Was treibt ausländische Investoren dazu, sich jetzt von den asiatischen KI-Märkten zu verabschieden?

Was treibt ausländische Investoren dazu, sich jetzt von den asiatischen KI-Märkten zu verabschieden?
Diya Poddar
14. Nov. 2025, 11:24 AM
  • Ausländische Investoren verkauften im November jeweils 4,6 Milliarden US-Dollar aus Taiwan und Südkorea.
  • Der südkoreanische Kospi-Index hat sich umgekehrt, nachdem er seit April um 84 % gestiegen war.
  • Japan verzeichnete Kapitalabflüsse in Höhe von 2,3 Milliarden US-Dollar, womit die sechswöchigen Zuflüsse endeten.

Ausländische Investoren ziehen Milliarden von den leistungsstärksten KI-Aktienmärkten Asiens ab und markieren damit den stärksten Rückgang seit über sieben Monaten.

Ein exklusiver Bericht von Bloomberg berichtet , dass Taiwan, Südkorea, Japan und China in den letzten Wochen Ausverkäufe erlebt haben, da steigende Bewertungen, sich verschiebende globale Gelderwartungen und strukturelle Bedenken das Kapital in andere Länder verlagern.

Obwohl die KI-Anlagestory langfristig intakt bleibt, veranlasst die aktuelle Marktdynamik die Anleger dazu, ihr kurzfristiges Engagement neu zu bewerten.

Einst als stabiler Einstiegspunkt in das globale KI-Wachstum angesehen, stehen die Halbleiter- und Hardware-lastigen Indizes Asiens nun auf dem Prüfstand.

Bewertungsspitzen lassen die Märkte überhitzt aussehen

Taiwan und Südkorea standen im Mittelpunkt des Booms bei KI-Aktien.

Beide Länder beherbergen wichtige Chiphersteller und Komponentenlieferanten, die die globale Technologiebranche bedienen, was sie zu bevorzugten Zielen für Investoren macht, die von der Nachfrage nach KI-Infrastruktur profitieren.

Ausländische Investoren haben in diesem Monat jedoch bisher fast 4,6 Milliarden US-Dollar aus jedem Markt abgezogen. Bloomberg geht davon aus, dass sich dies als der größte monatliche Exodus seit März für Taiwan und April für Südkorea abzeichnet.

Der Hauptgrund ist einfach: Die Bewertungen sind zu stark und zu schnell gestiegen. Der südkoreanische Kospi-Index legte zwischen April und Anfang November um 84 % zu, während der taiwanesische Taiex einem ähnlichen Muster folgte.

Jetzt verbuchen die Anleger Gewinne und ziehen sich zurück, da die Preise nicht mehr mit den Fundamentaldaten übereinstimmen.

Die Geldpolitik verschiebt die globale Risikobereitschaft

Eine weitere Druckschicht entsteht durch das makroökonomische Umfeld. Der Optimismus der Anleger in Bezug auf eine mögliche Zinssenkung der US-Notenbank im Dezember trug dazu bei, risikoreiche Anlagen zu Beginn des Jahres zu stützen. Dieses Szenario hat sich geändert.

Da Zinssenkungen kurzfristig weniger wahrscheinlich erscheinen, ist die Risikobereitschaft weltweit gesunken. Dies trifft wachstumsstarke Sektoren wie die künstliche Intelligenz direkt, insbesondere dort, wo die Bewertungen bereits angespannt sind.

Für Asien, wo während des KI-Aufschwungs aggressiv ausländisches Kapital zuströmte, ist die Umkehr signifikant.

Zirkuläre Deals werfen Fragen zur Umsatzintegrität auf.

Es gibt auch zunehmende Bedenken darüber, wie KI-Unternehmen ihre Einnahmen erfassen, so Bloomberg. Es ist ein spürbarer Anstieg der zirkulären Transaktionen zu verzeichnen.

Dabei handelt es sich um Geschäfte, bei denen Unternehmen gegenseitige Transaktionen tätigen und sich häufig gegenseitig Dienstleistungen kaufen und verkaufen.

Obwohl diese Vereinbarungen technisch legal sind, können sie die Umsatzzahlen künstlich in die Höhe treiben und ein irreführendes Bild von der Leistung eines Unternehmens erzeugen.

Dies hat einige Anleger vorsichtig gemacht, insbesondere in einem Marktumfeld, in dem die Gewinne eng mit den himmelhohen Bewertungen verglichen werden.

Auch Japan und China verlieren Kapital

Der Rückzug ist nicht auf Taiwan und Südkorea beschränkt. Auch Japan ist unter Druck geraten. Ausländische Anleger verkauften in der ersten Novemberwoche lokale Aktien im Wert von 2,3 Milliarden US-Dollar und beendeten damit eine sechswöchige Serie von Zuflüssen.

Unter Berücksichtigung des Futures-Handels, so Bloomberg, erreicht die Gesamtsumme 7,3 Milliarden US-Dollar, wie aus Daten der Japan Exchange Group hervorgeht.

In China sind zwar keine direkten Daten zu ausländischen Fonds verfügbar, aber das Verhalten des Marktes spricht Bände. Der Hang Seng Tech Index, der die größten Technologieunternehmen der Region abbildet, ist in den Bereich der technischen Korrektur eingetreten.

Dies bedeutet in der Regel einen Rückgang von 10 % oder mehr gegenüber einem kürzlichen Höchststand.

Enttäuschende Performance-Updates von zwei der führenden KI-Unternehmen Chinas haben die Aussichten verschlechtert. Tencent Holdings senkte nach seinem jüngsten Ergebnisbericht seine Investitionsprognose für 2025.

In der Zwischenzeit konnte Baidu die Anleger mit seinem neu vorgestellten KI-Modell nicht beeindrucken. Diese Aktualisierungen haben zu einer umfassenderen Neubewertung dessen beigetragen, wie viel Wachstum realistisch in Asiens KI-verbundenen Unternehmen eingepreist ist.