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Der Nickelpreis kämpft unter dem Gewicht des indonesischen Angebotsbooms; Ist ein Rebound möglich?

  • Die Nickelpreise sind durch einen massiven Angebotsschub aus Indonesien gedrückt.
  • Die langsamere Nachfrage im Batteriesektor durch eine Hybrid-Fahrzeugumstellung erhöht den Druck.
  • Indonesiens geplante Produktionskontrollen sind der entscheidende Faktor für eine mögliche Preiserholung.

Nickel sticht in diesem Jahr unter den wichtigsten Basismetallen als Unterperformer hervor, da ein erhebliches Angebotsüberangebot die Preise nach unten drückt und die Rentabilität der Branche herausfordert.

Der Haupttreiber dieser Marktdynamik ist laut einem Bericht der Commerzbank AG ein massiver Anstieg des Angebots, insbesondere aus Indonesien.

Indonesien hat seine Rolle als führender globaler Bergbauproduzent gefestigt und in den letzten Jahren seine Führung schrittweise ausgebaut.

Dieser Anstieg der Rohstoffproduktion spiegelte sich in einem Anstieg der verarbeiteten Metalle wider.

Angebot und Nachfrage

Die weltweite Primärproduktion verzeichnete laut der International Nickel Study Group einen starken Anstieg von 5 % und wird laut Marktanalyse "voraussichtlich in diesem Jahr weitere 8 % wachsen".

Die Prognose legt nahe, dass das Momentum anhalten wird, mit "einem weiteren Wachstum von 7 % für das kommende Jahr."

Auf der Nachfrageseite konnte der erwartete Verbrauch, insbesondere aus dem wichtigen Batteriesektor, mit der Angebotsexplosion nicht Schritt halten.

Der Markt hat "die Nachfrage – insbesondere aus dem Batteriesektor – weniger gewachsen als erwartet."

Ein entscheidender Faktor, der die langsamer als prognostizierte Nachfrage beeinflusst, ist ein Wandel in der Automobilindustrie.

Die International Nickel Study Group (INSG) stellt fest, dass dies "teilweise auf einen stärkeren Trend zu Plug-in-Hybridfahrzeugen zurückzuführen ist, während der Verkauf von vollelektrischen Fahrzeugen langsamer als erwartet verlief."

Thu Lan Nguyen, Leiter der FX- und Rohstoffforschung bei der Commerzbank AG, kommentierte die Lage:

Indonesien versucht, die Produktionsdynamik einzudämmen

Als Reaktion auf das Marktungleichgewicht und die daraus resultierende Belastung für die Produzenten signalisiert die indonesische Regierung eine Verschiebung hin zu stärkeren Interventionen.

Es gibt nun Pläne für "strengere Produktionsvorschriften", um die rasche Ausweitung abzumildern.

Mehrere vorläufige Maßnahmen wurden bereits ergriffen, um das aggressive Wachstum der Nickelindustrie einzudämmen.

Dazu gehören "verzögerte Bergbaugenehmigungen und kürzlich eingeschränkte neue Kapazitäten zur Herstellung von Zwischenprodukten", sagte Nguyen.

Die Aussichten für Nickelpreise kurzfristig bis mittelfristig bleiben aufgrund dieses anhaltend hohen Angebots zurückhaltend.

Der Konsens einiger Analysten deutet laut Commerzbank auf einen moderaten Preisanstieg für Nickel langfristig hin.

"Daher erwarten wir langfristig nur moderate Preissteigerungen für Nickel, wobei unsere Preisprognose für Ende 2026 bei 16.000 USD pro Tonne liegt", sagte Nguyen.

Potenzial für eine Kurserholung

Trotz des aktuellen Überhangs erkennt der Markt ein erhebliches Aufwärtsrisiko an, das vom Erfolg der indonesischen Regulierungsbemühungen abhängt, teilte die deutsche Bank mit.

Wenn es der Regierung gelingt, strengere Kontrollen für die inländische Produktion durchzuführen, könnte der Markt eine deutliche Kehrtwende erleben, stellte Nguyen fest.

Die zukünftige Preisentwicklung des Nickels hängt stark davon ab, wie schnell und effektiv Jakarta den Produktionsboom zügeln kann, den es in den letzten Jahren aggressiv gefördert hat.

Bis dahin wird das Metall wahrscheinlich weiterhin unter Druck durch die anhaltende Flut neuer Versorgung stehen.

Zum Zeitpunkt des Schreibens lag der dreimonatige Nickel-Kontrakt an der London Metal Exchange bei 14.618,38 US-Dollar pro Tonne, 0,2 % weniger als der vorherige Schlussschluss.