Broadcom-Aktie: Warum die Wachstumsstory des KI-Chipherstellers an Fahrt gewinnt

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AVGO kaufen. Das Unternehmen liefert Next‑Gen‑TPUs (Ironwood v7, TPU v8i Inferenz) und skaliert bereits seine KI‑Umsätze (+221 % YoY bei KI‑Halbleitern), während es den langfristigen Ausblick anhebt (KI‑Umsatz $115B GJ27 → $230B GJ28). Das Nicht‑KI‑Geschäft stagniert, daher sollte der Markt AVGO eher als KI‑Infrastruktur‑Wachstumstitel neu bewerten und nicht als zyklischen Chipwert. Kernthese: Die KI‑Nachfrage übersteigt die Versorgung, und Broadcom gewinnt Design‑Ins und Deployments mit Alphabet, Anthropic, OpenAI und Meta.
Kernrisiko: Die Lieferung von KI‑Chips steigt nicht schnell genug an, sodass Kunden Deployments verschieben müssen und der KI‑Umsatzplan für GJ27–GJ28 zusammenbricht.
NVDA verkaufen. Broadcom bewegt sich vom Bereich „AI‑Networking/adjacent“ hin zur direkten Lieferung von TPU‑Inference‑ und Trainingslösungen über Beziehungen zu Alphabet und Anthropic und prognostiziert massives KI‑Umsatzwachstum bei einem verbesserten EPS (> 30 USD in GJ28). Das erhöht den Wettbewerbsdruck auf NVIDIAs Anteil am KI‑Compute‑Markt und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass NVIDIAs Bewertungsaufschlag schrumpft, selbst wenn die Gewinne weiter wachsen.
Kernrisiko: NVDA behält die Dominanz bei Trainings‑ und Inferenzvolumen, und Kunden erweitern NVDA‑basierte Systeme schneller als Broadcoms TPU‑Ramp.
- Broadcom erwartet, dass die KI‑Umsätze bis zum Geschäftsjahr 2028 230 Mrd. USD erreichen.
- Wachstum wird von kundenspezifischen KI‑Chips für Anthropic, Alphabet und OpenAI getrieben.
- Trotz starken KI‑Umsatzwachstums steht Broadcoms Aktie unter Marktskepsis.
Broadcom entwickelt sich zum großen Profiteur des raschen Ausbaus von KI-Infrastruktur: Das KI-Halbleitergeschäft wächst stark, und das Unternehmen hat seinen langfristigen Umsatz-Ausblick nach oben revidiert.
Das Halbleiter- und Infrastruktur-Softwareunternehmen erwartet, dass die KI-Umsätze im Geschäftsjahr 2027 115 Milliarden USD (ca. 100,3 Milliarden €) und im Geschäftsjahr 2028 230 Milliarden USD (ca. 200,6 Milliarden €) erreichen werden, gestützt durch die steigende Nachfrage nach kundenspezifischen Chips und KI‑Netzwerklösungen.
Kundenspezifische KI‑Chips treiben Broadcoms Wachstum
Der Umsatz von Broadcoms KI‑Halbleitern stieg im dritten Geschäftsquartal, das am 2. Aug. endete, im Jahresvergleich um 221 %.
Im Quartal begann das Unternehmen mit der Serienauslieferung seiner Ironwood‑TPU‑v7‑Chips an Alphabet und Anthropic und lieferte zudem die nächste Generation der TPU v8i‑Chips an Alphabet.
Broadcom erklärte, für die Inferenz‑Version der TPU v8i von Alphabet verantwortlich zu sein, während MediaTek die Trainings‑Variante v8t betreut.
Das Unternehmen gab außerdem an, das v8i‑Produkt schneller auf den Markt gebracht zu haben als MediaTek, obwohl Broadcom später gestartet sei.
Die Kundenpipeline des Unternehmens erweitert sich ebenfalls.
Anthropic dürfte im nächsten Geschäftsjahr Broadcoms größter Kunde werden, mit Plänen, im Geschäftsjahr 2027 5 Gigawatt TPU‑v8i‑Kapazität und im Geschäftsjahr 2028 10 Gigawatt bereitzustellen.
Alphabet dürfte ein weiterer Großkunde bleiben und in den kommenden Jahren jährlich Umsatz in zweistelliger Milliardenhöhe aus TPU‑Geschäften generieren.
OpenAI wird voraussichtlich Broadcoms zweitgrößter Chipkunde und plant, 2028 5 Gigawatt seiner Jalapeño‑Chips und Nachfolger einzusetzen.
Broadcom rechnet außerdem damit, Meta Platforms bis 2028 mit 3 Gigawatt kundenspezifischer MTIA‑Chips zu beliefern.
Starke Zahlen und erhöhter KI‑Umsatzausblick
Broadcom meldete im gesamten dritten Geschäftsquartal einen Umsatz von 29,6 Milliarden USD (ca. 25,8 Milliarden €), ein Plus von 86 % gegenüber dem Vorjahr.
Das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg um 96 % auf 3,32 USD und übertraf damit die von LSEG erfassten Analystenerwartungen von 3,24 USD bereinigtem EPS und 29,4 Milliarden USD (ca. 25,6 Milliarden €) im Umsatz.
Der Umsatz mit Halbleiterlösungen stieg um 127 % auf 20,8 Milliarden USD (ca. 18,1 Milliarden €), während der Nicht‑KI‑Halbleiterumsatz nur um 5 % auf 4,2 Milliarden USD (ca. 3,7 Milliarden €) zunahm. Der Umsatz der Infrastruktur‑Software legte um 29 % auf 8,8 Milliarden USD (ca. 7,7 Milliarden €) zu.
Die gesamte Bruttomarge von Broadcom sank um 210 Basispunkte auf 75 %, was teilweise die größere Gewichtung des Halbleitergeschäfts widerspiegelt. Die Bruttomarge der Halbleiter lag bei 76 % gegenüber 84 % bei der Infrastruktur‑Software.
Für das vierte Geschäftsquartal erwartet Broadcom einen Umsatz von 34,8 Milliarden USD (ca. 30,4 Milliarden €), was einem Wachstum von 93 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Der KI‑Umsatz soll um 236 % auf 21,6 Milliarden USD (ca. 18,8 Milliarden €) steigen, während die Bruttomarge bei rund 73 % erwartet wird.
Das Unternehmen erklärte, die Nachfrage für KI‑Umsätze im Geschäftsjahr 2027 liege bereits über seiner Projektion von 115 Milliarden USD (ca. 100,3 Milliarden €), wenngleich die Versorgung verbessert werden müsse.
Es erwartet, für das Geschäftsjahr 2028 über ausreichende Kapazitäten zur Erfüllung des Ausblicks zu verfügen und prognostiziert für dieses Jahr ein bereinigtes EPS von mehr als 30 USD.
Ausblick für Broadcom‑Aktie angesichts Bewertungsdebatte
Trotz des starken KI‑Wachstums begegnet der Aktienkurs von Broadcom am Markt Skepsis. Bruno Montoya Amador, Equity‑Analyst und Mitgründer von Mina Vista Capital Management, sagte, Broadcom sei positioniert, um mit Anthropic und OpenAI mehrgigawattfähige KI‑Chipkapazitäten bereitzustellen.
Er bezeichnete die derzeitige Marktskepsis als überzogen und verwies auf Broadcoms ausgeweitete Partnerschaften und das Ausmaß der geplanten KI‑Deployments.
Amador hob zudem eine Kaufunterstützung bei Rücksetzern um 360 USD hervor und sagte, die Betriebsmargen könnten trotz Druck auf die Bruttomargen über 68 % liegen.
Auch die Bewertung von Broadcom steht im Fokus der Investoren. Die Aktie werde als unter dem 21‑fachen der erwarteten künftigen Gewinne gehandelt, während Motley Fool die Bewertung mit dem 11,5‑fachen der Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2028 angab.
Da erwartet wird, dass sich der KI‑Umsatz im Geschäftsjahr 2027 verdoppelt und sich im Geschäftsjahr 2028 erneut verdoppelt, wird Broadcoms künftige Performance davon abhängen, ob das Unternehmen die Chipversorgung ausweiten kann, ohne die Profitabilität zu gefährden, während der Anteil des Halbleiterumsatzes am Gesamtgeschäft wächst.

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