Invezz

Warum fällt die Microsoft-Aktie heute um 3 %?

Warum fällt die Microsoft-Aktie heute um 3 %?
Ananthu C U
17. Aug. 2026, 20:06 PM

Unterstützt von

Invezz
MSFT: Kauf bei Rücksetzern

Kaufempfehlung für Microsoft (MSFT). Der Ausverkauf wird durch eine umstrittene Chip‑Zählung ausgelöst; Microsoft sagt, die Annahmen seien falsch und es lege keine Chip‑Volumina offen, sodass der Markt auf eine nicht verifizierte Proxy‑Messung reagiere. JPMorgans Sicht — beschleunigtes Wachstum von Azure und Microsoft 365 Commercial Cloud im Zusammenhang mit KI‑Infrastruktur — erhält die Fundamentaldaten intakt, und der Kursrückgang wirkt wie eine Überreaktion des Sentiments im Verhältnis zur Ertragskraft.

Kernrisiko: Wenn Regulierungsbehörden oder Großkunden einen tatsächlichen KI‑Kapazitätsmangel bestätigen, der Azure‑/Copilot‑Lieferverzögerungen und Umsatzverfehlungen erzwingt.

NVDA: Verkauf wegen KI‑Kapazitätsängsten

Verkaufen Sie Nvidia (NVDA). Wenn der Markt das Risiko einer ‚KI‑Ausbaukapazität‘ als Engpass bei der Chip‑Installation bewertet, kann die kurzfristige Nachfrageprognose für KI‑Beschleuniger ins Wanken geraten, selbst wenn Nvidias langfristige Position stark ist. Die Narrative des Guardian kann eine Multiples‑Kompression entlang der KI‑Lieferkette auslösen, da Investoren langsamere Deployments befürchten.

Kernrisiko: Wenn Microsoft und andere Hyperscaler schnell nachweisen, dass es sich nicht um ein Problem der Bereitstellungskapazität handelt und Bestellungen für KI‑Beschleuniger wieder anziehen, könnten sich die Erwartungen an NVDA rasch wieder erhöhen.

  • Die Microsoft‑Aktie fiel, nachdem Bedenken zur KI‑Chip‑Kapazität aufkamen.
  • JPMorgan hob Microsofts Kursziel auf 625 $ aufgrund von KI‑Wachstumsaussichten an.
  • Strom‑ und Rechenzentrumsbeschränkungen könnten Microsofts KI‑Ausbau begrenzen.

Die Microsoft-Aktie MSFT fiel am Montag um etwa 3,2 %, nachdem eine Untersuchung des Guardian Fragen aufgeworfen hatte, ob das Unternehmen über genügend fortschrittliche Chips verfügt, um seine rasche Ausweitung der KI-Infrastruktur zu stützen.

Der Bericht verwies auf eine mögliche Lücke zwischen Microsofts angegebenem Ausbau der Rechenzentren und der Anzahl der in seinen Einrichtungen installierten KI-Chips.

Microsoft widersprach den Berechnungen und erklärte, die Schätzungen beruhten auf falschen Annahmen.

Die Bedenken treten kurz nach einer Anhebung des Kursziels durch JPMorgan auf; die Bank verwies auf bessere Wachstumsaussichten für Azure und Microsoft 365 Commercial Cloud, da die Ausgaben für KI-Infrastruktur zunehmen.

Microsoft steht wegen der KI‑Chip‑Kapazität in der Kritik

Der Guardian berichtete, Microsoft habe auf Grundlage interner Dokumente, die der Publikation vorlagen, 2,2 Millionen KI‑Chips in seinen globalen Rechenzentren installiert.

Das steht im Vergleich zu einem früheren Ziel von 1,8 Millionen Chips bis Ende 2024. Der Bericht stellte fest, dass diese Zahl niedriger ist als einige Schätzungen, die auf Microsofts ausgewiesener Rechenzentrumskapazität basieren.

Microsoft gab an, in den vergangenen zwei Jahren 5 Gigawatt Rechenzentrumskapazität im Rahmen seines KI‑Ausbaus hinzugefügt zu haben und betreibt inzwischen Hunderte von Rechenzentren auf fünf Kontinenten.

Die Schätzung der Anzahl betriebsbereiter Einrichtungen und KI‑Chips bleibt jedoch schwierig, weil das Unternehmen Kapazität weitgehend in Leistungsmaßen statt in einzelnen Chips ausweist.

Shaolei Ren, Professor an der University of California, Riverside, bezweifelte, ob Microsofts angegebene Kapazitätszahlen genügend Kontext bieten. „Sie liefern unzureichenden Kontext“, sagte Ren und wies zugleich darauf hin, dass Microsofts geprüfte Nachhaltigkeitsberichte eine weitere Messgröße für seine Infrastruktur liefern.

Microsoft wies die Berechnungen des Guardian zurück und erklärte, sie zögen „die falschen Schlussfolgerungen aus fehlerhaften Annahmen“. Das Unternehmen sagte außerdem, es gebe keine Angaben zum Volumen spezifischer Chips in seiner KI‑Infrastruktur bekannt.

JPMorgan erwartet stärkeres KI‑getriebenes Wachstum

Die Sorgen um die Chip‑Verfügbarkeit stehen im Kontrast zu JPMorgans optimistischerer Einschätzung von Microsofts KI‑Geschäft.

Die Bank hob ihr Kursziel für Dezember 2027 von 550 $ auf 625 $ an und behielt die Einstufung „Overweight“ bei.

Analyst Samik Chatterjee sagte, das Unternehmen könne beschleunigtes Wachstum bei Azure und Microsoft 365 Commercial Cloud sehen, wobei Investitionen in KI‑Infrastruktur als wichtiger Treiber dienten.

Chatterjee wies außerdem auf Microsofts Copilot‑Produkte als wichtige potenzielle Umsatzquelle hin.

Er schätzte, dass eine stärkere Copilot‑Adoption zwischen 24 und 41 Milliarden US‑Dollar zusätzlichen Umsatz generieren könnte, vor einer möglichen Monetarisierung durch den Verkauf von KI‑Guthaben.

Microsofts Ausgaben für KI‑Infrastruktur haben auch Azure gestützt; Chatterjee hob dabei die seiner Ansicht nach konsistente Umsetzung und die jüngste Beschleunigung im Geschäft hervor.

Stromengpässe verschärfen Herausforderung der KI‑Infrastruktur

Der Guardian‑Bericht deutete an, dass es sich nicht unbedingt um einen Chipmangel handeln müsse.

Microsoft‑CEO Satya Nadella sagte zuvor, das Unternehmen könne Chips auf Lager haben, die nicht genutzt werden könnten, weil es an fertiggestellten Rechenzentrumsanlagen und verfügbarer Elektrizität fehle. „Es ist kein Versorgungsproblem mit Chips“, sagte Nadella.

Der Bericht hob außerdem Microsofts Fairwater‑Rechenzentrumsprojekt in Wisconsin und Georgia hervor und stellte fest, dass Teile der Entwicklung offenbar unvollendet blieben, obwohl zuvor erklärt worden war, die Einrichtung in Wisconsin gehe in Betrieb.