von 2,4 % die Highlights des Tages waren. SSE war mit einem massiven Anstieg von 12,3 % an der Spitze, nachdem es einen 33-Milliarden-Pfund-Plan vorgestellt hatte, um Investitionen in Stromnetze und erneuerbare Energien in den nächsten fünf Jahren zu fördern.

Unterdessen stieg der Mid-Cap-Index FTSE 250 um 0,1 %, gestützt durch den Optimismus über ein mögliches Ende des Shutdowns der US-Regierung und die Erwartung neuer britischer BIP-Zahlen vor dem bevorstehenden Budget.

EU geht mit Big Tech gegen Desinformation vor

Die Europäische Union verstärkt ihren Kampf gegen Fake News und Desinformation, und dieses Mal arbeitet sie mit Big Tech und sogar Social-Media-Influencern zusammen.

Im Rahmen eines neuen Plans namens "Democracy Shield" will die Europäische Kommission, dass Plattformen wie Google, Microsoft, Meta, TikTok und X härter gegen manipulierte oder KI-generierte Inhalte vorgehen und diese kennzeichnen.

Es handelt sich im Wesentlichen um eine Weiterentwicklung des bestehenden Digital Services Act, der diesen Plattformen mehr Verantwortung zum Schutz der Nutzer und der Demokratie selbst auferlegt.

Aber die EU hört hier nicht auf.

Es wird auch versucht, ein freiwilliges Netzwerk von Influencern zu schaffen, die dazu beitragen können, das Bewusstsein für demokratische Werte und Online-Verantwortung zu verbreiten, indem sie im Grunde die eigene Macht der sozialen Medien für das Gute nutzen.

Um alles koordiniert zu halten, wird ein neues Europäisches Zentrum für demokratische Resilienz als Drehscheibe für den Informationsaustausch zwischen den Mitgliedstaaten dienen.

Das Ziel? Bauen Sie eine gemeinsame Front gegen hybride Bedrohungen wie Desinformation auf, bevor sie das Vertrauen der Öffentlichkeit untergraben können.

Frankreich setzt umstrittene Rentenreform aus

In einer wichtigen politischen Wendung haben die französischen Gesetzgeber dafür gestimmt, die umstrittene Rentenreform 2023 auf Eis zu legen, die darauf abzielte, das Rentenalter von 62 auf 64 Jahre anzuheben.

Die Abstimmung wurde mit 255 zu 146 Stimmen angenommen, wodurch das Rentenalter bei 62 Jahren und neun Monaten bis nach der Präsidentschaftswahl 2027 belassen wird.

Der Schritt wird als großes Zugeständnis an die Sozialistische Partei gewertet, deren Unterstützung für Premierminister Sebastien Lecornu entscheidend war, um Misstrauensvoten abzuwehren und seine wackelige Regierung über Wasser zu halten.

Für gewöhnliche Franzosen ist es ein Gewinn; Rund 3,5 Millionen Menschen können nun früher als geplant in Rente gehen.

Aber finanziell ist es ein Rückschlag. Es wird erwartet, dass die Verzögerung die Regierung rund 400 Millionen Euro im Jahr 2026 und 1,8 Milliarden Euro im Jahr 2027 kosten wird, was ihre Pläne zum Defizitabbau durchkreuzen wird.

Doch der politische Sturm ist noch nicht vorbei. Sowohl die linksextremen als auch die rechtsextremen Parteien sind nach wie vor erbittert gegen die Regierung, was die politische Landschaft Frankreichs so unbeständig wie eh und je hält.

Italien bereitet sich auf große Streiks vor

Italien bereitet sich auf zwei große nationale Streiks vor, und das Verkehrsnetz des Landes könnte die Hitze zu spüren bekommen.

Die für ihre harte Haltung bekannte Gewerkschaft Sindacale di Base (USB) hat für den 28. November zu einem landesweiten Streik aufgerufen, gefolgt von einer großen Demonstration in Rom am 29. November.

Die Proteste richten sich gegen den Haushalt der Regierung für 2026 und ihre Haltung zu Israel.

Um nicht zu übertreffen, plant die etabliertere Gewerkschaft CGIL nur ein paar Wochen später, am 12. Dezember, einen eigenen Streik.

Reisende werden gewarnt, sich auf größere Störungen einzustellen, insbesondere um den 27. bis 28. November, wenn die Bahnarbeiter voraussichtlich die Arbeit niederlegen werden. Auch der Flugverkehr, der Nahverkehr und andere Sektoren könnten betroffen sein.

Abgesehen von den Streiks selbst wächst die Besorgnis über die Rivalität zwischen USB und CGIL, die die Unruhen im italienischen Verkehrssektor bis weit in den Winter hinein verlängern könnte.