EU leitet neue Untersuchung gegen Google wegen Rankings von Nachrichtenverlagen ein

EU leitet neue Untersuchung gegen Google wegen Rankings von Nachrichtenverlagen ein
Vatsala Gaur
13. Nov. 2025, 14:39 PM
  • Die EU hat eine neue Untersuchung der Ranking-Praktiken von Google im Rahmen des Digital Markets Act eingeleitet.
  • Die Regulierungsbehörden befürchten, dass die Richtlinien des Unternehmens die Fähigkeit der Medienunternehmen untergraben könnten, Online-Einnahmen zu erzielen.
  • Google sagt, seine Maßnahmen seien notwendig, um Spam zu bekämpfen und die Integrität der Suche zu wahren.

Die Europäische Kommission hat eine neue Untersuchung gegen Google von Alphabet eingeleitet, um zu untersuchen, ob seine Suchranking-Praktiken Nachrichtenverlage benachteiligen und gegen den Digital Markets Act (DMA) der Europäischen Union verstoßen.

Die Untersuchung, die am Donnerstag angekündigt wurde, konzentriert sich auf Googles Politik des "Reputationsmissbrauchs von Websites", von der die EU-Exekutive befürchtet, dass sie legitime Nachrichtenagenturen und andere Verlage, die kommerzielle Inhalte von Drittanbietern hosten, unfair bestrafen könnte.

Die Kommission sagte, die Regeln könnten die Fähigkeit der Verlage einschränken, in einer kritischen Zeit für die Medienbranche Online-Einnahmen zu erzielen.

"Wir werden untersuchen, um sicherzustellen, dass Nachrichtenverlage in einer schwierigen Zeit für die Branche keine wichtigen Einnahmen verlieren, und um sicherzustellen, dass Google den Digital Markets Act einhält", sagte Teresa Ribera, die Wettbewerbskommissarin der EU.

Im Rahmen des DMA können Unternehmen, die gegen das Gesetz verstoßen, mit Strafen von bis zu 10 % ihres weltweiten Jahresumsatzes belegt werden.

Google verteidigt Richtlinie als Anti-Spam-Schutz

Google wies die Vorwürfe der EU zurück und erklärte, seine Ranking-Politik sei darauf ausgelegt, die Qualität und Vertrauenswürdigkeit der Suchergebnisse zu erhalten.

Das Unternehmen sagte, die Richtlinie ziele auf "parasitäre SEO" ab – eine Taktik, bei der Spammer seriöse Verlage dafür bezahlen, ihre Inhalte zu hosten, um ihre Glaubwürdigkeit in der Suche auszunutzen.

"Die heute angekündigte Untersuchung unserer Anti-Spam-Bemühungen ist fehlgeleitet und birgt die Gefahr, dass Millionen von europäischen Nutzern Schaden zugefügt werden", sagte Pandu Nayak, Chefwissenschaftler der Google-Suche, in einem Blogbeitrag.

Das Unternehmen argumentierte, dass seine Regeln notwendig seien, um die Fairness in den Ranking-Systemen zu wahren und die Nutzer vor minderwertigen oder manipulativen Inhalten zu schützen.

Washington kritisiert EU-Durchsetzungsbemühungen von Big Tech

Die jüngste Untersuchung reiht sich in eine wachsende Liste von regulatorischen Herausforderungen ein, mit denen Google in Europa konfrontiert ist.

Im September wurde das Unternehmen nach einer jahrelangen Untersuchung seiner Werbetechnologiepraktiken zu einer Geldstrafe in Höhe von 2,95 Milliarden Euro (3,42 Milliarden US-Dollar) verurteilt.

US-Präsident Donald Trump hat solche Maßnahmen der EU kritisiert, sie als "diskriminierend" bezeichnet und europäischen Ländern mit Vergeltungszöllen gedroht, die US-Technologieunternehmen strengere Regeln auferlegen.

Washington hat argumentiert, dass der Regulierungsrahmen der EU – einschließlich des DMA und des Digital Services Act (DSA) – zu Unrecht auf amerikanische Unternehmen abzielt.

Umfassenderes Vorgehen gegen Big Tech im Rahmen des EU-Rechts

Die Untersuchung gegen Google folgt auf andere jüngste Durchsetzungsmaßnahmen im Rahmen des EU-Regelwerks für digitale Sicherheit.

Im vergangenen Monat klagte die Europäische Kommission Meta Platforms Inc. an, illegale Inhalte auf Facebook und Instagram nicht ordnungsgemäß verwaltet zu haben.

Die Kommission beschuldigte sowohl Meta als auch TikTok, den Zugang von Forschern zu öffentlichen Daten einzuschränken, eine weitere wichtige Anforderung des neuen Gesetzes.

Anfang dieses Jahres sah sich Google mit Beschwerden von europäischen und britischen Verlagen konfrontiert, dass seine KI-Übersichtsfunktion den Traffic von Nachrichtenwebsites ableitete.

Das Unternehmen entgegnete, dass KI-Tools in der Suche darauf ausgelegt seien, die Online-Sichtbarkeit zu erhöhen, anstatt sie zu beeinträchtigen.