Jeffrey Gundlach bezeichnet den Aktienmarkt als den 'am wenigsten gesunden', den er in seiner Karriere gesehen hat

Jeffrey Gundlach bezeichnet den Aktienmarkt als den 'am wenigsten gesunden', den er in seiner Karriere gesehen hat
Wajeeh Khan
18. Nov. 2025, 16:31 PM
  • Jeffrey Gundlach erklärt, warum der aktuelle US-Aktienmarkt ungesund ist.
  • Er erwartet, dass private Kredite die nächste große Krise an den Finanzmärkten sein werden.
  • Gundlach empfiehlt Investoren, mindestens 20 % in Bargeld bereitzustellen.

Der US-Aktienmarkt hat sich in den letzten sieben Monaten unglaublich gut entwickelt, wobei der SandP 500 Index derzeit um mehr als 30 % gegenüber seinem Jahrestief Anfang April gestiegen ist.

Ein Großteil dieses Aufschwungs ist auf die Begeisterung für künstliche Intelligenz (KI), Dateninfrastruktur und widerstandsfähige Verbraucherausgaben zurückzuführen.

Doch Jeffrey Gundlack – der Geschäftsführer von DoubleLine Capital – glaubt dem Optimismus nicht.

Im Bloomberg-Podcast "Odd Lots" sagte der erfahrene Anleiheinvestor kürzlich, der aktuelle Markt sei "einer der am wenigsten gesunden", die er in seiner jahrzehntelangen Karriere gesehen habe, und forderte die Anleger auf, mindestens 20 % ihrer Portfolios in bar zu halten, um sich auf einen möglichen Abschwung vorzubereiten.

Warum Gundlach den Aktienmarkt als ungesund ansieht

Trotz starker Indexentwicklung glaubt Gundlach, dass spekulativer Schaum die Bewertungen verzerrt.

Er wies auf KI-bezogene Aktien und Investitionen in Rechenzentren als Bereiche des "Überschusses" hin – und warnte, dass momentumgetriebenes Kaufen während Boomzyklen oft schlecht enden.

"Es ist gefährlich spekulativ", sagte er im Podcast und fügte hinzu, dass viele Vermögenswerte als "extrem überteuert" erscheinen.

Gundlachs Kommentare kommen, während Investoren weiterhin in die hochfliegenden US-Technologieaktien investieren, obwohl die Gewinnmultiplikatoren sich dehnen und die makroökonomischen Risiken zunehmen.

Seine Kritik spiegelt breitere Anliegen hinsichtlich enger Marktführung und der Nachhaltigkeit KI-getriebener Wachstumsnarrative wider. Kurz gesagt, Gundlach sieht künstliche Intelligenz als eine Blase und erwartet 2026 einen bevorstehenden Platz, der den gesamten Aktienmarkt mit sich reißen wird.

Gundlach bezeichnet private Kredite als die nächste große Krise

Über die Aktien hinaus hob Jeffrey Gundlach private Kredite im Podcast als drohendes systemisches Risiko hervor.

Der 1,7-Billionen-Dollar-Markt – an dem nichtbankengestützte Kreditgeber direkt Kapital an Unternehmen vergeben – wächst schnell, aber er ist der Ansicht, dass sich die Underwriting-Standards verschlechtern.

"Die nächste große Krise an den Finanzmärkten wird der private Kredit sein", warnte der Veteran.

Gundlach verglich die aktuellen Praktiken mit der Subprime-Hypothekenverpackung von 2006 und nannte jüngste Misserfolge wie Tricolor und First Brands Group als frühe Anzeichen von Stress.

Der Anleihemarktexperte kritisierte zudem den Versuch, private Kreditfonds an Privatanleger zu vermarkten, und bezeichnete dies als "perfekte Fehlanpassung" angesichts der Illiquidität der zugrunde liegenden Vermögenswerte.

Wie Gundlach die Verteilung für 2026 empfiehlt

Abgesehen von 20 % in bar bevorzugt Gundlach weiterhin die Allokation von Kapital in Gold. Allerdings hat er auch seine Empfehlung für Bullion von 25 % auf 15 % gekürzt, da er Schwierigkeiten bei der Monetarisierung von bärischen Ansichten anführt.

Seiner Ansicht nach hat "das Shorten von Junk Bonds nicht funktioniert" – was die Schwierigkeit unterstreicht, von konträren Positionen im heutigen Markt zu profitieren.

Im Bloomberg-Podcast bekräftigte er außerdem Bedenken hinsichtlich der Inflation, insbesondere der Auswirkungen von Zöllen auf die Importpreise, die den Preisdruck hochhalten könnten.

Insgesamt deutet Jeffrey Gundlachs Ausblick auf eine vorsichtige Haltung hin: erhöhte Barbestände, geringere Exponierung spekulativer Vermögenswerte und Skepsis gegenüber Kreditmärkten, die für das neue Jahr zunehmend fragil erscheinen.